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15.06.2019

MGV Elbingerode feierte mit Freunden des Chorgesangs


Der MGV „Eintracht“ Elbingerode mit dem Wirtsehepaar Monika und Heinz Bode

...von Petra Bordfeld

„Wenn wir über die Kulturgüter der Menschheit sprechen, haben wir oft imposante Bauwerke vor Augen. Dabei verlieren wir oftmals ein Kulturgut aus den Augen, welches die Menschheit von Anfang an prägte, wie kein zweites: den Gesang“, Worte von Mario Bauer, dem ersten Vorsitzenden des MGV „Eintracht“ Elbingerode, die er während der Jubiläumsfeier des 150 Jahre alten Chores der großen Zahl der Festteilnehmer zu Gehör brachte.

Denn in die St. Petri-Kirche zu Elbingerode, die zu einem gut gefüllten Konzertsaal umfunktioniert wurde,  hatten sich neben dem Gastgeber, auch Sängerinnen und Sänger der „Dream Singers“ aus Hattorf, des AGV „Sängerlust“ Hattorf, der Singgemeinschaft MGV „Concordia“ Pöhlde und MGV Herzberg sowie dem MGV „Freundschaft“ Schwiegershausen auch zahlreiche Freunde des Chorgesanges eingefunden.

„Singen vereint Menschen, Völker und Nationen in der ganzen Welt“, so der Redner weiter. Das beste Beispiel sei für ihn der Weihnachtsfrieden, der während des Ersten Weltkrieges 1914 zwischen deutschen und englischen Soldaten geschlossen wurde. Sie legten am 24. Dezember ihre Waffen nieder und stimmten „Stille Nacht, Heilige Nacht“  („Silent Night“) an. Improvisierte Weihnachtsbäume wurden errichtet und spontane Weihnachtsgottesdienste gefeiert. Dieses Ereignis mache doch sehr deutlich, was Gesang zu schaffen vermag.

Im Gesang könne man auch Gefühle ausdrücken, wie in kaum einer anderen Art und Weise. Denn es fände sich immer das passende Lied für Freude, Trauer, Sehnsucht, Heimweh, Verzweiflung oder Hoffnung. „Und Frauen sowie Männer, bewahren mit ihrem wöchentlichen Treffen zum Singen eines der wichtigsten und ältesten Kulturgüter der Menschheit“.

Letztendlich sei es aber zwei mutigen Vorständen und den Sangesbrüdern des AGV „Sangeslust“ Hattorf und des MGV „Eintracht“ Elbingerode zu verdanken, dass zwei Männergesangsvereine nicht untergegangen, sondern als Singgemeinschaft MGV „La Musica“ vor bereits zehn Jahren auferstanden sind.

Bürgermeister Helmuth Otto ließ es sich in seinem Grußwort nicht nehmen, seine Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, dass so viele Menschen sich diesen denkwürdigen Tag, das Jubiläum des MGV Elbingerode,  nicht entgehen lassen wollten. Er verwies darauf, dass es in der heutigen Zeit nicht einfach wäre, so eine lange Tradition aufrecht zu erhalten. Aber zwei Männergesangsvereine hätten die Weichen dafür gestellt - auch wenn nicht, wie beim Fußball, riesige Ablösesummen geflossen wären. Viel wirksamer sei das  regelmäßige Treffen zum gemeinsamen singen. „Mit der Gründung der Singgemeinschaft MGV La Musica habt ihr etwas so gut hinbekommen, was nicht zu überhören ist“. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass diese Tradition weiter geführt werden kann.

Hausherr Pastor Hillard Heimann gratulierte  im Namen des Kirchenvorstandes und auch ganz persönlich. „Seit 150 Jahren wird in Elbingerode gesungen, musiziert, gefeiert und gelacht“. Es sei eine Zeit, die  durch alle Höhen und Tiefen führte, in der viele tradionsreiche Gesangsvereine hätten aufgeben müssen. „Dass ihr noch da seid, freut uns sehr“. Pastor Heimann ließ es sich auch nicht nehmen,  Chorleiter Detlef Brauer dafür zu danken, dass er die Sänger zweier Chöre musikalisch zusammenschweißt hat und neue Töne entlockt. Ebenso dankte er den Vorständen und  Sängern dafür, dass sie durch ihre Zusammenarbeit alles so hinbekommen haben.
Abschließend wünschte er sich, dass  alle weiterhin Freude am Singen haben mögen, der Nachwuchs nicht ausgeht und die Phantasie bleibt. „Damit wir euch weiter hören können“.

Nach dem gesprochenen Wort gehörte alle Aufmerksamkeit dem Gesungenen aus dem ein bunter Strauß von Melodien werden sollte, der alle faszinierte. Durch die Welt der Musik führte übrigens „Reiseleiter“ Jürgen Brakel.

Der MGV „La Musica“ wusste schon mit seinem Begrüßungslied zu überzeugen. Das Faszinationsbarometer stieg weiter nach oben, als die Sänger „Dschinghis Khans“ 1979  vorgestellten Hit „Moskau“ anstimmten, und dann ganz spontan für ein Geburtstagskind Oswald Sattlers „Bajazzo“ erklingen ließen.
 
Die „Dream Singers“ aus Hattorf servierten unter Leitung von Detlef Brauer zuerst ein stimmungsreiches Medley, um dann mit dem international bekannten, beliebten und 1958 von dem Gesangsquartett „The Chordettes“ in die Hits gebrachten Song  „Lollipop“ zu sorgen, dass keiner mehr still sitzen konnte.
 
Die Singgemeinschaft MGV Pöhlde und MGV Herzberg wiederum wusste unter der Leitung von Jana Getz mit „Seemann, deine Heimat ist das Meer“, dem Lied, welches  von Lolita 1960 veröffentlicht wurde und ein gern gehörter Oldie geworden ist sowie Udo Jürgens „Griechischer Wein“ zu überzeugen.
 
Der MGV „Freundschaft“ aus Schwiegershausen stach unter Leitung von Swetlana Gauks in die See, und so fehlte zur Freude aller auch nicht „Santiano“ der Hit der gleichnahmen Gruppe aus Norddeutschland.
 
Nachdem der letzte Ton – auch der des Beifalls – verklungen war, machten sich alle auf dem Weg vom Gotteshaus in die Gaststätte „Zur Weintraube“. Dort wartete eine Kaffeetafel darauf, „erstürmt“ zu werden. Nach dieser Geburtstagsfeier schlossen Monika und Heinz Bode  die Eingangstür der „Weintraube“ für immer ab.


Der MGV „La Musica“ eröffnete das Geburtstagskonzert des MGV „Eintracht“ Elbingerode

Elbingerodes Bürgermeister Helmuth Otto (re.) gratuliert dem ersten Vorsitzenden des MGV „Eintracht“ Elbingerode, Mario Bauer

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Die „Dream Singers“ überbrachten auch in Lieder verpackte Geburtstagsgrüße

Die Singgemeinschaft MGV Pöhlde und MGV Herzberg trat auch in elbingerode auf

Der MGV „Freundschaft“ Schwiegershausen erhob während des Jubelfestes auch seine Stimmen

 

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