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25.06.2026

DLRG Ortsgruppe Westharz appelliert: Kinder am Wasser niemals aus den Augen lassen


Die Kampagne 'DU bist die Aufsicht!' soll Eltern und Begleitpersonen dafür sensibilisieren, Kinder im Wasser nie unbeaufsichtigt zu lassen.

Präventionsteam um Mareike Hartmann unterstützt die Kampagne „DU bist die Aufsicht!“ und erinnert an die lebenswichtige Bedeutung elterlicher Aufsicht.

von Herma Niemann

Hohe Temperaturen machen das kühle Nass in heimischen Pools, Freibädern und Seen besonders verlockend. Doch die DLRG-Ortsgruppe Westharz, insbesondere das engagierte Präventionsteam um Mareike Hartmann, das im Sommer die Baderegeln und im Winter die Eisregeln mit Kindern übt, warnt vor den Gefahren am Wasser und macht auf die aktuelle Kampagne der DLRG aufmerksam.

Die Relevanz des Themas ist hoch: Zwar lag die Zahl der tödlich verunglückten Kinder bis zehn Jahre im Jahr 2025 mit 13 Fällen deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre von 29 Fällen. Dennoch gilt für die DLRG: Jeder Ertrinkungstod ist einer zu viel. Viele dieser Unfälle hätten durch konsequente elterliche Aufsicht verhindert werden können – egal ob beim Planschen im Pool im eigenen Garten, beim Ausflug ins Freibad oder an den Badesee. Ein kurzer unaufmerksamer Augenblick reicht aus, um alles zu verändern.

Wie schnell es zur Katastrophe kommen kann, zeigt ein Fall aus dem vergangenen Jahr im Freibad Nordheim im Landkreis Heilbronn. Dort retteten die damals elfjährige Marlene und der zwölfjährige Leo von der DLRG-Ortsgruppe Nordheim einen kleinen Jungen aus dem Schwimmbecken. Der Vierjährige war ohne die Aufsicht eines Elternteils vom Ein-Meter-Brett ins Wasser gesprungen und nicht wieder aufgetaucht. Nachdem Leo ihn aus fast vier Metern Tiefe an die Wasseroberfläche geholt hatte, presste Marlene Wasser aus seiner Lunge, bis er wieder atmete. Die beiden Jugendlichen sind in diesem Jahr die Gesichter der Kampagne „DU bist die Aufsicht!“.

Die Kampagnenmotive zeigen eindrücklich: Nicht jedes Kind hat im Ernstfall so mutige Retter an seiner Seite. Ergänzend dazu greifen weitere Motive die möglichen Folgen eines unbeaufsichtigten Moments am Wasser auf. Damit unterstreicht die Kampagne ihren zentralen Appell: Kinder in der Nähe von Wasser niemals aus den Augen lassen. Auch das Badepersonal ersetzt nicht die elterliche Aufsichtspflicht.

Die Kampagne „DU bist die Aufsicht!“ sensibilisiert Eltern und Begleitpersonen dafür, dass die Verantwortung für Kinder im Wasser niemals an das Badepersonal abgegeben werden darf. Schon ein kurzer Moment der Ablenkung – beispielsweise durch das Smartphone – kann lebensgefährlich sein. Zu den Kernbotschaften der DLRG gehört, dass die Aufsichtspflicht nicht mit dem Kauf eines Tickets oder durch die Anwesenheit von Rettungsschwimmern endet. Handys und andere Ablenkungen sollten beiseite gelegt werden, sobald Kinder im Wasser sind.

Besonders wichtig sei das Wissen, dass Kinder meist leise ertrinken. Anders als oft dargestellt, machen sie in einer Notsituation kaum auf sich aufmerksam und gehen häufig innerhalb weniger Sekunden lautlos unter. Zudem weist die DLRG darauf hin, dass ältere Geschwister keine geeigneten Aufsichtspersonen am Wasser sind. Die Verantwortung für jüngere Kinder kann sie schnell überfordern. Die Aufsicht sollte deshalb immer von einem Erwachsenen übernommen werden.

Auch Schwimmhilfen oder bereits erworbene Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen oder das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze ersetzen niemals die ständige und aufmerksame Beobachtung durch Eltern oder andere erwachsene Begleitpersonen.

 

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