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10.03.2018

Der Lebensbaum hat eine Kaffeerösterei


Einrichtungsleiterin Madeleine Zylla, Rabea Mönnich, Daniela Schweyda, Lisa Kuhlmann und Lydia Robbin in der „Rösterei“ des Lebensbaums.

von Petra Bordfeld

Zuvor war in den Räumlichkeiten die Kunstwerkstatt untergebracht, dann folgte die Wäscherei, und jetzt ist dort eine Kaffeerösterei zu finden. Dieser Wandel hat sich kürzlich in der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft „Lebensbaum“ vollzogen.

Die Idee, mit Menschen mit Beeinträchtigung Kaffee zu rösten, kam von befreundeten Werkstätten, die diese ganzheitlichen Arbeiten mit Erfolg betreiben. Aber um Kaffee rösten zu können, galt es erst einmal, sich die dafür benötigten Maschinen zu beschaffen und den richtigen Standort zu finden. Nachdem der Röster geliefert war, musste dieser nicht „nur“ fachgerecht angeschlossen werden, sondern auch der geeignete Rohkaffee eingekauft werden.

Außerdem brauchte man neben engagierten Mitarbeitern auch jemanden, der als Röster über die speziellen Qualifikationen verfügt, um die grünen Bohnen fachgerecht zu bräunen. Und weil „Lebensbaum“-Mitarbeiterin Rabea Mönnich mit sehr gutem Erfolg in der „Berlin School of Coffee“ einen zertifizierten Abschluss erlangt hat, kam sie als Rösterin in die Scheerenberger Straße 65 zurück.

Da man einer Kaffeebohne den Geschmack nicht ansieht, wurden mehrere Kaffee-Proben, sogenannte „Cuppings“ durchgeführt. Von den insgesamt zwölf aus Äthiopien, Peru, Brasilien, Indien und Kolumbien stammenden Sorten wurden schließlich sechs ins Sortiment aufgenommen. Überwiegend wird der Rohkaffee im Direkteinkauf von bekannten Plantagen bezogen, die selber soziale Projekte betreiben. Abgerundet wird das Sortiment durch einen Espresso und einen entkoffeinierten Kaffee.

Alle zum Verkauf stehenden Kaffees, die in handwerklicher Röstkunst verarbeitet werden, sind im Hochland gewachsene und handgeerntete sortenreine Spezialitäten-Kaffees. Es erfordert viel Geduld und Geschick, um die „ideale Röstkurve“ zu finden und die Bohnen zu einem schmackhaften Kaffee zu veredeln.

Zweimal in der Woche röstet Rabea Mönnich mit ihrem aus vier Werkstattbeschäftigten bestehendem Team nun leckeren Kaffee, der nach fachgerechter Bearbeitung und Lagerung dann im Werkstattladen „Schräger Vogel“ neben ausgefallenem Kunsthandwerk und vielem anderen mehr angeboten wird.

Während der Öffnungszeiten (montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags bis 15 Uhr) kann der Kaffee gemahlen oder als ganze Bohne in 250- , 500- und 1000-Gramm-Tüten gekauft werden.

Der schonend geröstete Kaffee wird demnächst auch zusammen mit selbstgebackenem Kuchen im „Café Lebensbaum“ ausgeschenkt, welches ab Mai einmal im Monat geöffnet sein wird. Die Termine können im „Lebensbaum“ erfragt werden. Wer mit seiner Gruppe das Café besuchen möchte, sollte sich aber bitte vorher unter den Telefonnummern 05522-3128010 oder 05522-3128012 anmelden.
Weitere Verkaufsstellen, in denen die Kaffeespezialitäten erworben oder auch in unterschiedlichster Zubereitung verköstigt werden können, sind geplant.

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So sieht der rohe Kaffee aus.

Rabea Mönnich lässt den fertig gerösteten Kaffee rausfließen.

Der fertig geröstete Kaffee.

Marianne Reck, Roger Daum, Brigitta Schweyda (Lebensbaum-Vorstandsmitglieder) Daniela Schweyda beim „Cupping“

 

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