Kultur / DKKD 2019

26.08.2019

Augen und Ohren auf für Neues


Letzter Instinkt und Haxe spielten beim DKKD

von Christian Dolle

Bildende Kunst, die in alten Häusern präsentiert wird. Klingt ziemlich unspannend? Na gut. Wie wäre es dann damit: Lost Places mitten in der Stadt, darin und drum herum außergewöhnliche Objekte und Events, die es so nur einmal gibt. Hört sich schon besser an, oder? Noch besser war es, das DKKD-Festival in Osterode live mitzuerleben.

DenkmalKunst – KunstDenkmal, das Geheimnis dieses Festivals liegt eindeutig in der künstlerischen Vielfalt, die es in den Tagen zu sehen gab und die sich auch nicht hinter den Angeboten einer Großstadt verstecken müssen. Ebenso wie es hinter vielen sonst verschlossenen Türen so einiges zu entdecken gab, waren auch viele Maler, Bildhauer und andere Künstler aus der Region dabei, die viele vielleicht noch nicht kennen und auf diesem Wege entdecken konnten.

Wichtig bei einem solchen Festival ist es ja immer, möglichst alle Zielgruppen mit einzubinden, es gibt immer diejenigen, die sowieso bei jeder Veranstaltung in Osterode mit dabei sind, und ebenso andere, die sich lieber wegducken und hinterher behaupten, hier sei ja nie etwas los. Die einen erreicht man ohnehin, die anderen trotz aller Bemühungen nicht. Neue Zielgruppen lassen sich relativ leicht über Kindergärten und Schulen erschließen, denn wenn die Kinder beteiligt sind, kommen Eltern und Großeltern oft wenigstens mal gucken. Wieder andere erreicht man, indem während des Festivals auf der Straße und in den sozialen Netzwerken darüber gesprochen wird.

All das hat das DKKD-Team absolut richtig gemacht. Nicht nur im Eseltreiber wurde über vieles berichtet, auch in vielen Gesprächen hörte man dieser Tage immer wieder: „Das musst du dir unbedingt mal ansehen, das lohnt sich wirklich!“

Und noch etwas hat das Festival absolut richtig gemacht, nämlich die Musikauswahl. Zum einen gab es auch hier alles, was die Region so zu bieten hat, zum anderen wurde eben auch die Jugend nicht vergessen. Mit „Letzter Instinkt“ und „Haxe“ traten am alten Kino zwei junge Bands auf, die sozusagen für die nächste Generation stehen und der älteren Generation zeigten, was die so drauf hat.

Bei „Letzter Instinkt“ fallen insbesondere Mariella und Silvester auf, die sich durch ihre Duette von vielen anderen Nachwuchsbands unterscheiden und damit schon jetzt eine Art Alleinstellungsmerkmal haben. Das kam gut an und weckte durchaus Hoffnungen, dass es bald wieder eine junge Musikszene in Osterode geben könnte.

Ebenso begeisterten „Haxe“ mit eher härteren Sounds aus der Alternative Rock/Punk-Ecke und originell-Frechen Texten, am Ende aber am Ende auch mit ganz leisen Tönen und einem sehr emotionalen Abschluss an der Bühnenkante, der ihrem Publikum wohl noch lange in Erinnerung bleibt.

Ohnehin ist beiden Bands zu wünschen, dass sie noch lange in Erinnerung bleiben, ebenso wie dieses gelungene Festival voller Überraschungen. Solche Dinge dürfen sich gerne etablieren und die Stadt, in der ja nie etwas los ist, auch in Zukunft um Aha-Momente und neue Zugänge zu Kunst und Kultur wie auch zu einigen Lost Places, die nicht in Vergessenheit geraten sollten, bereichern.






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