Panorama / Ausflugsziele

27.07.2019

Mitten in der Stadt verborgene Rätsel


Osterode bietet mit dem Detektiv-Trail einen spannenden Stadtrundgang an

von Christian Dolle

Der Mühlengraben, von dem ein Teilstück gerade am Johannistor freigelegt wurde, war einst eine wichtige Lebensader für die Industriestadt Osterode. Zahlreiche Mühlen wurden vor dem Siegeszug der Elektromotoren von ihm angetrieben, doch wie viele gab es genau entlang des von der Söse abgeleiteten Grabens?

Um das herauszufinden zählen Jette und Felix die Straßenlaternen entlang eines Wegabschnittes auf dem Detektiv-Trail durch die Stadt. Gemeinsam mit ihren Eltern Tanja und Dirk haben sie sich auf den Weg gemacht, ihre Heimatstadt einmal völlig neu zu erkunden. Das Angebot gibt es seit Anfang dieses Monats und Familie Wittenberg gehört zu den ersten Gruppen, die sich auf die Spur der mitten in der Stadt verborgenen Rätsel machen.

Start ist an der Touristinformation, wo den vier Hobbydetektiven von Monika Wendt erklärt wird, worum es geht. Na gut, eigentlich muss gar nicht viel erklärt werden, denn der Vorteil dieser neuen Erlebnis-Stadtführung ist ja gerade, dass Familie Wittenberg nicht nur zu einer beliebigen Zeit starten kann, sondern sich alles entweder per App „MyCityHighlight Detektiv Trail“ oder in einer auf Papier gedruckten Variante selbst erklärt.

Sehr genau umsehen

In diesem Fall dürfen beide Versionen getestet werden, wobei sich interessanterweise Papa Dirk fürs Smartphone und Tochter Jette für altmodisches Papier entscheidet. Schon wenig später geht es los und dann gleich um die Stadttore Osterodes, zu denen eine Rätselaufgabe gestellt wird. Geschichtliche Informationen werden also so verpackt, dass sie Spaß machen.

Besonders auffällig dabei: Um die Rätsel zu lösen, müssen sich die Teilnehmer sehr genau in der Umgebung umsehen, nicht nur bei dieser ersten, sondern auch bei einigen weiteren Fragen. „Eigentlich gehe ich ja jeden Tag daran vorbei, aber ehrlich gesagt habe ich noch nie darauf geachtet“, stellt Mama Tanja sogar mehrfach fest. Also selbst für Osteroder sind die Fragen nicht zu leicht zu beantworten.

Umgekehrt sind sie aber auch nicht zu schwer oder besser gesagt, sie erfordern kein historisches Wissen, weshalb Jette und Felix die Lösung oft sogar schneller finden als ihre Eltern. Dazu sollte fairerweise auch erwähnt werden, dass bei strahlendem Sonnenschein völlig altmodisches Papier durchaus praktikabler ist als ein spiegelndes Handydisplay, aber sowas weiß eine Generation, die noch zur Schule geht natürlich viel besser als ihre in moderne Technik verliebten Eltern. Auch muss angemerkt werden, dass Felix, der eigentlich am Anfang die obligatorische pubertäre Unlust mit sich herumschleppte, diese mehr und mehr ablegt und stattdessen den Triumph genießt, den Eltern ihre Heimatstadt zu erklären.

Altersunabhängige Rätsel

Zwischendurch überlegen die Wittenbergs, dass das Angebot ja auch etwas für Jettes Kindergeburtstag sein könnte oder für Schulklassen oder auch für erwachsene Besucher, denen man Osterode mal auf originelle Art und Weise zeigen möchte. Die Rätsel jedenfalls fallen insbesondere dadurch auf, dass sie vollkommen altersunabhängig sind. Mal gilt es, dem Blick des Eseltreibers zu folgen, dessen tragende Rolle bei der Versorgung der Harzorte natürlich auch erklärt wird. Und mal muss das Schlüsselloch am Museum im Ritterhaus ganz genau unter die Lupe genommen werden.

Anhand der Fragen werden die Wittenbergs auf teils verschlungenen Wegen durch die Stadt geleitet, eben auch am Mühlengraben entlang und entdecken immer wieder Details, die sie noch nicht kennen. Von der Schlosskirche geht es schließlich in Richtung Schwimmbad, denn dort wartet eine Schatzkiste, die sich aber nur mit dem richtigen errätselten Code öffnen lässt. Den müsste Jette auf dem Papier leider selbst aus den gesammelten Antworten errechnen, doch wozu hat sie denn ihren Vater und dessen Smartphone dabei. Die App rechnet nämlich selbst und so ist das Schloss schnell geknackt und die Schatzkiste geplündert.





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