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10.09.2019

Wofür ist eigentlich der Baubetriebshof zuständig?


Beim Bauhof der Gemeinde Bad Grund am Bahnhof in Gittelde: Stefan Steingrube, Uwe Schiller, Daniel Krepcke und André Rosenthal (von links)

Fachdienstleiter Uwe Schiller und Bauhofleiter Stefan Steingrube berichten über die vielfältigen Aufgaben

...von Herma Niemann

Warum wird eine Grünfläche in Ordnung gebracht und die andere nicht? Und warum wird im Winter vor diesem Grundstück der Schnee geräumt und bei einem angrenzenden wiederum nicht? Diese oder ähnliche Fragen kommen rund um das Jahr immer wieder aus der Bevölkerung der fünf Ortschaften der Gemeinde Bad Grund.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung berichten Dipl.-Ing. Uwe Schiller, Fachdienstleitung Gebäudemanagement und Leitung Ver- und Entsorgungsbetrieb, und der seit November des vergangenen Jahres neue Baubetriebshofleiter, Stefan Steingrube, über die vielfältigen Tätigkeiten. Immer wieder käme es zu Irritationen in der Bevölkerung, so Schiller. Dennoch sei der Bauhof nicht für private sondern nur für Grundstücke, die der Gemeinde gehören, zuständig. Das könne dann im Winter schon mal merkwürdig aussehen, wenn beispielsweise ein Teil eines Fußwegs geräumt, das nächste nicht und das darauffolgende wiederum geräumt sei. Hier komme schon einmal die Anregung „das kleine Stück hätten die Mitarbeiter ja auch mit machen können“. Aber wenn man das machen würde, würde das vermutlich jeder Einwohner beanspruchen. Die insgesamt elf Mitarbeiter würden sehr effizient und nach einem festgelegten Konzept arbeiten. Aufgrund des abgeschlossenen Zukunftsvertrages mit dem Land Niedersachsen sei die Gemeinde dazu gezwungen, effektiv mit ihren Haushaltsmitteln umzugehen. Dennoch hätten Tariferhöhungen bei den Angestellten stattgefunden. Momentan könne man das begrenzte Budget noch mit der modernen Bauhof-Technik und effizienterer Organisation abfangen. „Auf Dauer wird es jedoch eng, das Budget für den Baubetriebshof ist nicht gestiegen“, betont Schiller.

In der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses legte Schiller einen Bericht über die Arbeiten des Baubetriebshofs vor. Grünpflege- und Schredderarbeiten, das Beheben von Rohrbrüchen, diverse Reparaturarbeiten zum Beispiel in Kindergärten, die Aufstellung von Spielgeräten, Straßenflick im gesamten Gemeindegebiet. Nur einige Beispiele, die im Laufe des Jahres anfallen. Auch das Reinigen der sogenannten Vorfluter und der Straßenabläufe erfolgt durch die Mitarbeiter. Ein gesamter Durchlauf im Gemeindegebiet dauert rund acht Wochen. Zu den Aufgaben des Bauhofs gehören auch die gemeindeeigenen Friedhöfe. Hier werden die Vor- und Nacharbeiten bei Beerdigungen erledigt, wie etwa der Grabaushub. Das finde auch schon einmal an den Wochenenden statt, so Schiller. Im Jahr habe man ungefähr um die 100 Bestattungen aller Arten. Auch die Rasenflächen, Hecken und Bäume müssen auf den Friedhöfen in Windhausen, Badenhausen, Bad Grund, Willensen und Eisdorf gepflegt werden.

Im Winter habe selbstverständlich der Winterdienst Priorität. Dazu werden Mitarbeiter des Bauhofs ab drei Uhr morgens zur Bereitschaft eingeteilt. Je nach dem Schneeaufkommen, werde ab fünf vier Uhr herausgefahren. Meistens beginne man in der Bergstadt Bad Grund aus einem wichtigen Grund. Der Ort liegt höher als die anderen, deshalb ist dort meistens mehr Schnee vorhanden, der auch eher liegenbleibe als in den tiefer gelegenen Ortschaften. Ein Salzlager befindet sich in einer Halle im Bauhof am Bahnhof in Gittelde. Es würden jedoch Planungen laufen, ein großes Silo anzuschaffen, da die damit einhergehende automatisierte Beladung mit Salz einfacher und effektiver sei. „Das würde den Mitarbeitern viel Zeit verschaffen“, betont Schiller.

Was den Fuhrpark anginge, würden die drei vorhandenen Multicars sukzessive ausgetauscht. Bestellt sei inzwischen auch das große Räumfahrzeug, ein Unimog, der auch für den Containerdienst zum Einsatz kommen soll. Im Frühjahr wird auch der Radlader ausgetauscht werden, dieser sei inzwischen 20 Jahre alt. Bei der Gelegenheit richtete Schiller ein großes Lob an die Bauhof-Werkstatt. Der Mitarbeiter habe hohe Qualitätsansprüche an seine Arbeit und sei erst zufrieden, wenn alles richtig funktioniere.

In den Ortsräten wird alljährlich auch das Grünpflegekonzept der Gemeinde diskutiert. Darin wird die Pflege der Grünflächen in der Gemeinde geregelt. „Das ist ein lebendes Dokument“, so Steingrube, das jedes Jahr fortgeschrieben werde. Leider nehme die Bereitschaft bei den Anwohnern, sich um Teilstücke der Gemeindeflächen zu kümmern, merklich ab. Immer mehr öffentliche Flächen, die Jahrzehnte durch Anwohner gepflegt wurden, fallen in den Zuständigkeitsbereich des Baubetriebshofs zurück. Auf Grund der Altersstruktur können oder wollen viele Bürger diese Flächen nicht mehr pflegen. „Dementsprechend haben wir natürlich auch mehr zu tun. Die Arbeit ist sehr vielseitig und abwechslungsreich“, berichtet Steingrube, der sich über das gut eingespielte Team freut. Auf jeden einzelnen Mitarbeiter könne man sich zu 100 Prozent verlassen, und das Team würde jeden Vergleich mit externen Dienstleistern bestehen. Im Bauhof herrsche ein sehr gutes Arbeitsklima, kaum einer käme morgens mit schlechter Laune zur Arbeit. Und, die Mitarbeiter würden sogar in ihrer Freizeit mit offenen Augen durch die Gemeinde fahren. Dann würden schon mal am nächsten Tag Zettel mit Notizen auf den Plan kommen, was man hier und da noch erledigen könnte. Dennoch könne man nicht überall seine Augen haben, weswegen man auch für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar sei.

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Das Reinigen der Schlammeimer der Straßenabläufe in der gesamten Gemeinde Bad Grund dauert rund acht Wochen

Der Friedhof in Bad Grund: Zu den Aufgaben des Baubetriebshofs gehört auch die Pflege der Gemeinde-Friedhöfe

 

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