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18.05.2019

Hilfestellung bei Fragen rund um die Pflege


Auf Einladung der SPD AG 60 Plus Region am Harz stellte Ulrike Stahmann die Angebote des Senioren- und Pflegestützpunktes vor.

...von Herma Niemann

Als zentrale Anlaufstelle zur Beratung pflegebedürftiger Menschen und deren Angehörigen hat der Landkreis Göttingen einen eigenen Senioren- und Pflegestützpunkt an den Standorten Osterode und Göttingen eingerichtet.

Auf Einladung des Vorsitzenden der SPD AG 60 Plus Region am Harz, Helmut Minne, war Ulrike Stahmann (Fachdienstleiterin Hilfen im Alter) in die Seniorenresidenz Stiemerling in Herzberg gekommen, um die Anlaufstelle im Kreishaus Osterode und deren Angebote vorzustellen.

„Viele Menschen wissen gar nicht, welche Ansprüche sie im Bereich der Pflege geltend machen können“, so Stahmann. Allein durch das Pflegestärkungsgesetz, das 2017 in Kraft getreten ist, habe es viele Änderungen gegeben, die aber oft gar nicht in Anspruch genommen würden.

Ergänzend zu den vorhandenen Einrichtungen steht das Beratungsteam den Betroffenen in allen Fragen bezüglich einer wohnortnahen Versorgung und Betreuung zur Seite. Dabei stehen die umfassende Analyse des Hilfebedarfs, Entlastungsangebote für pflegende Angehörige, Informationen zu ehrenamtlichen Hilfen, betreutes Wohnen, Kurzzeit- und Tagespflege im Mittelpunkt. Beraten wird auch zum Thema Begutachtung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) und zur Pflegeversicherung sowie zusätzlichen Betreuungsdienstleistungen.

Das Beratungsteam hilft auch bei der Überleitungspflege, wenn zum Beispiel jemand aus dem Krankenhaus kommt. Stahmann berichtete auch, dass leider zunehmend Menschen durch den MDK in einen Pflegegrad eingestuft würden, der nicht dem tatsächlichen Bedarf entspreche. „Das betrachten wir kritisch und helfen auch beim Einlegen von Widersprüchen, auch wenn das eigentlich nicht unsere Aufgabe ist“. Rund 85 Prozent der eingelegten Widersprüche würden zum Erfolg führen.

Ein besonderes Anliegen war Stahmann aber auch darüber zu informieren, dass die pflegenden Angehörigen auf sich achten sollen. „Wer 365 Tage im Jahr die Pflege übernimmt, muss auch mal ausruhen. Der pflegende Angehörige soll ja nicht selbst zum Pflegebedürftigen werden“. Dafür gebe es auch Angebote, wie die Kurzzeitpflege oder die Verhinderungspflege, die ihrer Meinung nach viel öfter in Anspruch genommen werden sollten.

Die Beratung des Senioren- und Pflegestützpunktes ist kostenlos, neutral und erfolgt nach den Datenschutzrichtlinien. Aufgrund der schlechten Infrastruktur im Altkreis Osterode, seien die Wege in das Kreishaus lang. Deshalb können bei Bedarf auch Hausbesuche angeboten werden. Bei der Gelegenheit erwähnte Stahmann, dass sie eine große Verfechterin der Gemeindeschwestern sei, die es in früheren Jahren vielerorts gegeben habe. „Die Gemeindeschwestern waren die Personen, die genau wussten, wie es den einzelnen Menschen geht und die zeitnah und auch präventiv agieren konnten“. Heutzutage hingegen würden sich viele Menschen nur noch um sich selbst kümmern, was in Anbetracht der demografischen Entwicklung nicht sein dürfe. „Jeder sollte auch mal nach seinem Nachbarn schauen“.

Stahmann richtete auch einen Appell an die AG 60 Plus, diese gut funktionierende Gemeinschaft mit den regelmäßigen Vorträgen und Veranstaltungen beizubehalten. Ihr Dank galt dabei Helmut Minne, der sich schon seit über zwölf Jahren in der Vorstandarbeit der AG 60 Plus für informative Zusammentreffen stark mache. „Das ist das große Plus in unserer Gesellschaft, wenn Menschen sich ehrenamtlich engagieren“, betonte Stahmann.

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Die SPD AG 60 Plus hatte zum Vortrag in die Seniorenresidenz Stiemerling eingeladen

Ulrike Stahmann vom Senioren- und Pflegestützpunkt beantwortete nach ihrem Vortrag die Fragen der Gäste

 

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