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22.05.2019

Erfolgreiche Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt


Marc Weber (links) mit Dachdeckermeister Mark Renner

von Ralf Gießler

Trotz Fachkräftemangels ist es für junge Leute mit Beeinträchtigungen nicht leicht, einen Ausbildungsplatz zu finden, der auch ihren Talenten entspricht. Nur wenige Menschen mit Handicap, besonders die mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung", haben Chancen, eine Ausbildung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu beginnen. Umso schöner, wenn Eigeninitiative des Schülers Marc Weber, gepaart mit Unterstützung von der Lehrkraft und Bereitschaft vom potentiellen Lehrherrn, schlussendlich zum Erfolg führen.

"Ich habe Marc 2006 in der Kooperationsklasse der Schule am Kastanienplatz an der Nicolaischule eingeschult und ihn mehrere Schuljahre als Lehrkraft begleitet. Zuletzt war er 2018 bei mir in der Abschlussstufe in der Kooperationsklasse an der OBS Herzberg", erklärte Stefan Bormann. Nach einem absolvierten Praktikum beim Dachdeckermeister Mark Renner in Hattorf, hat Marc das Angebot bekommen, seine Lehre im Betrieb fortzusetzen. "Es folgen aber noch Gespräche, zu welchem Zeitpunkt Marc beginnt. Dass er mich als Ratgeber mit hinzugezogen hat, zeugt von seinem tiefen Vertrauen und freut mich sehr", sagte Stefan Bormann froh.

Auch der angehende Auszubildende nebst seinem zukünftigen Chef, Mark Renner, sind glücklich über diese Entwicklung. Bormann, der als Koordinator für die berufliche Orientierung beim Übergang Schule-Beruf verantwortlich ist, machte auf die besonderen Schwierigkeiten aufmerksam, seine "Schützlinge" zu vermitteln: "Durch den hohen Theorieanteil bei den Ausbildungsstellen haben sie kaum eine Chance die Lehre zu beenden, obwohl es gerade im praktischen Teil passen würde. Viele Menschen mit Beeinträchtigungen haben Stärken, die sie leider nicht zeigen können bzw. dürfen. Es ist schwer, gerade hier im ländlichen Raum, passende theoriereduzierte Fachpraktikerausbildungen zu finden, die auch den Interessen der Schüler entsprechen."

Es gebe zwar viele Unterstützungsmöglichkeiten für die Betriebe und Schüler, wie zum Beispiel das Integrationsamt, Reha-Stellen bei der Arbeitsagentur oder Budget für Arbeit, die eine Ausbildung erleichtern würden. "Doch kaum einer kennt diese oder weiß, wie er sie beantragen muss. Es herrscht zu wenig Transparenz und zu viel Bürokratie", so Stefan Bormanns Fazit.

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