12.08.2026
Musik für mehr Miteinander
„Rock 4 Respect“ im Kurpark Lautenthal
von Christian Dolle
Die Spaltung unserer Gesellschaft sei gefährlich, sagte Melli mir, man müsse doch dafür sorgen, dass Menschen wieder sachlich und ohne Vorbehalte miteinander diskutieren. Daher wolle sie keine Veranstaltung gegen Rechtsextremismus machen, sondern eine für etwas. Für gegenseitigen Respekt, für mehr Toleranz, Miteinander, Zusammenhalt und auch für die Demokratie. Damit war die Idee für „Rock 4 Respect“ geboren.
Am vergangenen Sonntag standen Melanie Mau und Martin Schnella, Stiffler’s Dad und auch ich im Kurpark in Lautenthal auf der Bühne, um möglichst viele Menschen mitzureißen. Jorden Roblick sorgte für die Technik und war auch Hauptsponsor des Events, zu dem der Eintritt frei war, um eben niemanden auszuschließen. Melli und Steffen von Stiffler’s Dad begrüßten und machten noch einmal deutlich, dass Musik deshalb so wichtig ist, weil sie immer Menschen verbindet.
Melli und Martin traten als erster Act auf und lockten mit ihrer besonderen Mischung aus akustisch-komplexen Coversongs und eigenen Titeln noch einige Menschen aus dem benachbarten Freibad vor die Bühne. Anschließend las ich eine Story, die von zwei Menschen erzählte, die von einer Demo gegen Rechts flüchten, sich in einem Lost Place verstecken und meinen, dort einen Geist zu sehen.
Den Abschluss machten Stiffler’s Dad mit einer Mischung aus Punk, Rock, aussagekräftigen Texten, einer energiegeladenen Bühnenshow und vor allem guter Laune. Inzwischen kamen einige kurz vorbei, um zu hören, was da so vielversprechend klang, andere hatten es sich längst auf den Bänken oder gleich auf einer Picknickdecke auf der Wiese bequem gemacht. Auch das Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus war vor Ort, so konnte auch gleich für das Fest der Demokratie am kommenden Samstag auf dem Jacobikirchhof in Goslar eingeladen werden.
„Rock 4 Respect“ soll auf jeden Fall fortgesetzt werden, im kommenden Jahr. Auch für diesen Sommer hatte Steffen Heister in einigen Orten im Harz angefragt, erzählte er, oft sei ihm allerdings abgeraten worden. Eine solche Veranstaltung sei zu gefährlich. Das ist etwas, was mir wirklich zu denken gibt.

