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12.06.2026

Vor 37 Jahren fing es an, jetzt ist Schluss!


Loukas Maniatis mit dem Programmheft Herbst 1989 mit Ulrike Schmidt von der Geschäftsstelle der VHS in Osterode, die ihn viele Jahre begleitete

Auch wenn’s schwerfällt, Loukas Maniatis gibt seine letzte Neugriechischstunde

...VHS Osterode

Im Herbstprogramm des Jahres 1989 zeigt die Kreisvolkshochschule Osterode erstmalig einen Kurs zur Griechischen Literatur und zwei Neugriechisch-Sprachkurse an. Seitdem ist Loukas Maniatis als Lehrkraft immer mit mehreren Angeboten im VHS-Programm vertreten, unterbrochen eigentlich nur durch Corona und ein paar Jahre Auslandsaufenthalt in Äthiopien.

Maniatis liebt seine Heimat, seine Muttersprache, die Landschaft der Peleponnes und den orthodoxen Ritus. Unter der griechischen Diktatur war er politisch engagiert und verließ sein Land schließlich auch vor diesem Hintergrund. Nach dem Tod seines Vaters zog er 1966 zusammen mit seiner Mutter zu den zwei Brüdern, die in Baden-Württemberg als Gastarbeiter lebten. Wie sie startete er in Blaubeuren als Arbeiter, bevor er zum Militärdienst nach Griechenland berufen wurde. Trotz seiner kritischen Haltung zur jüngsten griechischen Vergangenheit leistete er seinen Dienst in Griechenland ab - aus Solidarität zu seinem Vaterland und mit einem Aufenthaltstitel, der sicherte, dass er danach auch wieder in seine neue Wahlheimat Deutschland ausreisen durfte.

„Die griechischen Beamten kann ich nicht leiden“, sagt er beim Verabschiedungsgespräch in der VHS-Geschäftsstelle. „Auch die Unart, wie mit Betonklötzen die griechische Landschaft verschandelt wird,“ tut ihm weh. Aber vor allem ist er in Deutschland angekommen und fühlt sich dem Land zugehörig.

 

1980 zieht er nach dem Militärdienst zu einem Freund nach Göttingen und studiert dort Germanistik und Politik. Er gibt Deutschkurse für Ausländer und unterrichtet seine Muttersprache. In der Gaststätte „Weinparadies“ in Göttingen lernt er seine Frau kennen, mit der er schließlich eine Familie in Katzenstein gründet. Und damit erscheint er auch als Dozent bei der Volkshochschule, der er bis heute treu geblieben ist.

 

Mit einem Kurs macht er bald eine Studienreise nach Griechenland. So bildet sich eine Lerngemeinschaft, die bis heute als fester Kern in den Griechischkursen von Maniatis immer wieder erscheint. Da Maniatis gerne Lieder im Unterricht einsetzt, um die Sprache zu vertiefen, hat sich aus dieser Lerngruppe auch der deutsch-griechische Chor „Parea“ gebildet, der mittlerweile überregional auftritt, von der Aegidienkirche in Osterode bis hin zu Chorreisen nach Kreta.

„Ich würde gern besser Deutsch sprechen“, stapelt Maniatis tief. „Aber ich habe auch nie ernsthaft versucht, meinen Akzent loszuwerden.“ Jetzt will er seine Freizeit nutzen, um seine Heimat gründlicher zu bereisen. Und dann hat er Paris für sich entdeckt. Drum wird er der VHS als Teilnehmender sicherlich treu bleiben und sich in Französisch fit machen lassen.       

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Auf dem Foto: Loukas Maniatis mit dem Programmheft Herbst 1989 mit Ulrike Schmidt von der Geschäftsstelle der VHS in Osterode, die ihn viele Jahre begleitete.

 

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