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13.05.2019

HEZ-Erweiterung wird mit 2,8 Mio vom Land gefördert


Das Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund mit der Ausstellung der Toten aus der Lichtensteinhöhle Dorste ist beliebtes Ausflugsziel bei Touristen.

Der Staatssekretär des Niedersächsischen Wirtschaftsministerium überbrachte den positiven Förderbescheid

...von Herma Niemann

Bad Grund. „Das ist einer der schönsten Termine in dieser Woche“, sagte der Staatssekretär Dr. Berend Lindner vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, als er am Sonnabend das Höhlenerlebniszentrum (HEZ) in Bad Grund besuchte. Im Gepäck: den Förderbescheid der N-Bank in Höhe von 2,8 Mio Euro für die Erweiterung des HEZ.

Das HEZ sei ein Aushängeschild für Bad Grund und die gesamte Region, so der Staatssekretär, der die Schauhöhle Iberger Tropfsteinhöhle als einmalig bezeichnete. „Niedersachsen ist mehr als Automobil-, Agrar- und Windenergieland. Ein wichtiges Standbein ist der Tourismus, der zur Wertschöpfung beiträgt“. Denn fast 300.000 Menschen würden im Bereich des Tourismus ihre Brötchen verdienen. Mit 45 Mio Übernachtungen habe Niedersachsen drei Jahre lang in Folge Zuwächse erfahren. Das alles seien Gründe für die Förderung des HEZ gewesen, das sich durch die Erweiterung noch moderner, digitaler und familienfreundlicher präsentieren will. „Der Landkreis Göttingen hat die Zeichen der Zeit erkannt, es geht voran in der Harzregion“, so Lindner. Mit der Investition von insgesamt rund fünf Mio Euro werde die Strahlkraft des HEZ noch erhöht und langfristig noch mehr Menschen nach Bad Grund geholt.

Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter sagte, dass man eine solche Entscheidung der Förderung in dieser Höhe natürlich vor dem Steuerzahler verantworten müsse. Die Politik müsse verantworten, dass es das Geld wert sei. „Hier ist das Geld in guten Händen“. Bei der Planung und der Entstehung des HEZ Anfang der 2000er Jahre habe man anstatt der benötigten 7,5 Mio Euro mit rund 3,6 Mio Euro auskommen müssen. „Wir konnten damals nicht mehr leisten“, so Reuter, der zu der Zeit Landrat im Altkreis Osterode war. Bescheiden habe man angefangen, aber Dank des Engagements von der Leiterin Ortrud Krause und ihrem Mitarbeiterteam habe man die Mankos und Defizite bei den räumlichen Gegebenheiten ausgleichen können. „Jetzt mit der Erweiterung machen wir das, was wir damals schon machen wollten“, so der Landrat, der betonte, dass man sich im Tourismusgeschäft weiter entwickeln müsse.

Es gäbe Konkurrenz im Harz, aber die HEZ-Mitarbeiter würden mit Begeisterung das Konzept mit Leben füllen. „Wir sind froh, dass wir jetzt mehr Spielraum bekommen“, so Ortrud Krause. Rund 70.000 Besucher kämen pro Jahr in das HEZ, allerdings schwanke die Zahl saisonbedingt am Tag zwischen 300 und zu den Höchstzeiten sogar bis zu 1.000. Das erfordere größere Räumlichkeiten, auch um mit der Zeit zu gehen, und Sonderausstellungen anbieten zu kommen. In der Cafeteria und bei Veranstaltungen stoße man an seine Grenzen. „Wir freuen uns gewaltig, dass wir künftig Entlastungen erfahren werden, auch wenn wir mit dem Umbau dennoch auf der bescheidenen Seite bleiben werden“.

Die Finanzierung der Erweiterung mit einem Volumen von rund fünf Mio Euro erfolgt aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums und des Innenministeriums (Bescheid über Kofinanzierung steht noch aus) des Landes, Eigenmitteln des Trägers Landkreis Göttingen sowie der Sparkassenstiftung und der Sparkasse Osterode. Wenn alle Förderbescheide vorliegen, soll noch in diesem Jahr die Ausschreibung für die Gewerke erfolgen. Mit dem Beginn der Bauarbeiten kann erst im kommenden Jahr gerechnet werden. Die Fertigstellung soll am 30. November 2021 erfolgen. Da es sich um einen Anbau handele, werde man versuchen, den laufenden Betrieb so gut es gehe aufrecht zu erhalten, betonte Krause.

Bei dem Pressegespräch anwesend war auch Manfred Huchthausen aus Förste, der einer der Nachfahren der Toten aus der Lichtensteinhöhle Dorste ist. Diese spektakuläre Knochenfunde aus der Lichtensteinhöhle werden im HEZ gezeigt. Die Lichtensteinhöhle, früher Rotkamphöhle genannt, ist eine 1972 entdeckte, etwa 115 Meter lange und enge Höhle. Höhlenforscher stießen 1980 auf einen bis dahin unbekannten Teil und fanden darin die Reste von Menschen aus der späten Bronzezeit. Bei den Untersuchungen wurden die gut erhaltenen Knochen von etwa 65 bis 70 Individuen gefunden von fünf Generationen einer Großfamilie, also der älteste Familie der Welt. Daher ist die um das erste Jahrtausend vor Christus genutzte Höhle heute eine der bedeutendsten archäologischen Fundstätten Niedersachsens. Die menschlichen Knochen stellen den weltweit größten DNA-Pool der Bronzezeit dar und werden als genetisches Archiv für weitere anthropologische Forschungen genutzt. hn

BU

Das Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund mit der Ausstellung der Toten aus der Lichtensteinhöhle Dorste ist beliebtes Ausflugsziel bei Touristen

Übergabe des Förderbescheides: Staatssekretär Dr. Berend Lindner, Leiterin Ortrud Krause und Landrat Bernhard Reuter.

Manfred Huchthausen aus Förste ist ein Nachfahre der Toten aus der Lichtensteinhöhle Dorste.

Fotos Herma Niemann


Übergabe des Förderbescheides: Staatssekretär Dr. Berend Lindner, Leiterin Ortrud Krause und Landrat Bernhard Reuter.

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Iberger Tropfsteinhöhle

Manfred Huchthausen aus Förste ist ein Nachfahre der Toten aus der Lichtensteinhöhle Dorste.

 

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