Politik / Wirtschaft

28.02.2018

Historische Resolution aller Fraktionen der Samtgemeinde


Forderung nach einem echten Schulentwicklungsplan für den Altkreis

Am 26. Februar 2018 haben in einer bislang historisch einmaligen Sitzung die Räte der Gemeinden Elbingerode, Hattorf am Harz, Hörden am Harz und Wulften am Harz sowie der Samtgemeinderat gemeinsam und einstimmig eine an den Kreistag gerichtete „Resolution zum Erhalt der OBS Hattorf“ verabschiedet.

Vor einer Vielzahl an Eltern, Lehrkräften, Schülern und auch Vertretern aus den Bereichen Bad Grund und Bad Sachsa haben die Mandatsträger unter der Leitung von Georg Wipke (SPD) völlig einvernehmlich nach Wortbeiträgen von Samtgemeindebürgermeister Rolf Hellwig, OBS-Schulleiter Klaus Wagner, dem Elternratsvorsitzenden Frank-Peter Engels und dem Sprecher der Elternvertretungsinitiative, Dirk Pejril, der Resolution zugestimmt.

Während sich Samtgemeindebürgermeister Hellwig von dem Vorgehen und den Planungen des Landkreises tief betroffen zeigte, betonte Klaus Wagner die besonderen Aktivitäten und Lernkonzepte der OBS, die als Qualitätsmerkmal eine Schule im ländlichen Bereich auszeichnen. Der Elternratsvorsitzende Frank-Peter Engels dankte allen Parteien in der Samtgemeinde für die uneingeschränkte Solidarität und einzigartige Resonanz für den Erhalt der OBS.

Die Elternvertretungen der OBS Hattorf sowie der für ihren Einzugsbereich betroffenen Grundschulen in Hattorf, Hörden, Wulften und Osterode-Dreilinden haben angesichts der durch den Landkreis Göttingen geplanten Auflösung der OBS Hattorf eine „Initiative zum Erhalt der OBS Hattorf“ gebildet. Ihr Sprecher, Dirk Pejril, stellte klar: „Die Beschlussfassung im Schulausschuss war ein Etappensieg, der tollen Mobilisierung und überzeugenden Argumentation in der Sache entsprechend. Nunmehr sind wir von der Sorge getragen, dass die demokratische Empfehlung eines Fachausschusses politisch im stillen Kämmerlein umgekehrt wird.“

Pejril betonte nochmals den gefühlten Ausnahmezustand, in dem sich die Samtgemeinde seit gut einer Woche befindet. „Wir haben bei der Demo am Freitag eine Mobilisierung und Unterstützung erlebt, die es so noch nie in der Region gegeben hat – von kostenloser Verpflegung durch eine Bäckerei bis hin zu über 70-Jährigen, die erstmals in ihrem Leben an einer Demo teilgenommen haben.“

Mit Blick auf die Begründung des Landkreises für die geplante Auflösung der OBS Hattorf stellte er klar, dass die Zahlen nicht valide und zum Teil falsch seien, fachlichen und statistischen Prüfungen niemals standhielten und auf einer missbräuchlichen Verwendung beruhen. „Ich bin hier persönlich betroffen, denn ich habe nicht nur zwei schulpflichtige Kinder, sondern habe auch an der Elternbefragung teilgenommen. Ich behaupte, solche Vorgänge lesen und verstehen zu können. Dieser Zweck war aber nicht erkennbar“, so der Sprecher der Initiative. Das Vorgehen des Landkreises bewertete er als intransparent und desolat angesichts der Missachtung von Beteiligungs- und Informationserfordernissen. „Es darf doch niemanden wundern, dass sich die Menschen in dieser Region verschaukelt fühlen und die Kreisfusion thematisieren, wenn man so nebenbei noch weitere Schulschließungen ankündigt.“ Die drohende Vakanz in der Doppelspitze der Schulleitung bezeichnete er als „konstruiert und bewusst herbeigeführt“.

Dirk Pejril kritisierte den Versuch des Landkreises, dem Schulleiter eine verspätete Information der Öffentlichkeit anzulasten. „Es kann nicht sein, dass ein so massiver Einschnitt in das ‚Ökosystem Schule‘ ohne klare Informations- und Entscheidungsgrundlagen der Aufsichts- oder Trägerbehörde durch nachgeordnete Führungskräfte kommuniziert werden soll. Hier wird mit Nebelkerzen versucht von eigenen Fehlern abzulenken.“ Samtgemeindebürgermeister Hellwig verwies in dem Zusammenhang auf ein Schreiben, dass er auf der Grundlage einer Information von Schulleiter Wagner bereits im Dezember vergangenen Jahres an den Landrat gerichtet, aber bis heute keine Antwort erhalten habe.

Im Namen der Eltern und Schüler unterstützte Pejril die Resolution und die Forderung nach einem echten Schulentwicklungsplan im Altkreis Osterode ausdrücklich und bedankte sich bei den Ratsfrauen und -herren aller Fraktionen, die durch ihre uneingeschränkte Solidarität und Ablehnung eines „planlosen Bildungsabbaus mit der Brechstange“ ein klares Zeichen setzen.

Die „Resolution zum Erhalt der Oberschule Hattorf“ ist hier online abrufbar.

Die Online-Petition „Erhalt der OBS Hattorf/Wulften“ ist weiterhin geöffnet: www.openpetition.de/!obs

#OBSunantastbar

 

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