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23.10.2021

Bürger sollen zur Modernisierung der Grafenquelle gehört werden


Die Grafenquelle soll zukunftssicher werden

...von Petra Bordfeld

Die Mitglieder des Ortsrates Förste trafen sich in der Mehrzweckhalle und durften sich über eine selten zu verzeichnende, große Zahl von interessierten Bürgern freuen. Der Grund dafür lag in dem Tagesordnungspunkt „Änderung zur Aufstellung eines B-Planes am Mühlenteich“. Hinter dieser Formulierung verbirgt sich, dass die Eigentümerin der Grafenquelle, Melanie Peinemann, die Anlage mit einem potentiellen Investor modernisieren möchte.

Der Erste Stadtrat Thomas Christiansen erklärte, dass die Unternehmerin auf die Stadt zugekommen sei, um ihr konkretes Vorhaben, die Modernisierung der in die Jahre gekommene Abfüllanlagen und der Organisation auf dem Gelände, vorzustellen. Denn nur so sei die Zukunft dieses Unternehmens gesichert. Man habe sofort das Gespräch mit dem Landkreis gesucht, weil aufgrund des benachbarten Biotops insbesondere die Naturschutzbehörde eingebunden werden muss. 

Christiansen verwies darauf, dass dieses angestrebte Bauleitplanverfahren ein offenes Verfahren ist. Denn die Belange der Öffentlichkeit, wie beispielsweise der Zu- und Abfahrtsverkehr, seien ebenso wichtig wie etwa die naturschutzrechtlichen Aspekte. Man müsse alles gegeneinander und untereinander abwägen. Bei all dem gelte selbstredend, nicht nur die Flora und Fauna des Biotops aufzunehmen, zu katalogisieren und zu qualifizieren. Auch die mögliche Lärmentwicklung und steigende Belastung der Zufahrtsstraße durch den erhöhten Lieferverkehr müssten Berücksichtigung finden. 

Letztendlich dürfe ein Biotop nicht ohne gewichtige Gründe aufgegeben werden. Wenn es denn ausnahmsweise eine Erlaubnis dafür gebe, müsse ein 100prozentiger Ausgleich geschaffen werden. 
Auf die Anfrage einer Bürgerin, welche Möglichkeiten man als Anwohner hat, verwies der Erste Stadtrat auf die Bürgerbeteiligung. So dürfe ab dem Moment, ab dem der Aufstellungsbeschluss gefasst wird und die Beteiligung der Öffentlichkeit eröffnet wurde, jeder seine Sorgen und Anregungen mitteilen. Wenn diese Anliegen nicht „aus der Luft gegriffen“, sondern schlüssig seien, landeten sie bestimmt nicht im Papierkorb, sondern fänden im weiteren Verfahren Berücksichtigung. Jeder könne sich das Planwerk übrigens im Rathaus anschauen. 

Nicht unerwähnt blieb seitens der Bürger auch der alles andere als gute Zustand der Straße, welcher der voraussichtlichen Mehrbelastung durch die LKW bestimmt nicht lange Stand halten werde. Christiansen betonte, dass sich die Auswirkungen zurzeit noch nicht absehen ließen.

Aus diesem Grund, so Christiansen, könnte sich die Stadt auch eine gezielte Einwohnerversammlung zu dieser angestrebten ersten Änderung des B-Planes vorstellen. Abschließend versicherte er, dass man nicht nur mit der Eigentümerin sprechen werde. Denn aus seiner Sicht mache es Sinn, gleich zu Beginn des Vorhabens seitens der Firma die Bevölkerung unter dem Motto „Achtung, hier passiert was“ mit einzubeziehen. Die möglichen Planungen sollten baldmöglichst den Anliegern bekannt gemacht werden. 
Nach dieser Aussprache wurde die Aufstellung des B-Planes „Mühlenteich“ einstimmig von den Ortsratsmitgliedern angenommen.

Gleiches galt für die Ergänzungssatzung „Klein Förste“. Damit ist das Bauvorhaben eines örtlichen Betriebes umsetzbar.

Zu dem Thema „Baugrundstücke in der Kunstbucht“ ließ Stadtamtfrau Thoskild Lätsch durchblicken, dass es wesentlich mehr Interessenten gibt, als Grundstücke. Stadt und Ortsrat werden zunächst die „Endphase“ abwarten. Dann werde allerdings gegebenenfalls das Los entscheiden müssen, wer dort bauen darf. 

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