Vereinsleben

10.04.2018

Schützengesellschaft Windhausen weiter ohne Vorstand


Bei der dritten außerordentlichen Mitgliederversammlung waren nicht „nur“ Mitglieder der Schützengesellschaft windhausen zugegen, sondern auch viel interessierte Gäste

von Petra Bordfeld

Windhausen. Weil bei der dritten außerordentlichen Mitgliederversammlung der Schützengesellschaft Windhausen erneut das Amt des ersten Vorsitzenden unbesetzt blieb, und niemand für die Auflösung des Vereins stimmte, wird es eine vierte Sitzung dieser Art geben. Zu ihr wird am 28. September um 18.30 Uhr ins Schützenhaus geladen. Wenn an dem Freitag wieder kein erster Vorsitzender – oder eine andere akzeptable Lösung - gefunden wird, wird erneut über den Weiterbestand des Vereins abgestimmt werden.

Zu der jetzigen Versammlung waren neben Vereinsmitgliedern auch Vertreter der Vereine und Verbände sowie Bürgermeister Harald Dietzmann, Ortsbürgermeister Burghard Fricke und der Präsident des Kreisschützenverbandes, Oliver Riehn, zugegen.

Bevor aber die Vorstandswahlen der Schützengesellschaft, dem ältesten Verein der Ortschaft, anstanden, meldete sich Harald Dietzmann zu Wort. Diesmal müsse er ein Grußwort vor einem schwierigen Hintergrund halten, denn es gehe schlicht und einfach um Zukunftsfähigkeit der Schützengesellschaft. Schließlich habe sich bislang keiner für die Vorstandsarbeit bereit erklärt. Diese Situation läge aber bestimmt nicht am Vorstand und den Mitgliedern. Vielmehr habe diese Misere mit der Strukturveränderung in der Region zu tun, in der immer weniger Menschen lebten. Von denen seien auch immer weniger bereit, Vorstandsarbeit und Verantwortung zu übernehmen. Auch die Interessenlage habe sich stark verändert. „Und genau davon ist auch die Schießsportgesellschaft betroffen“.

Abschließend ging Dietzmann auf die Satzung des Vereins ein, womit er etwas klar stellen wollte. Es sei nicht „ nur“ die Schützengesellschaft, die darin festgeschrieben hat, dass bei einer Auflösung sämtliches Vermögen auf die Seite der Gemeinde verlagert wird. Bei gemeinnützigen Vereinen sei das eine übliche Regelung. Und wenn es für die Gemeinde Bad Grund dazu käme, dass sie mit der Auslösung der Schützengesellschaft deren Eigentum übernehmen müsste, dürfe nicht vergessen werden, dass sich die Gemeinde bemühen müsse, die Liegenschaft zu verwerten und die dabei herauskommenden Gelder für weitere und andere öffentlichen Zwecke zur Verfügung zu stellen. „Insofern sollte es klar werden, dass es nicht im Interesse der Gemeinde sein kann, dass der Verein eingeht“. Deswegen werde die Gemeinde dem Verein bei seinem Fortbestand da unterstützen, wo es geht.

Oliver Riehn schloss sich den Worten seines Vorredners an. Er bedauerte aber, dass er, wenn er in Runde schaut, keinen sehe, der unter 30 Jahre alt ist. Das wiederum sei der Lauf der Zeit, der in ganz Niedersachsen festzustellen wäre. Den Schützenvereinen fehle der Nachwuchs. Zwar fänden Schüler den Weg in diese Vereine. Mit Beginn der Lehre oder des Studiums seien sie aber verschwunden. Trotz dieser Schwarzmalerei habe er aber immer noch die Hoffnung, dass sich in Windhausen jemand findet, der sich zum ersten Vorsitzenden wählen lässt.

Der zweite Vorsitzende, Martin Lau, der ebenso, wie die erste Vorsitzende, Gerlinde Brüggemann, das Amt seit anderthalb Jahren kommissarisch ausübt, legte offen dar, dass die beiden noch beim Amtsgericht eingetragen sind. „So müssen wir für alles, was Verein unternimmt, gerade stehen. Wenn wir das ganze Spiel jetzt noch weiter treiben, stehen wir für alle Rechte und Pflichten, wir wollen und können aber schon lange nicht mehr“. Wenn aber das Amtsgericht darum gebeten wird, aus seinen Reihen einen Notvorstand zu stellen, koste das Geld.

Bürgermeister Dietzmann mahnte an, dass sich jeder fragen sollte, wie lange das gut gehen könne, wenn ein Vorstand, der Geld koste, den Verein weiter führt. Man sollte schnellstmöglich konkrete Hintergründe in Erfahrung bringen und diese Infos an die Mitglieder weiterreichen. „Der Verein müsste in der Lage zu sein, sich zu finden, denn mit einem Notvorstand das Geld zu verbrennen ist nicht zweckmäßig“, so Dietzmann.

Fest stand in jedem Fall, dass Christian Rogge das Amt zweiten Vorsitzenden übernehmen würde, Thorsten Sauer weiter die Kasse führt und Bärbel Hallepape Schriftwartin bleibt. Es musste halt „ nur“ ein erster Vorsitzender gefunden werden, was bislang nicht geschah.

Bevor man sich aber nicht vollends hoffnungslos verabschiedete, ließ es sich Präsident Oliver Riehn nicht nehmen, Gerlinde Brüggemann die Urkunde und Goldene Ehrennadel des KSB in Anerkennung für ihre langjährige Tätigkeit in diversen Vorstandämtern zu überreichen. Zuletzt habe sie als erste Vorsitzende viele Jahre den Kampf gegen die Windwühlen aufgenommen.


Oliver Riehn überreicht Gerlinde Brüggemann die goldene Ehrennadel des KSB

 

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