Sport

07.06.2022

Neuer Meetingrekord und diverse Normerfüllungen


Das 13. Internationale Sparkassenmeeting bot sportlich Alles, was man im Vorfeld erwarten konnte.

(rb) Einen neuen Meetingrekord durch Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen) mit 14,12 m im Dreisprung, zwei Normerfüllungen durch Sara Gambetta (SV Halle) und Julia Ritter (TV Wattenscheid) für die Weltmeisterschaften im Juli in Eugene (USA) im Kugelstoßen sowie zehn erfüllte U20-Normen für die Weltmeisterschaften des Nachwuchses in Cali (Kolumbien) – eine starke Bilanz, die im Jahnstadion Osterode erzielt wurde.

Neele Eckhardt-NoackEinen Meetingrekord in Osterode zu verbessern, ist inzwischen nicht mehr einfach. Die Rekordliste spiegelt viele und teilweise Weltklassenleistungen wieder. Gelungen ist es Neele Eckhardt-Noack, die gleich zu Beginn des Sparkassenmeeting im Dreisprung der Frauen gleich zweimal über 14 m sprang. Mit 14,12 m bestätigte sie ihre tolle Form und verfehlte nur um 20 cm die WM-Norm, das Ticket für die Europameisterschaften in München hat sie aber schon.

Abhaken können dies dafür zwei Kugelstoßerinnen. Die Deutsche Meisterin Sara Gambetta übertraf die geforderten 18,50 m gleich im 1. Versuch um 22 cm und verbesserte damit auch ihre Jahresbestweite auf starke 18,72 m. Bei ihrem selbsterklärten Lieblingsmeeting gelang dies auch Julia Ritter. Nach einer Serie von 18 m-Stößen explodierte sie förmlich im 4. Versuch und verbesserte sich auf 18,60 m – ihre Fahrkarte zu den Weltmeisterschaften! Wenn nicht in Osterode, wo dann? Emotional feierte sie ihren Erfolg auf der Kugelstoßanlage am Ührder Berg.

Der deutsche Nachwuchsbereich – gerade im Wurfbereich – ist gut aufgestellt. Der leitende Bundestrainer Sven Lang zusammen mit dem U20- Bundestrainer Gerald Bergmann strahlten. Sieben Normerfüller im Kugelstoßen und zwei im Diskuswurf sind Grundlage für Medaillenanwärter im folgenden Erwachsenenbereich. Wie eng es dabei zugeht spiegelt das Ergebnis beim Kugelstoßen der männlichen Teilnehmer wieder. Ganze 5 cm lagen zwischen Platz 1 bis 3, Sieger wurde Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) mit 19,98 m vor Philipp Thomas (SV Halle) und Xaver Hastenrath (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen).
Hinter Jonah Chang (Malaysia) konnten ein Tizian Lauria (VfL Sindelfingen) mit 19,37 m und Tilman Engelbrecht (SC Neubrandenburg) mit 19,27 m schon ein wenig Leid tun, sind sie trotz erfüllter WM-Norm von 18,50 m wahrscheinlich nicht dabei beim internationalen Jahreshöhepunkt.

Im Diskuswurf trumpften mit starken Weiten von 65,46 m Marius Karges (Eintracht Frankfurt) und auch Steven Richter mit 63,93 m auf und blieben weit über der WM-Norm von 57,50 m. Der Deutsche Rekordhalter in dieser Altersklasse Mika Sosna (TSG Bergedorf) startete bei den Männern und glänzte mit der 2 kg schweren Diskusscheibe mit herausragenden 61,78 m. Hier blieb Irfan Shamshuddin (Malaysia) mit guten 60,55 m nur Platz 2. Ähnlich stark auch der weibliche Nachwuchs. Über der geforderten WM-Norm von 15 m im Kugelstoßen blieben Siegerin Nina Ndubuisi (SG Schorndorf) mit 15,63 m und Jaqueline Gippner (SC Potsdam) mit 15,40 m.

Ein Hingucker für die Zuschauer war aber auch der Hochsprung. Das 16-jährige Nachwuchstalent Johanna Göring (SV Salamander Kornwestheim) baute teilweise in ihren Versuchen ein Haus über der Sprunglatte und gewann mit Jahresbesthöhe von 1,85 m, WM-Norm in der U20 und auch für die in Jerusalem (Israel) stattfindenden U18-Europameisterschaften. Zweite wurde hier Blessing Enatoh (TSV Spandau) mit 1,78 m – Jahresbesthöhe. Traurig war dafür Meetingrekordhalter Jonas Wagner (Dresdener SC), der sich beim Einspringen an der Ferse verletzte. So siegte unangefochten der Iraner Keyvan Ghanbarzadeh mit 2,15 m vor Nachwuchsspringer Louis Robertz (TV Wattenscheid) mit 2,06 m.

Keinen 20 m Stoß gab es bei den Männern, dafür aber war es spannend. Über den Sieg entschied der bessere 2. Versuch. David Storl (SC DhfK Leipzig) und Scott Lincoln (Great Britain) erzielten beide gute 19,94 m. Publikumsliebling Niko Kappel (VfB Stuttgart) erzielte „nur“ 14,10 m, war mit seiner Leistung nach seinem Weltrekord von 14,99 m aus der Vorwoche nicht zufrieden.

Auf der Laufbahn wurde es schnell über 800 m, wo sich über neue Bestmarken Maximilian Feist (LG Olympia Dortmund) mit 1:49,19 min. und Jonathan Schmidt (AT Karben) mit 1:49,38 min. freuten. Eng ging es auch bei den Frauen zu. Hier strahlten Jasmin Kuehnast (SC Potsdam) über 2:08,15 min. und Julia Swelam (TSV Kirchhain) über 2:08,35 min. genauso, wie über 1500 m-Siegerin Svenja Pingpank (Hannover Athletics) über 4:23,86 min., die Line K Schulz aus Dänemark keine Chance ließ. Über viele persönliche Bestmarken freute sich insbesondere der U18-Nachwuchs in den Mittelstrecken, auch über eine erste Prämie, die sie sich auf den Plätzen 1 – 3 verdienten.  

Hervorzuheben ist noch über 400 m Hürden Siegerin Lea Ahrens (VfL Eintracht Hannover), die in 58,78 sec. nur knapp über den Meetingrekord blieb. Einsame Runden über 5000 m drehte die Äthiopierin Amena Worke, die gute 16,44, 02 min. erzielte. Im Weitsprung siegte mit 7,32 m Samuel Claudy (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und bei der weiblichen U20 Vivien Ernst (SC Neubrandenburg) mit 5,74 m.

Bei den Paralmpics-Startern merkte man Johannes Floors (TSV Bayer Leverkusen) über 100 m an, dass er erst am Vortag aus den USA zurückgekommen ist.  In 11,10 sec. blieb er weit über seinen Möglichkeiten. Schneller war hier in der U18 Lokalmatador Milian Zirbus (LG Osterode) mit 11,08 sec., dem die Konkurrenz fehlte. Mit Applaus wurden alle sieben Para-Sportler in ihren verschiedensten Wertungsklassen vom Publikum bedacht. 

Viel Lob für die Organisation gab es von den Teilnehmern und Trainern, die immer gerne nach Osterode kommen, ist es doch bestens organisiert und bietet eine familiäre Stimmung. Dazu beigetragen haben auch die Stadionsprecher Andreas Möckel und Rico Schwarz. Stolz sein darf die Mannschaft von Meeting-Organisator Rainer Behrens, der nur mit dem schwachen Besuch haderte. Die 40 Kampfrichter und 40 Helfer im Catering und sonstigen Funktionsbereichen haben wieder alles gegeben, leider bleiben trotz glänzender Leistungen die Leute aber lieber daheim. Über 4000 Klicks und weit über 200 Dauergucker des Livestreams (Kulturschmiede Osterode) können sich aber sehen lassen. Zu danken ist der Sparkasse Osterode und Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen als Haupt- sowie den 20 regionalen Sponsoren für ihr finanzielles Engagement, ohne die solch eine Veranstaltung nicht möglich wäre.




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