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07.09.2018

Sanierung des Vorperrendamms stand im Mittelpunkt der letzten Ratsitzung


von Corina Bialek

Osterode. Punkt 6 der Tagesordnung der Ratssitzug des Osteroder Stadtrats am 30.08. war die Sanierung des Vorsperrendamms der Sösetalsperre und die damit einhergehende Vollsperrung der Kreisstraße B498 nach Riefensbeek-Kamschlacken. Erschienen waren dazu Vertreter der Harzwasserwerke, die den Ratmitgliedern mittels PowerPoint-Präsentation das geplante Bauvorhaben und die damit verbundenen Vorgaben zum Trinkwasserschutz darlegten, wie bereits bei der Bürgerinformationsveranstaltung in Riefensbeek-Kamschlacken

Dabei ging man auch auf eine mögliche Ausweichstrecke über die Berme ein. Alle anderen Umfahrungsmöglichkeiten seien nach eingehender Prüfung ausgeschieden, zumal alle angedachten Varianten sich ebenfalls in der Wasserschutzzone 1 befänden. „Die kalkulierten Kosten für die Berme Variante belaufen sich auf 2 Mio €, so Dr. Christoph Donner, das können die Harzwasserwerke, die bei der Wasserversorgung in Niedersachsen eine Monopolstellung einnehmen, als freiwillige Leistung gegenüber der Kartellbehörde so nicht durchsetzten."

Worauf Jörg Hüddersen (SPD) in seinem Statement die Frage aufwarf,: „Wieviel ist zuviel?“
Die BürgerInnen von Riefensbeek-Kamschlacken seine auf eine Verbindung zum 12 km entfernten Osterode am Harz angewiesen, bedingt durch fehlende Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, die Fahrt zur Arbeit, der Schulbesuch der Kinder und die medizinische Versorgung. Der Umweg über Clausthal Zellerfeld verlängere die Fahrtzeit im Sommer um ca. 13 Minuten (einfache Fahrt). Problematisch sei dabei der An- und Abstieg auf und von der Clausthaler Hochebene, die über Straßen mit erheblichem Gefälle (B498 und B241), die im Winter immer wieder zeitweise unpassierbar seien.

Zudem werde Clausthal-Zellerfeld bereits notärztlich aus Osterode versorgt. Bei einer Sperrung benötige der Notarzt im Sommer 27 Minuten nach Riefensbeek-Kamschlacken, wodurch die vorgeschriebene maximale Anfahrtszeit von 15 Minuten um 12 Minuten überschritten werde. Damit sei eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende notärztliche Versorgung im Falle einer Vollsperrung der B498 nicht mehr gegeben!

Wirtschaftlich werde es bei einer mehrjährigen Vollsperrung zu erheblichen Einbußen bei den Tourismusanbietern in Riefensbeek-Kamschlacken kommen, die existenzbedrohend sein können. Hier die ausführliche Argumentation gegen die Vollsperrung.

Albert Schicketanz (CDU) warf die Frage auf, ob für eine Ausweichstrecke während der Bauzeit wirklich ein derartiger Aufwand getrieben werden müsse, zumal die bisherige Straße diesen Anforderungen ja auch nicht genüge. Er und Almut Mackensen (die Grünen) schlossen sich aber den Ausführungen Hüddersens an, das eine Umgehungsstraße unumgänglich sei.

Wolfgang Dernedde äußerte Zweifel daran, dass die Bauzeit von 2,5 Jahren eingehalten werden könne. Die Erfahrung zeige, dass daraus schnell 3 – 3,5 Jahre werden.

Die Bürger aus Riefensbeek-Kamschlacken, die zu der öffenlichen Sitzung erschienen waren kamen ebenfalls zu Wort.
So unterstrich Herr Meyer, dass es nicht nur um lange Fahrten gehe. „Unser Dorf ist dann weg von der Landkarte.“ Es gehe auch um die Gastronomie, die Ferienhäuser, die Vereine und das kulturelle Leben. „Im Winter werden hier dann einfach 300 Menschen vom Leben abgekapselt.
Ortsvorsteher Marcel Dawal unterstrich, das einer mehrjährige Vollsperrung eine erhebliche Belastung speziell für Berufspendler und Familien seien. Schließlich müssten die Kinder zum Sport oder auch zur Schule etc. gebracht werden.
Karl Heinz Hausmann merkt an, das es scheinbar nur ums Geld gehe. Es gehe hier aber um Existenzen. Alle Argumente dafür oder dagenen könne man sicherlich widerlegen und mit gutem Willen sollte eine Lösung machbar sein. Nur weil die Sanierung notwendig sei, könne man die Menschen damit nicht bestrafen.

Dr. Donner dazu: „Wir sind ja nicht dagegen. Wenn das Planfeststellungverfahren dazu führt, dass im Bauprojekt die Umgehungstraße enthalten sein muss, werden wir dies auch gerne tun." Er wies nochmals darauf hin, dass alle vorgetragenen Einwände, die gegen eine Vollsperrung ohne Umgehungsstraße sprächen, bis zum 09.09.2018 beim Planfeststellungverfahren einzubringen. „Gerade was die medizinische Versorgung und die Feuerwehr anbelangt, da sind sie hier mehr im Thema als wir.“




mögliche Umfahrung über die Berme


Ablauf des Planfeststellungsverfahrens

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Robert Braunisch Harzwasserwerke erläuterte die Baumaßnahme



Jörg Hüddersen

Albrecht Schicketanz

Almuth Mackensen

links: Dr. Christoph Donner Harzwasserwerke

rechts: Günther Hartkens Nds Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Herr Meyer


Ortsvorsteher Marcel Dawal

 

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