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17.07.2021

CNC-Fräse und Roboterarm selbst bedienen


Referent Michael Hoeffer und der Schulleiter Nils Passian v.l.) beim Bedienen des Industrieroboterarmes

Der M+E Infotruck der Stiftung Niedersachsenmetall machte mit einem Cobot und neuem Multimediaangebot Halt an der Oberschule Hattorf

...von Herma Niemann

Über 7.000 freie Ausbildungsplätze gibt es zur Zeit in den rund 48 Metall- und Elektro-Industrie-Berufen in Niedersachsen. Vom Anlagenmechaniker über den Technischen Produktdesigner bis hin zum Zerspanungsmechaniker – in den vergangenen Jahren hat sich eine Fülle von neuen ME-Berufen (Metall und Elekro) entwickelt. Damit sich die achten und neunten Klassen der Oberschule Hattorf (OBS) selbst ein Bild von den zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten machen konnten, machte in der vergangenen Woche an drei Tagen der M+E Infotruck der Stiftung Niedersachsenmetall Halt vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Hattorf. Knöpfe drücken, programmieren, selber ausprobieren, sogar an einer CNC-Fräse, war nicht nur eine gelungene Abwechslung für die rund 80 Schüler, sondern verhalf auch zu einem besseren Überblick.

Die coronabedingte Pause hatte die Stiftung Niedersachsenmetall genutzt, um den Infotruck zu aktualisieren und auf den neuesten Stand zu bringen, wie der verantwortliche Bildungsreferent, Reiner Müller, berichtete. „Unsere Aufgabe ist zu informieren und den Schülern attraktive Möglichkeiten aufzuzeigen“. Auf rund 80 Quadratmetern des Busses informierten die ME-Referenten Rainer Zellmer und Michael Hoeffer über die beruflichen Chancen, im unteren Stockwerk durch ein praktisches Angebot. Mit Hilfe eines Cobots, einem Industrieroboterarm, konnten die Schüler selbst ein Zahnradgetriebe zusammenbauen. An weiteren Stationen konnten sie sich an elektrischen Schaltkreisen, mechatronischen Anlagen und Gewindestangen ausprobieren.

Die CNC-Fräse sorgte aber wohl für die größte Aufmerksamkeit. Nach einer kurzen Programmierung durften sich die Schüler ein individuelles Werkstück aus Alu für ihre Klasse selbst erstellen. „Positiver Synergieeffekt ist“, so Michael Hoeffer „dass hier das Wissen der Schüler, zum Beispiel beim Koordinatensystem, zum Einsatz kommt“. Auch die multimedialen Inhalte an Bord des Infotrucks wurden erweitert. Touchmonitore an den insgesamt fünf Stationen im unteren Bereich boten ergänzende Informationen rund um das jeweilige Themengebiet. Im oberen Bereich ging es hauptsächlich um das theoretische Wissen. Dort berichteten die beiden Referenten unter anderem darüber, wie man durch Filtern seiner Stärken und Schwächen den geeigneten Beruf für sich findet und wie Einstellungstest in Unternehmen ablaufen. Sehr hilfreich sei bei der Wahl des Ausbildungsplatzes auch die neue App „ME-Berufe“, die die Schüler vor, während und auch noch nach dem Truck-Besuch nutzen können. Mit QR-Codes, die sich an den Exponaten befanden, konnten die Jugendlichen an Bord Informationen speichern und zu einem späteren Zeitpunkt in der App wieder aufrufen. „Der Infotruck ist extrem professionell und spricht die Schüler an“, so der Schulleiter der OBS, Nils Passian. Dadurch, dass aufgrund von der Corona-Krise die Praktika für die neunten Klassen ausgefallen seien, würden den Schülern natürlich eigene Erfahrungen fehlen. Weiter berichtete der Schulleiter, dass bei vielen Schülern allerdings handwerkliches Interesse vorhanden sei. Dabei spiele heutzutage auch das Geschlecht kaum noch eine Rolle mehr.


Viel Spaß beim Programmieren der CNC-Maschine im unteren Geschoss des M+E Infotrucks

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In der oberen Etage wurde im Allgemeinen über Ausbildungsberufe und Einstellungstests informiert

 

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