Regionales / Harz

21.08.2026

Friendly Fire hilft Goslarer Tierheim-Katzen


200 000 Euro Spenden aus dem Charity-Stream für den Tierschutzverein

von Christian Dolle

Der Tierschutzverein Goslar gehörte zu den Spendenempfängern des letzten „Friendly Fire“. Wer es nicht weiß, „Friendly Fire“ ist ein Charity-Event der Streamer Gronkh, Pandorya, des Teams von PietSmiet (Jonathan Apelt, Dennis Brammen, Sebastian Lenßen, Peter Smits und Christian Stachelhaus), FisHC0p, MrMoregame, Der Heider und PhunkRoyal. Es findet jedes Jahr im Dezember statt, wird auf Twitch gestreamt und während die Teilnehmenden spielen, können Zuschauer Geld für gute Zwecke spenden. Jedes Jahr werden einige Organisationen ausgewählt, die die Unterstützung nach Meinung der Veranstalter verdient haben und nötig brauchen.

Inzwischen sind die Spenden und zudem das Geld, das durch Merchandise obendrauf kommt ausgezählt, aufgeteilt und an die Begünstigten überwiesen worden. Mehr als 200 000 Euro kamen für den Tierschutz in Goslar zusammen. „Das bringt uns wirklich weiter“, sagt der Vorsitzende Ralf Domroes. 

Klage gegen die Bundesrepublik

Von dem Geld soll das Tierheim am Ortsausgang nämlich fit für die nächsten Jahre gemacht werden. Das ist dringend nötig und die Planung für die Renovierung des Katzenhauses zeigte, dass dieses komplett neu gebaut werden muss. Unter dem Grundstück nämlich fließt die Gose, was dazu führt, dass das jetzige Katzenhaus nicht mehr zu retten ist. Da kommt die unerwartete hohe Spende genau richtig. 
Zwar seien Tierheime eine Pflichtaufgabe der Kommunen, sagt Domroes, doch müsse die Politik immer wieder daran erinnert werden. Aus diesem Grund befürwortet er beispielsweise auch die Klage des Deutschen Tierschutzbundes gegen die Bundesrepublik wegen unzureichender Unterstützung von Tierheimen. (An dieser beteiligt sich unter anderem auch der Tierschutzverein in Osterode. "Während wir im Tierheim jeden Tag an unsere Grenzen kommen, zieht sich die Bundesregierung seit Jahren aus der Verantwortung", begründete die hiesige Vereinsvorsitzende Anja Sieger.)

Kleiner Anstoß, große Wirkung

Die „Friendly Fire“-Spende hilft in Goslar, dass die Tierschützer etwas entspannter auf den anstehenden Neubau gucken können. Ob das Geld dann komplett reicht, wird sich zeigen, denn noch sind die Planungen nicht abgeschlossen. Auf jeden Fall tut es gut, nicht nur auf den Staat angewiesen zu sein. Vielleicht kann ja auch das anstehende Sommerfest am 30. August noch weitere Besucher für den Tierschutz begeistern. 
Besonders freut sich Maya Brentrup über diese spannende Reise, die sie im vergangenen Jahr miterleben durfte. Sie war es, die die Organisatoren von „Friendly Fire“ anschrieb und das Tierheim vorschlug. Sie hatte zunächst gar nicht damit gerechnet, berücksichtigt zu werden. Inzwischen ist sie happy, dass ein solcher Versuch am Ende doch eine so große Wirkung haben kann. (Und insgeheim wünscht sie sich immer noch, dass Gronkh vielleicht doch beim Sommerfest vorbeischaut.) 


 

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