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18.01.2019

Zustände in Südniedersachsen alarmierend


Landesnahverkehrsgesellschaft sollte handeln

...BÜNDNIS90/GRÜNE

Mit großer Sorge betrachten die südniedersächsischen Kreisverbände von BÜNDNIS90/GRÜNE Goslar, Göttingen und Northeim die hohen Ausfallraten im regionalen Zugverkehr in den letzten Wochen in Südniedersachsen.

„Wer auf die Bahn angewiesen ist, wird vor allem im Südharz seit längerem auf die Probe gestellt“, kommentiert die Sprecherin des Ortsverband Osterode und Mitglied im Stadtrat Osterode Almut Mackensen. „Die Pendler*innen aus dem Südharz kommend leiden ganz besonders wegen der vielen Zugausfälle, wegen des mangelhaften Schienenersatzverkehrs und der unzureichenden Aufenthaltsmöglichkeiten auf den Umsteigebahnhöfen in Herzberg und Kreiensen. Es ist eine wirkliche Zumutung, wie Bahnfahrer*innen dort im Winter häufig lange und kalte Wartezeiten überbrücken müssen. Sogar Sanitäreinrichtungen sind oft nicht vorhanden. Hier muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden.“

„Der Personalnotstand der DB Regio Niedersachsen ist offensichtlich,“ so die Göttinger Kreisvorsitzende der GRÜNEN Viola von Cramon. „Es braucht dringend ein neues Ausbildungskonzept für das gesamte Land. Die Unzuverlässigkeit der Bahn treibt immer mehr Menschen von der Schiene weg.“ Vorbildlich, so die Göttinger GRÜNE, sei ein neues Ausbildungskonzept des Baden-Württemberger Verkehrsministers Winfried Herrmann, der gezielt Geflüchtete für den Beruf der Lokführer*innen anwerbe und damit nicht nur einen großen verkehrspolitischen Beitrag, sondern auch einen integrationspolitischen Beitrag für das Land leiste. Hieran solle sich auch das Land Niedersachsen orientieren, so von Cramons Forderung.

„Die Meldungen von PRO BAHN deuten darauf hin, dass es sich bei den Dutzenden von Zugausfällen nicht um ein kurzfristiges Problem handelt oder um ein Problem, das aufgrund von Instandhaltungsmaßnahmen übergangsweise auftritt,“ so die Sprecherin der GRÜNEN aus Goslar und Mitglied des niedersächsischen Landtags Julia Willie Hamburg. „Wir fordern seit langem eine Verbesserung der Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs durch die Aufstockung der Entflechtungsmittel für die Schiene - hier können auch Streckenreaktivierungen zu einer spürbaren Entlastung und Verbesserung der Qualität beitragen. Außerdem muss Wirtschaftsminister Althusmann in Berlin auf den Tisch hauen: Der Zustand der Deutschen Bahn ist nicht tragbar."

 

„Auch wenn wir über die Reaktivierung der Ilme-Bahn hoch erfreut waren, so darf diese nicht dazu führen, dass andere Strecken der DB Regio in Südniedersachsen darunter leiden, weil das Personal fehlt,“ fordert die Kreissprecherin und Mitglied des Northeimer Kreistags Karoline Otte. „Die Folgen der Privatisierung werden auf dem Rücken der Pendlerinnen und Pendler ausgetragen. Mit dem Verkauf des Bahnhofgebäudes in Kreiensen wurde auch der letzte geheizte Warteraum geschlossen. Diese könnte leicht geändert werden, wenn mit Hilfe von Videoüberwachung und Sicherheitsdienst dieser wieder in Betrieb genommen würde. Die Kosten hierfür müsste die LNVG tragen.“


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