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16.01.2019

Ein wichtiges Stück Bergstadt-Geschichte wird lebendig


Frank Uhlenhaut überreicht auf dem neu zu gestaltenden Platz vor dem alten Fachwerkhaus Dr. Oswald Sander den Bescheid, darüber freuen sich auch Harrald Dietzmann, Dirk Schweidler, Manfred von Daak, Birgit Roth, Jürgen Beck und Anja Kreye (v. l. n. re.).

von Petra Bordfeld

Der lange und komplexe Weg, den Dr. Oswald Sander zusammen mit einem ideenreichen Team im Interesse der Geschichte der Bergstadt Bad Grund beschritten hat, ist jetzt in die erste Zielgerade eingebogen. Denn seitens der LEADER-Aktionsgruppe Osterode durfte er den 60prozentigen Fördermittelbescheid für die Gestaltung des „Quisisana-Platzes inmitten der Stadt erhalten, was 73 129,26 € sein werden.

Diese stolze Summe wird am Ende mittels des Eigenanteils der Sander Immobilienverwaltung GmbH & CoKG in Höhe von 31 158 € und der 18 382,32 € Kofinanzierung seitens der Gemeinde Bad Grund die Gesamtfinanzierung von 122 570 € abdecken.

Dr. Sander ist es innerhalb eines gutens Jahres gelungen, mit seinem geplanten Projekt zu überzeugen. Schließlich möchte er die Außengestaltung des Privat-Grundstücks, das als „Quisisana-Platz“ bekannt sein dürfte und in der Ortsmitte liegt, vor dem unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhaus, dem einstigen Polizeiheim, An der Post 2, neu anlegen. Nicht „nur“ dieses, von Dr. Sander erworbene, älteste Gebäude der Bergstadt soll einer Fassaden-Kosmetik unterzogen werden, auch der Platz davor soll neu gestaltet werden. Das Highlight dürfte allerdings die aus Stein zu fertigende Bergmann-Figur sein.

Zu der Übergabe des symbolischen Fördermittelbescheides hatten sich Frank Uhlenhaut, der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), Birgit Roth vom ArL (Amt für regionale Landesentwicklung) Braunschweig und Regionalmanagerin Anja Kreye, Jürgen Beck, Architekt Dirk Schweidler, Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann, Ortsbürgermeister Manfred von Daak und Dr. Oswald Sander vor Ort getroffen, um das Vorhaben, welches am 15. Juni realisiert sein wird, zu besprechen.

Uhlenhaut verwies auf die zwei Besonderheiten, welche dieses Projekt aufweist. So habe LEADER noch nie einen Platz gefördert. Dieser Antrag habe aber alle fasziniert, weil die Geschichte der Bergstadt aufgegriffen wird. „Ich wünsche gutes Gelingen für dieses Projektes, wir freuen uns schon jetzt auf die Einweihungsfeier“. Man könne Dr. Sander und der Gemeinde Bad Grund herzlich gratulieren und für dieses Vorhaben ein großes Dankeschön aussprechen.

Übrigens sei Dr. Sander der erste, der als Unternehmer von Seiten der Aktionsgruppe eine Förderung erhält. Genau dieser Entscheid hänge mit der Kofinanzierung zusammen, welche die EU fest ins Logbuch geschrieben habe. Und genau für die hat die Gemeinde Bad Grund gesorgt.

Dr. Sander sprach allen ein großes Dankeschön aus, die ihn auf dem steinigen Weg des Vorhabens begleitet hatten und es weiter tun werden. Er ist froh und fühle sich geehrt, dass dieses mit viel Geld und Nerven verbundene Projekt jetzt realisiert werden kann. Ein besonderes Dankeschön richtete er an Jürgen Beck für dessen langen Atem sowie Birgit Roth und Anja Kreye, bei denen er auf seinem Weg oftmals angeklopft hatte. Er versicherte, dass er den Quisisana-Platz nicht „nur“ gerne umgestaltet, sondern ebenso gerne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Die gesamte Klientel im Zentrum der Bergstadt habe ja schon Form angenommen. Dabei sei die Kirche mitgezogen. Der „Römer“ soll außen ebenfalls aufgefrischt werden. Alles dürfte Ende Mai abgeschlossen sein.

Die offizielle Einweihung des neu gestalteten Platzes habe er sehr bewusst auf den 15. Juni gelegt. Denn an diesem Tag lädt der Knappenverein e. V. Bad Grund/Harz und Umgebung ehemalige Bergleute aus Niedersachsen zum traditionellen Landes-Tscherper ein. Es dürfte auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen dafür setzten, welches Gewicht der Bergbau mal in Bad Grund hatte. Die Bergstadt habe über 150jährige Traditionen, die aufrechterhalten bleiben sollen. Deswegen wird er einen Bergmann in dieser zentralen Lage aufstellen lassen. Der soll etwa 1,60 bis 1,70 m groß und auf einen Sockel gestellt werden.

Architekt Dirk Schweidler wiederum versicherte, dass ihm diese Arbeit sehr viel Spaß bereite, weil sie was ganz anderes ist, als der sonstige berufliche Alltag. Die Statue soll möglichst aus Granit gefertigt werden, was allerdings, aufgrund des Herausmeißelns der Gesichtszüge und der Kleidung nicht einfach sein dürfte. Man werde sich aber auf die künstlerische Freiheit der Steinmetze und Bildhauer verlassen. Die einzige Voraussetzung sei, dass der Stein pflegeleicht sein müsse.

Manfred von Daak sprach all denen ein großes Dankeschön aus, die mitgeholfen hatten, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Dr. Sander habe mit seiner Beharrlichkeit für eine Platzneugestaltung gesorgt, mit welcher der Bergbautradition der Bergstadt weit nach vorne geholfen werde. „Danke, dass, sie sich das auf ihre Fahnen geschrieben haben“.

So könne jetzt mit LEADER-Mitteln und Gemeindegeldern ein wichtiges Projekt in Angriff genommen werden. Er verwies als ehemaliger Kämmerer darauf, dass der Beitrag der Kofinanzierung seitens der Gemeinde nicht nur ein Butterbrot, sondern schon eine große Hausnummer sei.

„Wer LEADER sagt, muss auch B sagen und die Kofinanzierung aufnehmen, da waren wir uns einig“, so Harald Dietzmann. Es sei allerdings wichtig, dass es Menschen wie Dr. Sander gibt, die zusammen mit Leuten, die Erfahrungen haben und wissen, worauf sie sich einlassen, ihre Idee realisieren wollen. Besonders erfreulich sei, dass Gelder aus dem LEADER-Topf fließen werden und ein privater Investor bereit ist, den öffentlichen Raum mitzugestalten. „Wir sind auf dem richtigen Weg, und ich hoffe, dass aus dem Denkmal des Bergmanns wieder eine lebendige Gestalt wird“.

KOSTENAUFSTELLUNG 

Gesamtkosten: 122 570,00 €

LEADER-Förderung: 73 129,26 €

Kofinanzierung: 18 282,32 € Gemeinde Bad Grund

Eigenmittel: 31 158,42 €

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