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27.08.2026
Nah dran statt schwer erreichbar

Eigene Wünsche und Interessen konnten die Jugendlichen in die gemeinsame Freizeitgestaltung einbringen
Aufsuchende Jugendarbeit schafft Vertrauen
...LK Göttingen
Nicht alle jungen Menschen nutzen Jugendzentren, Vereine oder andere etablierte Angebote. Manche werden von klassischen Strukturen der Jugendarbeit kaum oder gar nicht erreicht. Genau hier setzt die
Aufsuchende Jugendarbeit (AuJa) des Landkreises Göttingen an: Sie wartet nicht darauf, dass Jugendliche den Weg zu einem Angebot finden, sondern sucht sie dort auf, wo sie ihren Alltag verbringen.
Im öffentlichen Raum kommen die Mitarbeitenden niedrigschwellig mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch. Die Teilnahme ist freiwillig, die Begegnung findet auf Augenhöhe statt. Entscheidend ist dabei nicht der einzelne Kontakt, sondern die Kontinuität: Aus regelmäßigen
Begegnungen entsteht Vertrauen – und damit ein Zugang zu jungen Menschen, die Unterstützungsangebote sonst häufig nicht in Anspruch nehmen.
Wie tragfähig diese Beziehungsarbeit werden kann, zeigte sich im Juli in Bad Sachsa. Jugendliche und junge Erwachsene, die von der Aufsuchenden Jugendarbeit begleitet werden, fuhren gemeinsam für fünf Tage in das Jugendcamp Lensterstrand an der Ostsee.
Dabei waren sie nicht nur Teil eines vorgegebenen Ferienprogramms. Sie konnten die gemeinsamen Tage mitgestalten und eigene Wünsche und Interessen einbringen. Neben Zeit am Strand und auf dem Campgelände standen unter anderem ein Besuch im Hansa-Park, Ausflüge nach Grömitz und eine Fahrt mit dem Riesenrad auf dem Programm.
Die Ferienfahrt ist dabei mehr als eine gemeinsame Auszeit. Aktivitäten dieser Art vertiefen Beziehungen, schaffen neue Gesprächssituationen und stärken das Vertrauen innerhalb der Gruppe. Zugleich erfahren die
Jugendlichen unmittelbar, dass ihre Interessen gehört werden und sie Angebote selbst mitgestalten können.
„Genau diese Verbindung von Präsenz, Beziehung und Beteiligung prägt die Aufsuchende Jugendarbeit des Landkreises. Durch regelmäßige Treffen im öffentlichen Raum werden die Mitarbeitenden zu verlässlichen
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern“, erläutert Jugenddezernent Conrad Finger die Arbeit seiner Mitarbeitenden. „Sie können bei persönlichen Schwierigkeiten unterstützen, Orientierung geben und bei Bedarf den Zugang zu weiteren Hilfsangeboten erleichtern.“
Neben der kontinuierlichen Arbeit vor Ort gehören auch kleinere und größere gemeinsame Aktivitäten sowie Bildungsangebote zum Konzept. Dazu zählt beispielsweise eine jährlich stattfindende Gedenkstättenfahrt. Ausgangspunkt bleibt immer die Lebenswelt der jungen Menschen.
Das Prinzip: Wer Jugendliche erreichen möchte, die von bestehenden Angeboten kaum erreicht werden, muss dorthin gehen, wo sie sind.
Weitere Informationen zur Aufsuchenden Jugendarbeit und zu den Angeboten für Jugendliche gibt es auf der Website des Landkreises Göttingen.


