Regionales / SG Hattorf / Wulften

16.03.2021

Brücken und Schützenhaus Wulften sorgten für Gesprächsstoff


So sieht der aktuelle Plan der im Oberen Birkenweg gelegenen Baugrundstücke

...von Petra Bordfeld

Beim Bauvorhaben Schützenhaus Wulften hat es eine Änderung gegeben, welche den Ausschuss für Entwicklung und Finanzen dieser Gemeinde nachdenklich stimmte. Aus Sicht der Mitglieder ist dieses Gebäude letztendlich für Wulften mindestens genauso wichtig, wie für Hattorf das Freibad. Während der Sitzung, in der es auch um die Haushaltssatzung 2021 und andere Themen ging, ließ Arnd Barke, Kämmerer der Samtgemeinde Hattorf, durchblicken, dass sich ein Ingenieur-Wechsel vollziehen wird.

Da der Ingenieur der ersten Stunde aus gesundheitlichen Gründen das Planungshandtuch geschmissen hat, gelte es jetzt, erneut eine Auftragsvergabe in Gang zu setzen. Wenn die Verwaltung fündig geworden ist, werde der neue Mann auch auf die von dessen Vorgänger erarbeiteten Unterlagen zurückgreifen können.

Walter Römernann mahnte an, dass man bereits seit zwei Jahren in Sachen Schützenhaus recht ergebnislos „herumeiere“. Größte Sorgen bereite ihm aber die Tatsache, dass die Förderzusage wohl auslaufe. Es müsse versucht werden, eine Verlängerung beim ARL zu erhalten. Arnd Barke versicherte, dass es mit dem Ausbau des Schützenhauses weitergehen werde. Für die Komplettsanierung dieses Gebäudes seien schließlich 500 000 € für das Haushaltsjahr 2021 fest eingeplant. Bis 2024 seien für die Betriebs- und Geschäftsausstattung insgesamt 12 000 € vorgesehen. Von der Förderseite stünden außerdem  noch einmal 500.000 € zur Verfügung. 

Bei der Sanierung von sieben und der Erneuerung von vier Wulftener Brücken müssen fast 84 000 € eingeplant werden. Dafür vorgesehene Haushaltsmittel müssten das Vorhaben problemlos abdecken, so Arnd Barke. Die Bewertung der Brückenzustände sind bereits 2018  von einem Ingenieurbüro durchgeführt worden, welches in einer Bewertungsliste von 1 bis 4  Noten von 2 bis 3,4 vergeben hat. Sowie die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, könne mit der Sanierung begonnen werden, die Erneuerung der Grabenbrücke Bebergasse, der Fußgängerbrücke Am Schilde und der Fußgängerbrücke Gartenstraße soll aber erst 2022 oder 2023 starten. Da die Sanierung der Brücke Breite Straße unwirtschaftlich ist,  müsse dort ein Ersatzbau her.

Die Arbeiten an der Bimmelbrücke, die 2018 die Zustandsnote 2,8 (noch ausreichender Bauwerkszustand) erhalten hat, sind übrigens wieder aufgenommen worden und sollen laut Aussage des Kämmerers voraussichtlich am 19. März abgeschlossen sein. Dann gelte es noch für den Bauhof einige Arbeiten zu erledigen, wie etwa das Aufstellen von Pollern.

Als die Baumaßnahmen in der Wiesen- und Steinstraße angesprochen wurden, mahnte Bürgermeister Henning Kruse, dass man den Anwohnern bei einer Versammlung versprochen hätte, dass dort erst etwas geschehe, wenn sie damit einverstanden wären. „Wir dürfen sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen  und einem tiefen Griff in deren Geldtasche machen“. 

Der Ausschuss war sich dahingehend einig, dass die Sanierung der Straßenzüge erst dann in Angriff genommen wird, wenn die Kosten dafür abgesichert sind. Der Ruf nach Dorferneuerung war zu vernehmen, man solle versuchen erneut eine Zusage für diese Maßnahmen zu erhalten. Man einigte sich darauf, dass dieses Thema erst einmal in die Fraktionen abgegeben wird, um es dann in der Ratssitzung am  22. März zu besprechen.

Auf die Zahlen des vorläufigen Haushaltsplans 2021 eingehend, legte Arnd Barke offen, dass im Ergebnishaushalt den ordentlichen Erträge in Höhe von rund 1.985 Mio. € Aufwendungen in Höhe von 1.895 Mio. € gegenüberstehen. Beim Finanzhaushalt wiesen die Einzahlungen aus laufenden Verwaltungstätigkeiten 1.807 Mio. € auf, die Auszahlungen dahingegen 1.790 Mio. €. Bei den Grundsteuern A und B sowie der Gewerbe- und Hundesteuer werde es keine Änderungen geben, weil diese ja im vergangenen Jahr entsprechend angepasst wurden.

Der Zurkenntnisnahme des Zahlenwerkes schlossen sich drei Anträge der SPD-Fraktion an. Fraktionsvorsitzender Walter Römermann begann mit der Kita Wulften. Seine Fraktion und auch der Gemeinderat Wulften fordern den kirchlichen Träger auf,  die Kita-Gebühren für die Zeiten der Nicht- beziehungsweise Notbetreuung (ab 14. Dezember 20 bis  März 21)  den Eltern zu erlassen oder zurückzuerstatten. Die Betroffenen sollen damit für die situationsbedingten Belastungen der Corona-Pandemie zumindest in finanzieller Hinsicht entlastet werden.

Der zweite Antrag drehte sich um den Wunsch der Firma Gropengießer GmbH, die im Oberen Birkenweg die Möglichkeit anbieten möchte, individulle Familienhäuser zu bauen, welche der modernen Architektur angepasst seien und schon auf interessierte Kundschaft gestoßen wäre. Wenn der Gemeinderat  diesem Antrag zustimmt, werde die bauausführende Firma die anfallenden Planungsänderungskosten in voller Höhe übernehmen. Auch dieser Antrag wurde in die Fraktionen verwiesen.
Bei dem letzten Antrag der SPD ging es darum, in das Regionale Raumordnungsprogramm für den Landkreis Göttingen (RROP) den nördlichen Teil der Feldflur von Wulften als Landschaftsschutzgebiet aufnehmen zu lassen.

Den Grund dafür offenbarte Dieter Greunig. Das besagte Gelände gehöre schließlich zu den „Osteroder Buntsandsteinbergen“, dessen geologische Vielfalt als besonders eindrucksvoll gelte. Die Landschaft zeichnet sich durch hohe Grünlandteile aus. An einigen nicht zusammenhängenden Bereichen wird Ackerbau betrieben. Zahlreiche Höhen und kleine Waldstücke lockern das Landschaftsbild auf. „Vergleichsbares ist an keiner Stelle der näheren Umgebung zu finden“.
Außerdem gelte dieses Gebiet auch als Lebensraum für den „Roten Milan“. Die Landschaftsvielfalt vergrößere übrigens die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Greifvogel dort auch brüten werde. „Die Naturschutzverbände können weiteres Wissen vermitteln“.

Erwähnt werden  müsse in diesem Zusammenhnag aber auch, das dort zahlreiche Streuobstwiesen, oftmals auch ältere Exemplare, zu finden seien. Damit sei die Aufwertung der Natur stark gestiegen.
„Das aufgezeigte ideale Landschaftsbild kommt dem Ziel nach Naherholung in besonders starkem Maße entgegen. Wanderwege mit sachdienlicher Beschilderung stärken den Wunsch nach erlebter Natur“.
Um dieses Gebiet nun mit seiner einzigartigen Gestaltung zu sichern und vor Eingriffen zu bewahren, bedarf es einer sachgerechten Vorgehensweise. Deswegen soll die Gemeinde Wulften die Anerkennung und Einstufung als Landschaftsschutzgebiet beantragen.

Um die folgenden Bilder vergrößern zu können, müssen Sie eingeloggt sein und ein Eseltreiber-Abo haben:


Der Speukegrund und der...

der Teichbusch sollen Landschaftsschutzgebiete werden.

 

Anzeige