Kultur / Vorgemerkt

09.07.2019

Mordsharz zum zweiten Mal in drei Bundesländern


Ausgewogenes und hochkarätiges Programm fürs Harzer Krimi 2019

...Christian Dolle für Mordharz

Ein Festival – vier Orte – drei Bundesländer. Das Mordsharz-Krimifestival ist über die Jahre immer weiter gewachsen, internationale Bestsellerautoren kommen inzwischen in den Harz, um aus ihren aktuellen Krimis und Thrillern zu lesen, seit dem vergangenen Jahr ist auch Nordhausen, also Thüringen, mit dabei und es gibt inzwischen einen eigenen Krimipreis, den Harzer Hammer.

All das ist aber nur die eine Seite. Noch immer nämlich ist Mordsharz ein Herzensprojekt der Organisatoren, die nach wie vor viel Wert auf tolle Autoren, großartige Bücher, eine unverwechselbare Atmosphäre und ein äußerst ausgewogenes Programm legen.

So natürlich auch in diesem Jahr. Wieder einmal sind bekannte Namen mit dabei sowie jene Bücher, über die diskutiert wird und einige spannende Neuentdeckungen. Kurz: alles, was das Genre zu bieten hat. Um die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise geht es in Marc Elsbergs gesellschaftspolitischen Thriller „Gier“. Deutlich humorvoller geht es dagegen bei den „Bullenbrüdern“ von Hans Rath und Edgar Rai zu, obwohl natürlich auch sie es mit einem Mord zu tun bekommen. In Su Turhans „Siedlung“, die eigentlich ein hochtechnisiertes Paradies für ihre Bewohner sein soll, ist es auch nicht so sicher, wie es auf den ersten Blick scheint, und im Thriller „Harz“ von Ane Riel führt die Protagonistin ein von der Außenwelt abgeschirmtes Leben in einem Container.

Dabei sind das nur einige der Bücher, die die Autoren vom 11. bis 14. September in Wernigerode, Goslar, Herzberg und Nordhausen lesen. Am Mittwoch ist Mordsharz wieder auf dem Schloss in Wernigerode zu Gast, am Donnerstag in Goslar im Weltkulturerbe Rammelsberg, w mit Susanne Mischkes „Blank Space“ wieder einmal eine Weltpremiere auf dem Programm steht. In Herzberg wird am Freitag wieder im Welfenschloss gelesen und in Nordhausen öffnet am Samstag der Tabakspeicher zum zweiten Mal seine Türen.

Zum zweiten Mal wird bei Festival auch der Nachwuchspreis „Harzer Hammer“ verliehen, an wen, das ist natürlich noch streng geheim, da sich die Organisatoren Christoph Lampert, Roland Lange, Andreas Sack und Christian Dolle wieder durch viele interessante Einreichungen lesen mussten und als Jury natürlich auch das beste Buch auswählen wollen. Im vergangenen Jahr stand relativ eindeutig Christof Weigold als Preisträger fest, der mit seinen in den 1920er Jahren in Hollywood spielenden Krimis tatsächlich etwas ganz Neues schrieb, was es so zuvor noch nicht gab.
Inzwischen ist Weigolds zweiter Band „Der blutrote Teppich“ erschienen, mit dem der Preisträger vom vergangenen Jahr das diesjährige Festival eröffnen wird. Somit wird er es dann auch sein, der dem diesjährigen Gewinner im Rahmen der Eröffnungsgala den „Harzer Hammer 2019“ überreichen wird.

Bleibt noch zu erwähnen, dass auch alle anderen Autoren und Romane mit Bedacht ausgewählt wurden und eigentlich für jeden Krimifan etwas dabei sein sollte. So könnte sich beispielsweise die Schweizerin Christine Brands „Blind“ mit einer blinden Hauptfigur als Geheimtipp erweisen. Und auch die Lesung mit dem Norweger Ingar Johnsrud wird ihre Fans finden, allein schon, weil den deutschen Part wieder einmal der inzwischen fast schon zur Mordsharz-Familie gehörende Dietmar Wunder (er leiht seine Stimme Bond, James Bond) übernimmt.

Auf jeden Fall lohnt sich der Blick ins Programm und auch auf die Website www.mordsharz-festival.com, wo es weitere Informationen zu den Autoren, den Büchern, den Orten und den Tickets gibt.


Das vollständige Programm:

Mittwoch, 11.09.:
Eröffnungsgala, Schloss Wernigerode, Schlosskirche
18:30 Uhr, Christof Weigold "Der blutrote Teppich"
20:00 Uhr, Ane Riel/Uve Teschner "Harz"
Preisvergabe "HARZER HAMMER"

Donnerstag, 12.09.:
Weltkulturerbe Rammelsberg, Goslar
18:00 Uhr, Frank Goldammer "Roter Rabe"
19:30 Uhr, Susanne Mischke "Blank Space" - WELTPREMIERE!
21:00 Uhr, Su Turhan, "Die Siedlung - sicher bist Du nie"

Freitag, 13.09.:
Welfenschloss Herzberg, Rittersaal
18:00 Uhr, Gunnar Kunz "Schwarze Reichswehr"
19:30 Uhr, Christine Brand "Blind"
21:00 Uhr, Marc Elsberg "Gier"

Samstag, 14.09.:
Tabakspeicher Nordhausen
18:00 Uhr, Hans Rath & Edgar Rai "Bullenbrüder: Tote haben keine Ferien"
19:30 Uhr, Hazel Frost "Last Shot"
21:00 Uhr, Ingar Johnsrud/Dietmar Wunder "Der Verräter"

Das Programm als PDF zum Download.


Marc Elsberg bei seinem letzten Besuch 2014 im Rammelsberg

v.l.: Christoph Lampert, Christian Dolle, Roland Lange

 

Anzeige