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08.05.2019

Aktueller Grundstücksmarktbericht vorgestellt


Dipl.-Ing. Ingo Gerloff, stellte neulich den Grundstücksmarktbericht 2019 gemeinsam mit seiner Stellvertreterin, Dipl.-Ing. Martina Senge, vor.

Innerhalb des Landkreises Göttingen gibt es beim absoluten Immobilienpreisniveau und bei der Preisentwicklung sehr große Unterschiede.

von Ralf Gießler

Osterode) Der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Northeim, Dipl.-Ing. Ingo Gerloff, stellte neulich den Grundstücksmarktbericht 2019 gemeinsam mit seiner Stellvertreterin, Dipl.-Ing. Martina Senge, vor. Im Bericht mit enthalten sind die aktuellen Bodenrichtwerte für Bauland sowie für land- und forstwirtschaftliche Flächen.

Der Ausschuss ist für den gesamten südniedersächsischen Raum zuständig (Stadt und Landkreis Göttingen, Landkreise Goslar, Holzminden und Northeim). Der herausgegebene Bericht gibt einen Überblick über die Situation auf dem Grundstücksmarkt. Er befasst sich vor allem mit dem Preisniveau und der Preisentwicklung für bebaute und unbebaute Grundstücke und soll dazu beitragen, das komplizierte Marktgeschehen mit seinen vielfältigen Einflussfaktoren auch für den Laien transparent zu machen.

Innerhalb des neu gebildeten Landkreises Göttingen gibt es sowohl beim absoluten Immobilienpreisniveau als auch bei der Preisentwicklung sehr große Unterschiede. Während die Preise in der Stadt Göttingen zu den höchsten in Niedersachsen zählen, ist der Bereich des südlichen Harzvorlandes den Regionen mit den günstigsten Immobilienpreisen Niedersachsens zuzurechnen.

Auch hinsichtlich der Preisentwicklung gibt es deutliche Unterschiede. Im Bereich der Stadt Göttingen ist eine Aufwärtsentwicklung schon seit 2009/2010 zu beobachten. Dieser Trend setzte im Altkreis Osterode am Harz erst um 5 Jahre verzögert ein und fällt auch nicht so deutlich aus wie in der Stadt/Landkreis Göttingen. In 2018 ist der Grundstücksmarkt im Altkreis Osterode am Harz gekennzeichnet durch steigende Transaktionszahlen, steigenden Geldumsatz und steigende Preise.

Marktstruktur
Im Zuständigkeitsbereich des Ausschusses wurden in der Region in 2018 insgesamt 9.329 Kaufverträge registriert, 2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich des Altkreises Osterode am Harz wurden insgesamt 1.118 Verträge ausgewertet, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 7 %. Der Geldumsatz ist auf 81 Millionen € gestiegen (+ 8 %). Der umsatzstärkste Teilmarkt (Anzahl und Geldumsatz) ist der der bebauten Wohngrundstücke. Im Altkreis Osterode am Harz beziehen sich rd. 29 % der Kauffälle auf freistehende Ein/Zweifamilienhäuser, 20 % entfallen auf Reihenhäuser/Doppelhaushälften, 16 % auf Eigentumswohnungen. Der Anteil der Vertragsabschlüsse über landwirtschaftliche Flächen liegt bei 14 %, rd. 11 % der Kauffälle beziehen sich auf Bauland.

Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser
Innerhalb Niedersachsens zählen die Preise für freistehende Ein-/Zweifamilienhäusern in Göttingen zusammen mit Hannover, Braunschweig und Osnabrück zu den höchsten. Zu den preisgünstigsten Bereichen gehören landesweit Goslar, Northeim, Osterode am Harz, Lüchow-Dannenberg und Holzminden. Die Preise für Grundstücke mit freistehenden Ein-/Zweifamilienhäusern sind im Berichtsjahr weiter gestiegen. Die seit Jahren zu beobachtende Aufwärtsentwicklung der Kaufpreise für freistehende Ein-/Zweifamilienhäuser hat sich in der Stadt Göttingen deutlich abgeschwächt. Hier wird nur noch ein Plus von 1 % registriert. Im Altkreis Osterode am Harz fällt der Preisanstieg deutlicher aus. Hier liegen die Kaufpreise um durchschnittlich 4 % höher als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Preise in der Stadt Göttingen um 57 % und im Altkreis Osterode am Harz um 26 % gestiegen.

Eigentumswohnungen und Bauland
Die Anzahl der verkauften Eigentumswohnungen ist im Altkreis Osterode gegenüber dem Vorjahr um 18 % gestiegen. In gleicher Größenordnung bewegt sich der Anstieg des Geldumsatzes. Die Preise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand haben sich gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 2 % erhöht. Die Anzahl der verkauften Eigenheimbauplätze ist für den Gesamtbereich um rd. 20 % gestiegen. Das nicht ausreichende Angebot in begehrten stadtnahen Lagen hat teilweise zu einer Verlagerung der Nachfrage in entferntere Gebiete geführt. Im Altkreis wurden im Berichtsjahr insgesamt 50 Kauffälle gegenüber 46 im Vorjahr registriert. Im oberen Abschnitt des Baugebietes "Am Breiten Busch“ in Osterode, welches seit den 90 er Jahren des letzten Jahrtausends existiert, wurden für die "Schiefe Halbe“, "Im Himmelreich“ und "Am Sonnenkopf“ insgesamt 78 Bauplätze ausgewiesen. Bis 2011 waren lediglich 30 Bauplätze verkauft bzw. bebaut, seit 2011 sind weitere 22 Plätze verkauft worden.

Anhand der jährlich zum 31.12. aktualisierten Bodenrichtwerte kann man sich ein differenziertes Bild über das Baulandpreisniveau in unterschiedlichen Lagen verschaffen. Insgesamt geben für den Altkreis Osterode rd. 320 Bodenrichtwerte darüber Aufschluss. Für die Stadt Osterode am Harz bewegen sich die Bodenrichtwerte für individuelles Bauland in einer Bandbreite von rd. 36 €/m² bis 79 €/m². In Herzberg liegen die entsprechenden Bodenrichtwerte zwischen 26 €/m² und 60 €/m², in Bad Lauterberg zwischen 27 €/m² und 78 €/m² und in Bad Grund zwischen 14 €/m² und 42 €/m². Die Baulandpreise haben sich im Allgemeinen gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Die Bodenrichtwerte wurden punktuell angehoben.

Land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke
Bei den land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken ist die Anzahl der Verkäufe gegenüber dem Vorjahr in der gesamten Region um 6 % auf 1.022 Verträge gesunken. Der Geldumsatz ist nahezu gleich geblieben und beträgt im Berichtsjahr 27,1 Millionen €. Auch der Flächenumsatz ist nahezu gleich geblieben, er beträgt 1.539 ha. Die Preise für Ackerland sind in allen Bereichen in den letzten Jahren erheblich gestiegen und liegen gegenüber 2010 im gesamten Zuständigkeitsbereich um 74 % höher. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Preisanstieg von 5 % zu beobachten. Die Preise für Grünland blieben im Zuständigkeitsbereich nahezu unverändert. Die Bodenrichtwerte für Ackerland im Altkreis Osterode am Harz gehören zu den niedrigsten in Südniedersachsen und liegen zwischen 1,20 €/m² (Herzberg) und 2,10 €/m² (Bad Sachsa).

Wohnungsmieten
Auch Angaben über mittlere Wohnungsmieten, im Wesentlichen in Mehrfamilienhäusern, sind im Grundstücksmarktbericht enthalten. Die allerdings nicht mit einem amtlichen Mietspiegel zu verwechselnden Miettabellen sind aufgeschlüsselt nach Lage, Wohnfläche und Baualtersklassen.

Der Grundstücksmarktbericht 2019 ist gegen Gebühr beim Katasteramt Osterode, Berliner Str. 6, Tel.: 05522 5004-65, erhältlich. Als weiteren gebührenpflichtigen Service bieten die Gutachterausschüsse in Niedersachsen auch einen Immobilien-Preis-Kalkulator für freistehende Ein-/Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser/Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen an. Für Standardobjekte wird nach wenigen Eingaben das ungefähre Preisniveau angezeigt. Weitere Informationen sind unter www.gag.niedersachsen.de abrufbar.


 

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