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15.03.2018

Plattdeutsche Sprache wird gepflegt


Im gemütlichen Ambiente vom Saloncafe Hertel fand ein reger Austausch auf plattdeutsch statt

Seit 2013 gibt es in Dorste einen Stammtisch für die traditionelle Mundart.

von Ralf Gießler

Einmal im Monat ist die bestimmende Sprache im Saloncafe Hertel nicht das Hochdeutsche. Seit 2013 treffen sich dort Dorster zu einem zwanglosen Treffen, um miteinander auf plattdeutsch zu sprechen und so ganz nebenbei diese Sprachtradition zu erhalten. "Wir haben etwa zwanzig Leute auf unserer internen Liste, davon kommen im Schnitt vierzehn", erläuterte Renate Claus. Da die Frauen deutlich in der Mehrzahl sind, würde man sich über ein paar mehr plattsprechende Männer sehr freuen.

Bei den Zusammenkünften werden ganz normale Themen angesprochen. Im Augenblick stehen gerade Gewerbetreibende der 50er und 60er Jahre auf dem Programm. Otto Fahlbusch hatte sich die Mühe gemacht, eine umfassende Aufstellung über Berufe aus früheren Dorster Zeiten zu erstellen. Aus heutiger Sicht ungewöhnliche Berufskombinationen wie zum Beispiel Sattler und Tapezierer oder Hausschlachter gehörten dazu. Nicht zu vergessen die für einen kleinen Ort vielen Gaststätten, die seinerzeit ansässig waren.

Wolfgang Leopold, einer von vier Beauftragten für die niederdeutsche Sprache im Landkreis Göttingen, hatte zum letzten Treffen seinen Laptop mitgebracht, um geführte Gespräche aufzunehmen. "Denn das korrespondiert in hohem Maße mit unserem Anspruch, die plattdeutsche Sprache zu erhalten und zu fördern", erklärte Leopold. "Ich habe im Dezember vergangenen Jahres an einer Vorstandssitzung unseres Heimat- und Geschichtsvereins teilgenommen. Es wurde vereinbart, dass wir das Plattdeutsche auch dort beleben wollen.

Zum 21. März 2018 werden daher interessierte Vereinsmitglieder eingeladen, um zu besprechen, wie wir das Thema angehen wollen. Zur Diskussion steht zum Beispiel der Versuch, mit Hilfe des plattdeutschen Sprachlabors zehn plattdeutsche Unterrichtsstunden anzubieten", so Wolfgang Leopold weiter. Zum nächsten Stammtisch im März würde man sich über weitere Gäste sehr freuen.

Fakten:
Jeweils der letzte Mittwoch im Monat ist Stammtischabend im Saloncafe Hertel, Turmstraße 7, in Dorste. Beginn ist um 19 Uhr, Dauer etwa 2 Stunden. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben. Eine Themenliste ist vorhanden, im Augenblick spricht man über frühere Gewerbe und Berufe in Dorste. Generell ist Renate Claus die offizielle Ansprechpartnerin. Weitere Gäste sind gern gesehen.

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Otto Fahlbusch (links im Bild) berichtete über die Vielzahl an Berufen, die früher in Dorste anzufinden waren

Mit dem Laptop nahm Wolfgang Leopold die geführten Gespräche auf

 

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