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24.05.2019

Tennisclub Wulften wusste zu feiern


von Petra Bordfeld

Was vor 51 Jahren in der Halle einer ehemaligen Steppdeckenfabrik begann, fand seine Fortsetzung in sechs Plätzen, und feierte jetzt sein 50jähriges Bestehen. Die Rede ist vom Tennisclub Wulften (TCW), dessen Gründungsvater genau den Nachnamen trägt, wie die Straße, an welcher die Anlage gelegen ist: Waßmann. Der heutige erste Vorsitzende heißt ebenso. Nur ist sein Vorname Benjamin, während der Mann der ersten Stunde Hermann hieß, aber als „Weißer Blitz“ fast bekannt war.

Der heutige Vorstand wollte die ersten erreichten 50 Jahre in der Vereinsgeschichte nicht einfach so vergehen lassen. Deswegen hatte er zu einem großen Fest auf der Tennisanlage eingeladen. Und es waren nicht „nur“ viele Mitglieder und Freunde des TC Wulften, sondern auch zwei besondere Gäste gekommen.

Zuerst erschien der bekannte deutsche Tennis-Sportjournalist Matthias Stach. Nachdem er seine herzlichen Glückwünsche übermittelt hatte, nahm er seinen Tennisschläger in die Hand, um zuerst der Jugend den richtigen Umgang mit Ball und Schläger zu zeigen, und dann den Erwachsenen auf den Zahn zu fühlen. Bevor er sich verabschiedete, signierte er noch eine große Zahl an Fußbällen, die es während der bunt gemischten Tombola zu gewinnen gab. Der zweite Mann war der erste Vorsitzende des Tennisverbandes Südregion Niedersachsen, Steffen Rauch. Er war aber nicht nur gekommen, um dem TCW zu gratulieren, sondern auch einem Mitglied, einem wahren „Jungen für alles“, zu ehren. Er bat nämlich Hermann Hesse zu sich, um ihm die silberne, vergoldete Ehrennadel und eine Urkunde zu überreichen. Da waren aber auch die anderen Wulftener Vereine die gratuierten. Mitglieder des Fan-Clubs Harzer-Bazis 2013 taten dies übrgiens damit, indem sie dem gesamten TCW-Vorstand eine Urkunde und einen inhaltsreichen Tennisball überreichten.

Zwischen diesen Highlights lagen die kurze, offizielle Begrüßung seitens des ersten Vorsitzenden, Benjamin Waßmann, und der interessante Ausflug in die Entstehungsgeschichte des Jubilars, zu welcher Hermann Waßmann eingeladen hatte. Der erinnerte daran, dass alles in einer Halle begonnen hatte, doch dem Asphalt und dem Bollerofen folgte bald die Außenanlage, die zuerst über zwei Plätze verfügte. In dem Vereinsheim gab es sogar Duschen, und das heutige Kaminzimmer war der Clubraum. Otto Gropengießer, der Mäzen, Ratgeber und sehr guter Tennisspieler, war für den Club eine wichtige Persönlichkeit. Er sorgte in Zusammanarbeit mit den Vorständen dafür, dass es erst vier und dann sechs Plätze, die Tennishalle und das große Clubhaus gab. In den 80er Jahren sorgten Boris Becker mit dem Wimbledon-Sieg und Steffi Graf mit dem Grand Slam auch in Wulften dafür, dass der TCW fast 500 Mitglieder zählte. Wichtiger Faktor dabei war allerdings, dass für Gropengießer der Breitensport ganz oben stand, und von Aufnahmegebühren nichts wissen wollte.

Aber auch die sportliche Entwicklung hätte sich sehen lassen können, so der Zeitreisende. Allein die Clubmeisterschaften wurden nicht selten auf 32 Feldern ausgetragen, Kreismeisterschaften waren ebenso zu verzeichnen, wie die großen Jugendturniere mit internationaler Besetzung. Da der Breitensport weiterhin groß geschrieben wurde und wird, entwickelte sich das Geburtstagskind zu einer Begegnungssstätte für Familien. Allerdings hat die Trendwende in den zurückliegenden 20 bis 25 Jahren auch vor dem TCW kein Halt gemacht, was zu Mitgliederschwund führte. Trotzdem wird weiter Jugendarbeit aktiv betrieben. „Das ist schließlich unserer Zukunft“. Auch gibt es weiterhin Turniermannschaften und nationale Jugendturniere. „Stellen wir uns den Veränderungen und gestalten die Zukunft“.

Dass dieser Aufruf schon längst erhört wurde, mache der junge, engagierte Vorstand deutlich, der bereit ist, sich Veränderungen zu stellen und Lösungen nicht nur sucht, sondern auch findet und umsetzt, so HermannWaßmann. Tennis sei letztendlich ein wunderbarer Sport, der Konzentration, Willensstärke und Durchsetzungsvermögen förderte und fördern wird. „Denn Tennis kann ein Leben lang gespielt werden“.
Waßmann dankte all denen, die den TCW geprägt haben und wünschte eine glückliche Zukunft.


Der amtierende Vorstand mit Männern der ersten Stunde.

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Benjamin Waßmann, Matthias Stach und Tobias Rusteberg im Gespräch.

Matthias Stach signierte keine überdiemnsionalen Tennis- sondern gelbe Fußbälle.


Hermann Waßmann ludt zu einer Zeitreise ein.

Hermann Hesse (li.) und Steffen Rauch.

Der Fanclub überreicht einen inhaltsreichen Tennisball

 

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