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02.05.2020

Unterschiedliche Verordnungen für das Tragen von Mundschutz sorgen für Verunsicherung


An mehreren Stellen wurden Verhaltensregeln im Rahmen der Corona-Krise im Schulgebäude der Grundschule in Gittelde aufgestellt. Ebenso auch in Eisdorf

Am Montag starten die vierten Klassen der Grundschule mit dem Unterricht/Zuvor waren Vorbereitungen nötig

...von Herma Niemann

Auch auf die Grundschulen kommt ab der kommenden Woche beim schrittweisen Start eine logistische Meisterleistung zu. Bereits im Vorlauf hat das Team um die Schulleiterin der Grundschule Gittelde mit der Außenstelle in Eisdorf, Iris Keller, alle Hände voll zu tun gehabt, um bestimmte Vorkehrungen zu treffen und die Maßnahmen des Hygiene-Plans auf die beiden Gebäude zuzuschneiden.

Neben den Notbetreuungen werden ab Montag in Eisdorf sechs und in Gittelde zweimal acht Schüler der vierten Klassen im Wechsel wieder den Unterricht aufnehmen. Geplant seien tageweise Wechsel, wie Iris Keller erklärt. Einige kommen montags, mittwochs und freitags, andere dafür dienstags und donnerstags. Bis Ende Mai/Anfang Juni sollen dann auch nach und nach die Klassen drei bis eins wieder zur Schule gehen.

Insgesamt besuchen die beiden Grundschulen 204 Schüler, die von 16 Lehrern unterrichtet werden. Jetzt wurden Abstandslinien gezogen, damit die Schüler nach den Pausen mit Abstand das Gebäude betreten können. Innerhalb des Gebäudes wurden zudem Pfeile am Boden angebracht, denn alle Schüler und Lehrkräfte sollen immer auf der rechten Seite gehen. Als erstes soll am Montag mit den Schülern über die Hygienemaßnahmen gesprochen werden. Dazu gehört neben dem gründlichen Händewaschen nach erstmaligen Betreten des Raumes, nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach Husten oder Niesen auch eine feste Sitzordnung in den Klassen, die nicht verändert wird. In den Klassen besteht natürlich die Abstandspflicht beim Sitzen. Nach 45 Minuten gilt es, für mehrere Minuten eine Stoßlüftung mit vollständig offenen Fenstern vorzunehmen. In den Toilettenräumen dürfen sich maximal zwei Kinder gleichzeitig aufhalten. Auch gehören verstärkte Pausen- und Busaufsichten zu dem Plan. Eine kleine Herausforderung werden wohl auch die Pausen werden, obwohl man von den Viertklässlern, die im Schnitt zehn Jahre alt sind, schon einiges erwarten kann. So dürfen in den Pausen keine Kontaktspiele gespielt werden, wie Fangen oder Fußball. Zu zweit dürfen sich die Kinder nur Bälle zuwerfen und Tischtennis spielen. In den Sandkasten dürfen maximal vier Kinder gleichzeitig, beim Klettern sollen es maximal drei sein. Rutschen, Seil springen, auf Körbe werfen und Slalom laufen darf nur einzeln erfolgen.

Tägliches Reinigen des Gebäudes von der Türklinke bis hin zum WC ist Pflicht.

Die Kinder, die Zuhause lernen, bekommen Aufgaben gestellt, die von den Eltern im 14-tägigen Rhythmus in der Schule abgeholt werden. Auch hier gelten natürlich die Auflagen, so Keller.

Große Verunsicherung bestünde jedoch über die Verfügung des Landkreises Göttingen, die Iris Keller kritisch sehe. Denn darin heißt es unter anderem, dass das Tragen von Schutzmasken auf Schulgrundstücken und in Schulgebäuden außerhalb von Unterrichts- und Verwaltungsräumen vorgeschrieben sei. Das heißt in dem Fall von Gittelde, dass auf dem Schulhof von jedem eine Maske getragen werden muss. In den Unterrichtsräumen und im Sekretariat muss keine Maske getragen werden, dafür aber laut Landkreisverordnung wiederum in den Fluren und auf den WCs. Keller hinterfragt dabei, ob das damit verbundene ständige Auf- und Absetzen des Mundschutzes sich wirklich zum Vorteil der Hygiene erweise oder eher zum Nachteil. „Ganz ehrlich, da stoßen wir an unsere grenzen“, so Keller. Im Hygieneplan des Kultusministeriums steht über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer textilen Barriere, dass diese in den Pausen getragen werden können. Im Unterricht ist das Tragen von Masken nicht erforderlich, da der Sicherheitsabstand gewährleistet ist.

Auf jeden Fall werde man dafür sorgen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, so Keller weiter. Die Kinder, die sich momentan bereits in der Notbetreuung befänden, würden sich vorbildlich und vernünftig verhalten. „Die Kinder sind so vernünftig und wissen von Haus aus schon viel über die Regelungen. Aber irgendwie wird ihnen unter diesen Bedingungen auch ein wenig das normale Kindsein genommen“, betont die Schulleiterin.

Wenn man dem Umstand, dass am Nachmittag der Schulhof zum Spielen gesperrt ist, etwas abgewinnen könne, so Keller, dann dass die im Herbst neu gepflanzten Büsche jetzt gut wachsen könnten. Denn hier und da sei es schon mal vorgekommen, dass jugendliche Radfahrer über die Beete gefahren seien.

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Maximal zwei Kinder dürfen gleichzeitig die Toilettenräume aufsuchen

 

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