Panorama

10.03.2018

ALOHA Sanierung - Kleiner aber machbar


von Corina Bialek

Bei dem Bürgerinfo-Termin zur ALOHA Sanierung wurde klar, so wie es ist kann es nicht bleiben und man wird sich für ein zukunftsfähiges Bad von liebgewordenen Dingen trennen müssen. Doch bevor Frau Prof. Brigitte Häntsch vom beauftragten Planungsbüro das neue Konzept vorstellte, erläuterte sie das bisherige Vorgehen.

Die erste Planungsphase hatte die komplette Sanierung des bestehenden Bades mit der Erweiterung um ein Kursbecken und ein warmes Außenbecken zum Zielbeinhaltete. Nach umfangreichen Untersuchungen wurden hierfür Kosten vom 35 Mio € ermittelt.

Der WIBO stehen allerdings nur 15 Mio € für die Sanierung zur Verfügung

Auch eine Sanierung, die sich auf ein Minimum beschränkt sprengt mit ca, 22 Mio den Kostenrahmen. Ein Grund für die hohen Kosten ist die veraltete Gebäudetechnik, die zum Teil über 50 Jahre alt ist und die heutigen Vorgaben nicht mehr erfüllt. Das 50 Meter Becken ist hierbei nicht berücksichtigt.

Also stellte sich die Frage was ist für 15 Mio machbar.

Herauskam die Vorplanung eines Hallenbades, das als Anbau über einen Bereich das heutigen Freibadbeckens entstehen soll.

Ausschlaggebende Kriterien für diese Vorplanung waren:
das Bad für die nächsten 30 Jahre Zukunftsfähig zu machen und es soll der Daseinsvorsorge dienen, Schwimmkurse und Schul- und Vereinsschwimmen ermöglichen, sowie Kursangebote und Bahnenschwimmen. Zudem soll es auch zur sportliche Freizeitgestaltung für Jugendliche und Familien mit Kindern dienen.

Entstehen würde ein kompakteres Bad mit einem 25 Meter Sportbecken mit Sprungturm und 5 Bahnen (jetzt 4), einem kombinierten Freizeit-, Nichtschwimmer- und Kursbecken und einem Kleinkindbecken. Im Gegensatz zu heute würde sich damit die Wasserfläche um 25% reduzieren.

Vorteil dieser neuen Strategie, der Anbau kann im laufenden Betrieb vorgenommen werden und nur die Verheiratung der neuen Technik mit dem Saunabereich würde eine 3 monatige Schließung erforderlich machen. Ein weiterer positiver Aspekt, die Arbeitsplätze der Mitarbeiter bleiben erhalten.

Erwartungsgemäß erhitzte der Wegfall des 50 m Freibadbeckens die Gemüter und der Erhalt wurde leidenschaftlich diskutiert.

Gemäß der ersten Vorplanung würde die Sanierung des Freibadbeckens, das derzeit 70.000 l Wasser am Tag verliert, mit 5 Mio € zu buche schlagen, erläuterte Häntsch. Eine günstigere Variante, das Becken mit einer Folie abzudichten komme nicht in Betracht, da es sich zu stark setzt.

„Die Variante es so zu belassen wie es ist kann uns in naher Zukunft vor die Füße fallen“, warf Henrique Woyke Pereira, Geschäftsführer der WIBO ein, „ da die unteren Naturschutzbehörde die Belastung des Grundwassers mit Chlor während der Freibadsaison prüft.

Ein Plädoyer dafür nur das Dach zu sanieren und alles andere so zu lassen erhielt zwar viel Zustimmung, doch dies sei keine Option so Woyke Pereira. „Wenn wir damit anfangen verlieren wir den Bestandschutz und müssen die heutigen Vorgaben an Technik und Hygiene erfüllen, dann liegen wir bei besagten 22 Mio €. Die haben wir nicht, denn schließlich hat die WIBO noch die Verantwortung für die Stadthalle, die Stadtbibliothek und das Museum.

Auf die Frage, ob das „neue“ Bad denn überhaupt über genügend Kapazität für 60 tsd. Besucher verfügt, erwiderte Woyke Pereira: „ In 2017 hatten wir 16 tsd. und in 2016 25 tsd. Besucher. Die 60 tsd. sind schon sehr lange her.“

„Sich von dem 50 m Becken zu verabschieden, viel auch uns sehr schwer so Peter Wendland und Raymond Rohrdorf , „wir haben im Rat genauso argumentiert wir sie hier, aber die Zahlen haben uns auf den Boden der Tatsachen gebracht.“

Wolfgang Dernedde erläuterte: „Ich habe seit 1964 dieses Bad von Anfang an begleitet und wir haben mit einem Hallenbad mit Sport- und Nichtschwimmerbecken begonnen. Das ALOHA von heute ist in einem Zeitraum von 40 Jahren entstanden und auch bei dem Anbau seien ja Erweiterungen möglich.

Jörg Hüddersen wies noch einmal darauf hin, dass es sich hierbei um eine frühe Planung handele. „Bislang sind das alles Skizzen, aber eine verantwortungsvolle Möglichkeit bei den genannte Rahmenbedingungen. Da ist mir der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach. Zudem rückt in 2018 noch kein Bagger an. Jetzt müssen erstmal die Bleistifte gespitzt und die eigentliche Planung vorgenommen werden.

Positionspapier mit Fragen und Antworten zur ALOHA Sanierung der Gruppe SPD / BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Osterode am Harz





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Thomas Christiansen vertrat den erkrankten Bürgermeister Klaus Becker

Udo Küster moderierte den Infoabend

Prof. Brigitte Häntsch

WIBO Geschäftsführer Henrique Woyke Pereira

Peter Wendland

Raymond Rohrdorf

Jörg Hüddersen

 

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