Panorama / Ausflugsziele

12.06.2020

Dreibrodesteine, Hammersteinklippen und Sösestein


Die Dreibrodesteine

Eine kleine Abendwanderung zu den Steinkolossen im Oberharz

von Corina Bialek

Es ist ja ein altbekanntes Phänomen, dass Touristen den Harz oft besser kennen als wir, die wir ihn sprichwörtlich direkt vor der Nase haben. Ich bin da keine Ausnahme. Um den Harz zu erkunden fehlte irgendwie immer die Zeit. Nun, dass kann im Moment als Ausrede nicht herhalten. Also schleppte mich ein Kollege mit auf einem kleinen „Spaziergang“ zu den dicken Brocken im Harz. Schließlich müsse jeder, der im Sösetal wohne, einmal den Sösestein aufgesucht und berührt haben. Bis dato wusste ich noch nicht mal das der existiert.

Aber vorher machten wir noch einen Abstecher zu den Dreibrodesteinen bei St. Andreasberg. Nach einem kurzen Fußmarsch vom gleichnamigen Parkplatz aus erreicht man die drei übergroße Blöcke aus Granit, die durch *Wollsackverwitterung entstanden sind. Aber auch in unmittelbarer Nähe liegen kleinere Granitsteine herum, so als hätten Riesen mit ihnen Boule gespielt.

Einer Sage nach entstanden die Dreibrodesteine aus den drei Broten einer mitleidlosen Frau, die einem hungernden Bergmann die Hilfe verweigerte. Mit den Worten „Meine drei Brote sollen lieber zu Steinen werden“ ließ sie den um Nahrung bittenden Bergmann stehen, worauf die Brote zu riesigen Steinen heranwuchsen und sie in den moosigen Untergrund drückten.

Auf jeden Fall sind sie sehenswert und haben etwas mystisches. Außerdem ist hier auch eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel, nur dumm, wenn das Heft zu Hause liegen geblieben ist. Da muss ich also unbedingt nochmal hin. :-)

Anschließend fuhren wir zum Parkplatz Stieglitzecke, Von hier auch wanderten wir erstmal zu den Hammersteinklippen, die schnell zu erreichen sind und bei guter Sicht einen tollen Ausblick bieten. Der war uns diesmal leider nicht vergönnt. Nur schemenhaft war die Hanskühnenburg und die Sösetalsperre zu sehen. Dann machten wir uns auf zum Sösestein. Er ist nicht weit von den Klippen entfernt, aber die Ausschilderung lässt zu wünschen übrig. Wenn man nicht weiß wo er in etwa liegt, ist er schwer zu finden, denn man sieht ihn eigentlich erst, wenn man fasst davor steht.

Der Weg hinunter zum Sösestein, wenn man ihn überhaupt als solchen bezeichnen kann, ist recht steil und steinig. Das Gemeine ist, man muss ihn auch wieder rauf. Aber der Weg lohnt sich. Er ist schon ein beeindruckender Monolit, der da mitten im Wald steht und natürlich habe ich ihm auch die Hand aufgelegt, so als echte Sösetalerin.


*Die Wollsackverwitterung ist eine besondere Erscheinungsform der Verwitterung von Gesteinen. Durch das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Prozessen entstehen bei der Wollsackverwitterung kantengerundete Gesteinsblöcke, die wie Kissen, Matratzen oder eben Wollsäcke übereinandergestapelt liegen. (Quelle Wikipedia)


Von hier aus bieten sich viele Rundwanderungen an,

Der Stempeökasten an den Dreibrodesteinen

Der Sösestein

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Start am Parkplatz Dreibrode






Aus dieser Perspektive können es wirklich drei Brote sein.






Die Hammersteinklippen




Blick auf die Sösetalsperre









 

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