Regionales / LK Göttingen

26.11.2018

„Sobald sie reden müssen, fehlen ihnen manchmal die Worte“


Berufsbezogene Sprachförderung – neues Kursangebot bei STArQ für Menschen

von Christian Dolle

Menschen, die nach Deutschland fliehen, wollen meist so schnell wie möglich hier arbeiten und eigenes Geld verdienen. Vielen von ihnen gelingt das auch ziemlich schnell, wie die Statistiken belegen. Dann jedoch stellen sie oft fest, dass auch der Job und damit verbunden die Integration in einen Kollegenkreis noch nicht alles ist. Denn oft fehlen ihnen immer noch Sprachkenntnisse, um tatsächlich dazuzugehören.

In genau diese Lücke springt jetzt die gemeinnützige GmbH STArQ für Menschen mit einem neuen Angebot. Gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen wurde ein Modellprojekt auf den Weg gebracht, das sich speziell an Menschen richtet, die schon in den Arbeitsmarkt integriert sind, aber trotz Beruf feststellen, dass ihnen noch Sprachkenntnisse fehlen.

STArQ-Leiter Stefan Kühn ist froh über diesen neuen Kurs, dessen Kosten der Landkreis trägt und mit dem genau da angepackt werden kann, w seiner Meinung nach noch Nachbesserungen notwendig sind. „Wir wissen durch unsere Arbeit ziemlich gut, wie es in der Region aussieht und wo es Bedarf gibt“, sagt er. Daher entstand die Idee auch in enger Absprache mit den Unternehmen und ist explizit auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten.

Der Kurs umfasst eine Sprachstandsfeststellung, berufsbezogenes Sprachtraining und ein Abschlussmodul, also über zehn Wochen drei Abende in der Woche, die nach der Arbeit absolviert werden können, erläutert Dagmar Wagner-Kunz, die als erfahrene Dozentin genau weiß, worauf es ankommt. „Schriftsprachlich sind die meisten relativ fit“, stellt sie fest, „aber sobald sie reden müssen, fehlen ihnen manchmal die Worte.“ Daher sind vieles nah an der Praxis orientierte Aufgaben, doch natürlich geht es auch um die Feinheiten der deutschen Sprache.

So sei der Genitiv beispielsweise ein Kernthema, mit dem sie sich gerade jetzt im Kurs auseinandersetzt. Manchmal kämen dann Nachfragen der Teilnehmer wozu das überhaupt nötig sei, wenn selbst viele Deutsche den Dativ als den Tod des Genitivs akzeptieren. „Dann erkläre ich ihnen, dass wir ja richtig gutes Deutsch lernen und irgendwann vielleicht sogar mit gutem Beispiel voran gehen wollen. Das ist den meisten Begründung genug“, sagt sie mit einem Lächeln und freut sich sichtlich schon auf die nächste Unterrichtseinheit.

Mehr Informationen gibt es unter www.starq-menschen.de.


 

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