Meldungen / Feuerwehr

11.10.2017

Einblicke in die Arbeit eines Brandschützers und die Organisation der Feuerwehren


Bei dem theoretischen Teil in den Räumen der Jugendhilfe Südniedersachsen in Osterode hatten jugendlichen Flüchtlinge auch die Möglichkeit, eine komplette Feuerwehrschutzausrüstung mit Atemgerät anzulegen.

Rund 50 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge nahmen an der Brandschutzerziehung der Jugendhilfe Südniedersachsen mit den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Osterode und der Gemeinde Bad Grund teil.

von Herma Niemann

Gittelde/Osterode. Wer aus Kriegsgebieten flüchten musste und in Deutschland Zuflucht gefunden hat, auf den prasseln viele Eindrücke ein. Die fremde Sprache, die Menschen und die Gebräuche sind zunächst befremdlich und müssen im Alltag erst erlernt werden.

Besonders schwer haben es aber wohl unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge, denen außerdem noch der familiäre Halt fehlt. Um diesen Jugendlichen einen tieferen Einblick zu ermöglichen, konnten am vergangenen Montag rund 50 jugendliche Flüchtlinge zwischen 15 und 21 Jahren aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan, die sich in der Betreuung der Jugendhilfe Südniedersachsen/Außenstelle Osterode befinden, über mehrere Stunden bei einer Brandschutzerziehung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Osterode und der Gemeinde Bad Grund dabei sein.

Zunächst erhielten die Jugendlichen in den Räumen der Jugendhilfe im Gipsmühlenweg eine theoretische Einweisung von dem Brandschutzerzieher Denis Starfinger (Freiwillige Feuerwehr Gittelde). Starfinger erklärte das System der Freiwilligen Feuerwehr, den vorbeugenden Brandschutz, die Vorgehensweise bei einem Brand und wie man einen Notruf absetzt. Dabei war für die jungen Männer auch wichtig zu wissen, dass man jederzeit mit seinem Handy einen Notruf unter der Nummer 112 abgeben kann, auch wenn das Guthaben leer sei, denn die 112 gelte Europaweit und sei für den Anrufer kostenlos. Auch berichtete Starfinger über die gesetzlichen Bestimmungen der Rauchmelder in Wohnhäusern.

Viele der Jugendliche zeigten sich sehr interessiert, auch als es anschließend darum ging, selbst einmal eine komplette Feuerwehrausrüstung anzuziehen. Zunächst demonstrierte Dominik Lau (ebenfalls Feuerwehr Gittelde), die richtige Reihenfolge beim Anlegen der Schutzkleidung und des Atemgerätes. Bei einem Einsatz hat man dann schon mal zwischen 25 und 30 Kilogramm mehr mit sich herum zu tragen. „Das Tragen der kompletten Ausrüstung kann so anstrengend sein, dass man schon mal an seine Grenzen kommt“, so Starfinger. Deshalb müsse man als Mitglied der Feuerwehr auch alle drei Jahre einen Belastungstest beim Arzt absolvieren. Bei einem Brand können Temperaturen zwischen 200 und manchmal sogar 1000 Grad entstehen, maximal 20 Minuten könne man mit der Sauerstoffflasche im Einsatz sein.

Anschließend erfolgten die praktische Übungen auf dem Außengelände, wo der Kreisbrandschutzerzieher aus Osterode, Benjamin Eisfeld, die Jugendlichen unterwies. Dort konnten die Teilnehmer einen Übungsfeuerlöscher aktiv ausprobieren. Auch wurde die Explosion einer Deospray-Dose demonstriert, da es Sommer im Badezimmern schon einmal zu hohen Temperaturen käme. Noch während der Brandschutzerziehung zeigten sich einige der Jugendlichen so motiviert, dass sie andeuteten, selbst Lust zu haben, Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr zu werden.



Bei einem noch kleinen Feuer im Haus muss im Notfall jeder Handgriff sitzen, wie etwa der richtige Umgang mit einem Feuerlöscher.

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