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15.06.2026

Bunt, vielfältig und lebensfroh der Kälte und dem Gegenwind trotzen


CSD in Herzberg mit Parade durch die Stadt und Livemusik 

von Christian Dolle

„Gleiche Rechte für alle heißt nicht weniger Rechte für dich. Das ist kein Kuchen!“, stand auf einem Schild bei der Parade des CSD in Herzberg. Während der Wind die grauen Wolken fernhielt, sammelten sich etliche auffallend bunte Teilnehmer*innen am Samstagnachmittag vorm Wasserrad am Zamenhofplatz, um wenig später durch die Fußgängerzone zu ziehen.

Sichtbarkeit ist immer noch ein wichtiger Aspekt für Menschen aus queeren Communities. Der Christopher Street Day, so erläuterten Lena und Lena als Sprecherinnen des veranstaltenden Jungedrings Harzland später auf dem Marktplatz, basiert auf den Aufständen homosexueller und anderer sexueller Minderheiten 1969 in New York. Seitdem kämpfen Menschen, die sich LGBTQIA+ zugehörig fühlen, um gleiche Rechte und gesellschaftliche Anerkennung ihrer Lebensrealität. 

Die Parade sollte auch im Harz daran erinnern, aber ebenso später auf dem Marktplatz Vielfalt und Toleranz feiern. Der CSD finde nicht wegen seines Vornamens hier in Herzberg statt, betonte Bürgermeister Christopher Wagner, sondern weil sich die Teilnehmer beim ersten Mal vor zwei Jahren hier offenbar wohlgefühlt haben. Hier werde Vielfalt geschätzt und jeder sei willkommen. Das freue ihn und sollte als Zeichen dieses Tages an alle Menschen der Region ausgehen. 

Mit viel Musik und einigen Ständen wurde gefeiert, mit dabei unter anderem DemokraTeaTime, Schlau Göttingen, die Omas gegen Rechts, das Kinder- und Jugendbüro Herzberg, der Jugendrat Herzberg, Rock und Kultur am Harz und viele, viele mehr. Auch beispielsweise auch die „Krüppel gegen Rechts“, die sich selbstbewusst und ein wenig selbstironisch so nennen und eine Initiative für Gleichwertigkeit allen Lebens sind. So unterschiedlich alle Menschen an diesem Nachmittag auch waren, so sehr verband sie alle eine menschenrechtsorientierte, offene Weltsicht, und ihr Wunsch, sich gegen Angriffe dagegen zur Wehr zu setzen und unsere Demokratie, die all das per Grundgesetz ermöglicht, zu verteidigen. 

Gelebtes Miteinander, so lässt sich das Event beschreiben, es gab viele Gespräche untereinander, gegenseitiges Kennenlernen und bis in den Abend hinein natürlich auch Feiern zu Livemusik, die von den Jugendlichen Organisatoren ausgesucht worden war. Sängerin Panoraa machte den Anfang, es folgte Rapper Friso, der sofort neue Fans hinzugewann, dann die Band Niemals und etliche weitere Acts. Ein rundum gelungenes Programm und vor allem positive Menschen, die selbstbewusst Kälte und Gegenwind (und hier ist nicht nur das Wetter gemeint) trotzen können. 









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