Kultur

28.01.2019

Harzkrimi mit Live-Soundtrack


Autor Roland Lange und Liedermacher Frank Bode rockten im Welfenschloss

von Christian Dolle

Eine Krimilesung, bei der der Soundtrack zum Buch gleich live mitgeliefert wird. Das gibt es in der Literatur eher selten. „Mord in Moll“ nennen Autor Roland Lange und Liedermacher ihre Lesereihe, bei der sie die Harzkrimis des einen mit den Songs des anderen untermalen. Am vergangenen Samstag waren sie im Welfenschloss Herzberg zu Gast und begeisterten das Publikum im Rittersaal mit dieser außergewöhnlichen Mischung.

Zunächst einmal erzählte der in Förste aufgewachsene Roland Lange von seinem Jugendtraum Rockstar zu werden, den er sich mit seiner damaligen Band „Pigs on the farm“ nur fast verwirklichte. Immerhin bis zur Vorband für Mungo Jerry haben sie es geschafft. Wem dessen größter Hit nicht mehr im Ohr war, dem brachte Frank Bode die Erinnerungen gleich einmal zurück und wurde dabei von den Zuhörern mit dem charakteristischen Tsch-tsch-tsch-uh“ unterstützt.

Anschließend stellte er seinen aktuellen Krimi „Drei freundliche Tage und ein Todesfall“ vor, in dem zu Beginn eine junge Frau ihren Vater sucht, von dem sie nur weiß, dass er früher in einer Status Quo-Coverband aus dem Harz gespielt haben soll. Wie der Zufall es will, plant genau diese Band zum Osteroder Stadtfest ein Comeback und die junge Protagonistin forscht hier nach den Geheimnissen aus der Zeit ihrer Geburt und vor allem nach den Gründen für jenes verhängnisvolle Feuer, das seinerzeit alles veränderte.

Die Atmosphäre des Romans und vor allem die Gefahr, in die sich die junge Frau begibt, griff Frank Bode in seinen Songs auf, nicht nur, indem er die Stimmung untermalte, sondern auch mit Texten, die die Handlung weitererzählen und ergänzen. Er präsentierte damit einen extra für das Buch geschriebenen Soundtrack und machte die Lesung somit zu einem einzigartigen Liveerlebnis.

Das, was die Zuhörer am meisten mitriss, war aber gar nicht nur das besondere Konzept des Abends, sondern vor allem das von gegenseitigen Sticheleien und Seitenhieben geprägte Zusammenspiel der beiden Akteure. Zum einen nämlich haben sie das inzwischen schon häufiger auf der Bühne gemacht, so dass sie ungefähr wissen, was beim Publikum ankommt, zum anderen aber haben sie dafür kein Script, sondern agieren spontan und bauen auch immer wieder das Klingeln eines Handys aus den hinteren Reihen oder andere Gegebenheiten mit ein.

Insgesamt unterhielten sie mit dieser Mischung einfach kriminell gut, machten neugierig, wie der Krimi wohl endet und für die Status Quo-Fans gab es natürlich auch Versionen von „Rockin' all over the world“ und „Whatever you want“.




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