Regionales / Stadt Osterode / Förste

10.09.2018

Nienstedter Orgel wieder eingeweiht


Pastor Wolfgang Teicke, Dieter Rosenkranz, Prof. Hans Christoph Becker-Foss, Dr. Karl Wurm Martin Hillebrand und Florian Pabst freuen sich, das die Stellvertreterin der musiklaichen Vielfalt wieder ins Nienstedter Gotteshaus eingekehrt ist.

von Petra Bordfeld

„Mit dieser sangesstarken Gemeinde würde ich am liebsten noch eine Orgel wiedereinweihen", Worte von Pastor Wolfgang Teicke nach dem Wiedereinweihungsgottesdienst der Orgel, die vor 275 von Einbeck nach Nienstedt in die St. Martin-Kirche gekommen ist. Schmunzelnd stellte Teicke fest, dass er 270 Jahre später denselben Weg genommen hat, wie diese Stellvertreterin der Vielfalt, die jetzt wieder ihre stimmige Gesamtharmonie aufzuweisen habe.

Die Besucher vieler Altersgruppen wollten sich den neuen Klang der Orgel nicht entgehen lassen und sorgten so für ein voll besetztes Gotteshaus. Die beiden Orgelrevisoren Dr. Karl Wurm und Prof. Hans Christoph Becker-Foss machten dann mit dem Aufspielen der unterschiedlichsten Musikstücke auch deutlich, dass wieder Klänge zu vernehmen sind, die nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Träumen einladen. Prof. Hans Christoph Becker-Foss offenbarte auch, zusammen mit den beiden Registranden Adelheit Becker-Foss und Justus Wenzeln, eine zwölf Minuten währenden Klangvielfalt der von Johann Sebastian Bach geschrieben Partita „Oh Gott, du frommer Gott“. Vom ersten bis zum letzten Ton war zu verspüren, dass dieser Ausflug in die ganz besondere Musik von allen genossen wurde.

Bei all den zauberhaften Tönen vergaß Pastor Wolfgang Teicke aber nicht, auf die Orgel und diejenigen einzugehen, die ihr zu neuem Klang verholfen haben. Auch wenn er zu Beginn seiner Amtszeit in Nienstedt und Eisdorf nicht hörte, dass mit der Orgel etwas nicht stimmte, habe er es geahnt und gefühlt. Denn nicht selten wurde nicht mit ihr, sondern gegen sie angesungen. „Die neugeborene Orgel wird sich allerdings jetzt nicht mehr gegen das Ohr der Gottesdiensteilnehmer stellen, sondern jeden einzelnen stärker als zuvor umhüllen“.

Bis das interessante Innenleben eines derartigen Instrumentes aber wieder Instand gesetzt wurde, habe es erst einmal gegolten, die Orgel zu reinigen, sie von Schimmel zu befreien, eine automatische Klimatisierung des Kirchenraums einzurichten, die Tastatur und Windversorgung zu überholen und das arg malträtierte Pfeifenwerk zu restaurieren. Dabei wurden die Pfeifen nicht einfach ersetzt, sondern mittels alter Handwerkkunst hergestellt.

In dem Bericht der Orgelrevisoren stand dazu geschrieben: „Dank der hervorragenden Intonation, vor allem durch Florian Pabst, präsentiert sich das Werk klanglich in allen Stücken bessern, denn je. Der Neubau zweier Register hat sich unbedingt gelohnt. Die historische Trompete klingt einfach gut bei präziser Funktion. Die Spielart ist sehr angenehm“. Man könne Orgelbau Gebrüder Hillebrand und der Kirchengemeinde Nienstedt/Förste zu der rundum gelungenen Sanierung ganz herzlich gratulieren.

Stellvertretende für alle, die sich für dieses Endergebnis stark gemacht hatten, wurde drei Presonen besonders gedankt:
So habe Dieter Rosenkranz dieses Projekt, eigenständig in Absprache mit dem Pfarramt und Kirchenvortand, vorangetrieben und über drei Jahre geleistet. Er sei bis zum Schluss ein hochtouriger Vertreter dieses Projekts gewesen.

Martin Hillebrand, einer der beiden Brüder, dessen Vater Hermann vor 70 Jahren in Altwarmbüchen die Orgeldbau-Firma gründete, habe überaus verlässliche Arbeit geleistet. Sein Metier ist übrigens 2017 zum Weltkulturerbe ernannt worden.
Florian Pabst wiederum hat dann in Feinarbeit die Abstimmung der Pfeifen jeden einzelnen Registers, zwischen den Registern und auch mit dem Kirchenraum geleistet und damit das Werk zur Vollendung gebracht. Den dreien wurden von Überzeugung getragene „sitting ovations“ gebracht. Damit verdeutlichten alle, dass die wieder gekehrte Orgel als königliches Begleitinstrument einer jeden liturgischen Feier gesehen wird.

Nach dem Willkommensgottesdienst für die Orgel blieben alle noch zusammen, um über das Gehörte zu sprechen.

 

Anzeige