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31.01.2018

Weiteres Vorgehen der Gesundheitsbehörden zu den untersuchten Krebsfällen in Petershütte


Bislang keine Hinweise auf gemeinsame Ursache

...LK Göttingen

Hinweisen aus der Bevölkerung auf eine ungewöhnliche Zahl von Krebsfällen in Petershütte, speziell den sogenannten Glioblastomen, gehen die Gesund­heitsbehörden nach. In diesem Osteroder Stadtteil lag während eines Zeit­raums von acht Jahren bei vier Verstorbenen laut der Todesbescheinigungen ein Glioblastom vor. Bei einem Ortsteil dieser Größe wäre in dem betrachte­ten Zeitraum normalerweise kein oder nur ein Fall zu erwarten.

Glioblastome – bösartige Hirntumore – sind extrem selten und zu möglichen Risiken ist wenig bekannt. Deshalb wurde entschieden, die räumlich-zeitli­che Fallhäufung in Petershütte genauer zu untersuchen, obwohl diese auch rein zufällig zustande gekommen sein könnte.

Die aktuell vorliegenden Informationen liefern bisher keine Hinweise auf eine gemeinsame Ursache der Erkrankungen. Um Hinweise auf mögliche Gemeinsamkeiten zu erhalten, bereitet der Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen jetzt eine Befragung der Angehörigen vor. Darin sollen insbesondere Informationen zu ehemaligen Arbeitsstätten wie auch Wohnadressen ihrer verstorbenen Angehörigen erfragt werden, um Hinweise auf mögliche Gemeinsamkeiten zu erhalten. Hierfür sollen die Angehörigen um Unterstützung gebeten werden. Die Untersuchung erfolgt durch den Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesgesund­heitsamt (NLGA) und dem Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen (EKN).

Bei der Befragung werden auch Umweltfaktoren als mögliche Erklärungsan­sätze berücksichtigt. Im Harz sind Umweltbelastungen durch langjährigen Bergbau sowie durch Rüstungsproduktion während des Zweiten Weltkriegs bekannt. Deshalb wurde auch die Expertise der Umweltbehörde des Land­kreises Göttingen in die Untersuchungen mit einbezogen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Entstehung eines Glioblastoms und Rüstungs­altlasten ist allerdings bisher nicht wissenschaftlich belegt.

Unabhängig von dieser aktuellen Fragestellung wird die Umweltbehörde des Landkreises ihre bereits seit längerem geplanten Untersuchungen zu derartigen Umweltbelastungen fortsetzen. Das Nieder­sächsische Umweltministerium hat die Finanzierung notwendiger Boden- und Grundwasserproben an den sogenannten Schluckbrunnen in Petershütte und an den Leitungen durch das Bremketal bewilligt. Beim Landkreis Göttingen sind die personellen Voraussetzungen geschaffen, mit den Untersuchungen in diesem Jahr zu beginnen. Über die Untersuchungen wird in den öffentlichen Sitzungen des Umweltausschusses des Kreistags berichtet.

Hinweis:

Der Fachbereich Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis Göttingen wird für die geplante Befragung die Angehörigen der Verstorbenen anschreiben. Für Fragen und ggf. Hinweise weiterer Personen ist der Fachbereich erreichbar per Telefon 05522 407 00 00.

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