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18.07.2026
Schafe verhelfen Rump & Salzmann zu einer 5

Gut bewacht vom Herdenschutzhund: die Schafe und Ziegen aus Wiebrechtshausen auf der Herrichtungsfläche im Dolomit-Steinbruch von Rump & Salzmann
...Rump & Salzmann
Wer in der Schule ein „Mangelhaft“ bekommt, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Bei Rump & Salzmann hingegen freut man sich über eine 5, zu der dem Unternehmen ausgerechnet Schafe und Ziegen aus Wiebrechtshausen verhelfen. Sie grasen in einem bestimmten Bereich des Werksgeländes bei Uehrde, der zusammen mit ihrer Beweidung insgesamt fünffach genutzt wird.
Wie in jedem Jahr ist auch 2026 eine Herde aus der Klosterschäferei Wiebrechtshausen zu Gast bei dem Rohstoffunternehmen. Diesmal allerdings grasen die Tiere nicht nur auf den Flächen des ehemaligen Standortübungsplatzes, die heute unter Naturschutz stehen und die sie durch ihre Beweidung freihalten. In diesem Jahr halten sie sich auch auf einer sogenannten „Herrichtungsfläche“ auf. Hier hat man in der Vergangenheit Dolomit abgebaut und das Areal anschließend mit Abraum verfüllt und neu modelliert. Eine doppelte Nutzung also.
Projektleiter Uwe Schridde: „Solche auf den ersten Blick kargen Flächen sind für die Natur besonders wertvoll. Denn auf diesen Magerböden können sich Pflanzen ansiedeln, die es ansonsten in unserer intensiv genutzten Landschaft schwer haben. Man spricht deshalb von ‚Sukzessionsflächen‘. Rund 100 Arten zählt man hier, deren Blütenreichtum natürlich auch Insekten anlockt. Dies ist der dritte Nutzungsaspekt.“
Um den benötigten Lebensraum für die Primärarten zu sichern, welche für die Biodiversität so wertvoll sind, wird diese Herrichtungsfläche immer wieder durch Raupe oder Bagger umbrochen. Schridde: „Was wie ein Werk der mutwilligen Zerstörung wirkt, schafft im Gegenteil die Voraussetzung für neues Leben. Man spricht auch von ‚Störungsökologie‘. In Deutschland gibt es nur einen Lehrstuhl, der sich mit diesem Thema beschäftigt, und zwar an der Universität Bayreuth. Mit dem dort forschenden Biologen Dr. Andreas von Heßberg stehen wir in engem Kontakt. Das Ergebnis in Uehrde ist ein Mosaik aus den verschiedensten Arten, das eine maximale Vielfalt bietet. Wir bewegen uns also hier mit an der Spitze in der aktuellen Biodiversitätsforschung.“
Die vierte Nutzung dieser ungewöhnlichen Fläche ist blau und unübersehbar. Lange Reihen von Solarmodulen stehen Spalier. Hier produziert man nämlich auch Strom. Es handelt sich um sogenannte bifaziale Module, welche senkrecht stehen und auf beiden Seiten Solarzellen aufweisen. Sie haben einen minimalen Flächenbedarf und stören das Pflanzenwachstum nicht. Dafür versorgen sie den Steinbruchbetrieb mit Ökostrom.
Und schließlich kommen die Schafe und Ziegen aus Wiebrechtshausen ins Spiel, welche diese karge Fläche beweiden und so durch ihren Huftritt und ihre Exkremente weitere Artenvielfalt ermöglichen und begünstigen. Projektleiter Schridde: „Was beim ersten Hinsehen wie eine eher langweilige Ödlandfläche wirkt, ist bei näherer Betrachtung ein ausgesprochen wertvolles kleines Ökosystem, das sich auch noch energetisch nützlich macht. Darauf sind wir bei Rump & Salzmann auch ein bisschen stolz.“



