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05.05.2026
Wegsehen ist keine Option

Kreiswohnbau beteiligt sich an vdw-Kampagne "Kein Raum tür häusliche Gewalt"
von Corina Bialek und Kreiswohnbau
Osterode. Die Kreiswohnbau Osterode am Harz / Göttingen GmbH beteiligt sich an der Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw). Damit setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für ein sicheres und respektvolles Zusammenleben in ihren Wohnquartieren.
Die Initiative, die gemeinsam mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen ins Leben gerufen wurde, verfolgt ein klares Ziel: Häusliche Gewalt sichtbar zu machen, Betroffene zu unterstützen und das Bewusstsein in der Gesellschaft nachhaltig zu stärken. Denn Gewalt geschieht häufig dort, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten - in den eigenen vier Wänden.
„Im Rahmen dieser Kampagne leiten wir vielfältige Schritte ein“, erläuterte Michael Birlin, Geschäftsführer der Kreiswohnbau, bei der Vorstellung der Kampagne. „Ein zentraler Baustein sind praxisnahe Schulungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und Fachberatungsstellen. Ziel der Schulungen ist es, Sicherheit im Handeln zu gewinnen und Verantwortung zu teilen. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Technik und Kundenbetreuung, die sich täglich in den Quartieren bewegen und enge Beziehungen zu den Mietern pflegen, können mit dem erworbenen Wissen Anzeichen häuslicher Gewalt frühzeitig erkennen, richtig einordnen und sensibel handeln. Zudem können sie Betroffene kompetent an passende Hilfsangebote weiterleiten. Die Schulungen sind außerdem sehr hilfreich, um die menschliche Unsicherheit bei der Deutung solcher Situationen zu überwinden.
Wir von der Kreiswohnbau Osterode am Harz/Göttingen GmbH verstehen Wohnen nicht nur als Bereitstellung von Wohnraum, sondern als einen Hort des sozialen Miteinanders. Mit der Teilnahme an der Kampagne tragen wir aktiv dazu bei, das Wohnumfeld zu einem Ort der Sicherheit und Geborgenheit für unsere Bewohner zu machen. Als Wohnungsunternehmen tragen wir Verantwortung für das Zusammenleben in unseren Quartieren. Mit unserer Beteiligung an dieser Kampagne setzen wir ein klares Zeichen: Für häusliche Gewalt ist in unseren Häusern kein Platz - Wegsehen ist keine Option." so Michael Birlin abschließend.
„Darüber hinaus machen wir durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen auf das Thema aufmerksam. Mit Aushängen in Treppenhäusern, Informationsmaterialien sowie digitalen Formaten tragen wir die Botschaft der Kampagne aktiv in unsere Hausgemeinschaften", so Elke Roch, Kreiswohnbau. „Wir wollen den Druck auf die Täter erhöhen. Selbst wenn Plakate und Aufkleber in Treppenhäusern abgerissen werden, werden diese durch unsere Mitarbeiterin immer wieder neu angebracht, um Präsenz zu zeigen. Im Bereich Social Media haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Statements abgegeben, die als Reels veröffentlicht werden.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Bereitstellung und Weitergabe von Hilfsangeboten. Wir stellen unseren Mieterinnen und Mietern wichtige Kontaktstellen und Notrufnummern zur Verfügung, um Betroffenen den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern. Denn niemand soll in einer solchen Situation allein bleiben. Neben der Polizei (110) gehört dazu das bundesweite kostenlose Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 016. Diese Hotline ist rund um die Uhr in verschiedenen Sprachen erreichbar, ohne dass vorab eine Anzeige erstattet werden muss.
„Der Aufsichtsrat begrüßt diese Initiative ausdrücklich, betonte Bürgermeister Jens Augat. Es gibt kaum einen besseren zivilgesellschaftlichen Partner für Präventionsarbeit als die Kreiswohnbau mit ihrem großen Wohnungsbestand. Gewalt gegen Frauen ist kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem, das derzeit wieder zunimmt. In diesem Jahr gab es bereits Anfang Mai so viele Femizide wie im gesamten letzten Jahr. Das Thema wird oft tabuisiert, und es findet eine schlimme Täter-Opfer-Umkehr statt. Zudem wird das Thema oft instrumentalisiert, etwa durch rechte Narrative, obwohl Statistiken zeigen, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt - unabhängig von der Herkunft. Gerade wir Männer haben hier eine Verantwortung - auch als Väter - und müssen für das Thema sensibilisiert werden.“
Die Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" versteht sich als starke Vernetzungsinitiative zwischen Wohnungsunternehmen, Polizei, Beratungsstellen und weiteren Partnern. Gemeinsam wird daran gearbeitet, Prävention zu stärken, Betroffene zu schützen und Täter zur Verantwortung zu ziehen.
„Mit unserer Beteiligung unterstützen wir diese wichtige Initiative und setzen uns aktiv dafür ein, dass unsere Wohnquartiere Orte des Vertrauens, der Sicherheit und des respektvollen Zusammenlebens bleiben.“
Über die Kampagne
Die Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" wurde vom vdw Niedersachsen Bremen gemeinsam mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen gestartet und wird zunächst als Pilotprojekt umgesetzt. Sie bündelt bestehende Präventionsarbeit und bringt diese gezielt in Wohnquartiere. Langfristig ist eine landesweite Ausweitung geplant. Ziel ist es, Mitarbeitende, Nachbarschaften und Hausgemeinschaften zu sensibilisieren und zu befähigen, hinzusehen, richtig zu reagieren und Hilfe zu ermöglichen.


