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10.08.2018

Informativer Ausflug auf die Streuobstwiese


Viele Besucher fast jeden Alters nutzten den informativen Spaziergang durch die Streuobatwiese

...von Petra Bordfeld

Wolfgang Bode, Vorstandsmitglied des „Streuobstwiesen-Bündnisses Niedersachsen e.V.“ hatte zu insgesamt vier sehr informativen Spaziergängen durch seine Streuobstwiese eingeladen. Trotz der erheblichen Hitze wollten sich erfreulich viele Besucher im Alter von vier bis über70 Jahre diese Exkursion nicht entgehen lassen.

Sie kamen übrigens nicht „nur“ aus der nahen und näheren Umgebung, sondern auch aus Wiesbaden, Bremen, Nienburg/Weser und Wolfenbüttel sowie aus dem Irak. Denn der Vater aus dem Staat in Vorderasien war mit vier seiner Kinder gekommen.

Schon auf dem Weg zu der rund 12 000 m² großen Fläche konnte eine bunte Vielzahl von Kräutern erfahren werden. Weitere Arten stellte Bode dann auf der Streuobstwiese vor.

Es war aber auch zu erfahren, mit welchen Problemen und Arbeiten die Pflege solcher Anlagen einhergeht. Überall auf der Fläche waren neben den gut behangenen Obstbäumen für aufmerksame Augen Spuren der tierischen Nutzer nicht zu übersehen. Ob das nun aufgekratzte Mause-, Wildbienen- und Erdwespen- oder –hummellöcher waren – eines hatten alle gemeinsam: sie machten deutlich, dass ein Fuchs oder Dachs etwas gesucht und bestimmt auch gefunden hatte.

An einem Kirschheister (einem jungen Kirschbaum) ließ sich sogar das Resultat der „Arbeit“ eines Rehbocks sehen. Er hatte im Frühjahr den Bast seines Gehörns an diesem jungen Baum abgestreift und dabei die Rinde geschält, sodass kein Saft mehr an die Blätter gelangen konnte.

Dass die Natur auch auf der Streuobstwiese mit dem Mangel an Niederschlag zu kämpfen hat, machte der große Unterschied der Fruchtgrößen eindrucksvoll deutlich. So hatten einige der Apfelsorten statt Männerfaust- nur etwa Walnussgröße. Beeindruckt waren fast alle Teilnehmer/innen von den Befruchterbäumen, deren Miniäpfel das erste Rot entwickelt hatten.

Eine Premiere war für alle dann die Probe von „Dörrobst“, das sie direkt vom Baum pflücken durften. Denn die nicht geernteten Kirschen waren mittlerweile auf Rosinengröße geschrumpft, konnten es allerdings geschmacklich mit den getrockneten Weintrauben locker aufnehmen. Auch die Renekloden, die Unterart der Pflaumen, und die Mirabellen wurden gerne gekostet.

Da war aber auch ein Fahrzeug zu sehen, welches zwar wenig mit Obst zu tun hatte, aber nicht minder interessant war. Es handelte sich um das Infomobil der Kreisjägerschaft, in dem die meisten der hier vorkommenden Tiere hautnah betrachtet werden konnten. Nicht selten staunte Jung und Älter, wie groß die Artenvielfalt doch ist.

Wer mal Zunge und Hals befeuchten oder halt den Durst stillen wollte, hatte dazu auch Gelegenheit. Denn dafür wurde gut gekühlter Saft, der aus den Äpfeln der Schwiegershäuser Streuobstwiese gepresst war und kaltes Sösewasser angeboten. Nicht bloß die Kinder zeigten sich angetan von der Idee und der Umsetzung vor Ort und fragten, ob sie 2019 wieder kommen dürften.

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Wolfgang Bode stellte unter anderem die Wilde Möhre vor

Das Infomobil der Kreisjägerschaft stieß auf großes Interesse

 

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