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04.05.2026
Märchental Bad Grund braucht dringend Unterstützung

Das Märchental in Bad Grund braucht finanzielle Unterstützung, damit es auch weiterhin mit den Geschichten verzaubern kann
Eine Spendenaktion soll den Erhalt des besonderen Ausflugsziels sichern, denn die Betreiber stehen vor großen Herausforderungen.
von Herma Niemann
Bad Grund. Mitten im Wald liegt ein Ort, der über Jahrzehnte hinweg Generationen von Kindern verzaubert hat: das Sagen- und Märchental Bad Grund. Eine fantasievolle Anlage aus handgebauten Miniaturhäusern, Märchenfiguren und liebevoll gestalteten Szenen, die in den 1970er Jahren von dem Bergmann Hans-Dieter Brandt erschaffen wurde – mit dem Ziel, Geschichten sichtbar und erlebbar zu machen.
Heute steht dieser besondere Ort erneut vor einer ungewissen Zukunft. Zeit, Witterung und fehlende finanzielle Mittel haben deutliche Spuren hinterlassen. Viele Figuren sind beschädigt, zahlreiche Szenen müssen aufwendig restauriert werden. Seit Ostern 2024 ist das Märchental geschlossen.
Die heutigen Betreiber Sarah Hoffmann und Gordon Dammeyer hatten die Anlage 2019 von Kerstin und Christian Hoffmann übernommen und bereits erste Renovierungen angestoßen. Zuvor war das Märchental schon einmal für zwei Jahre geschlossen gewesen. Nun ist der Sanierungsbedarf jedoch so groß, dass ein Weiterbetrieb ohne Unterstützung nicht möglich ist.
Um den Verfall aufzuhalten, haben die Betreiber eine Spendenaktion über die Plattform GoFundMe gestartet mit einer Spendensumme von 12.000 Euro, die aber nur eine Empfehlung der Plattform war, voraussichtlich ist der Bedarf noch höher.
.„Es ist irgendwie wie im Märchen – auch wir stehen vor drei Aufgaben, die wir bestehen müssen“, sagt Hoffmann im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die erste Aufgabe ist bereits bewältigt: Zur Sicherung des Geländes mussten kranke Bäume entfernt und gesunde gepflegt werden – eine Auflage der Landesforst, die mit Unterstützung umgesetzt wurde.
Die größte Herausforderung wurde jedoch erst im Anschluss sichtbar: Nach einer Überprüfung der Technik steht fest, dass die komplette Elektrik erneuert werden muss – inklusive Leitungen und Sicherungskasten. Der E-Check konnte auch dank einer Spende durchgeführt werden. Ohne eine funktionierende Stromversorgung bleibt das Märchental aber im Dunkeln.
Parallel dazu stehen weitere umfangreiche Arbeiten an. Auch die Wasserführung muss neu aufgebaut werden – mit verrohrtem Wasserfall, neuen Wasserläufen und einer stabilen Terrasse im entsprechenden Bereich. Darüber hinaus sollen die Figuren restauriert und Kulissen instand gesetzt werden. Dafür suchen die Betreiber unter anderem Kontakt zu Puppenbauern sowie Menschen, die handwerklich geschickt sind und sich einbringen möchten.
Hoffmann betont dabei die außergewöhnliche Detailarbeit des Erbauers Brandt. So seien beispielsweise Dächer aus unzähligen kleinen „Schuppen“ von Tannenzapfen gefertigt – für sie ein Zeichen der besonderen Hingabe, die in dem Projekt steckt. Er nutzte auch Scheibenwischermotoren, Fahrradketten, Flaschenzüge und Magneten, um seine mechanischen Märchenszenen zum Leben zu erwecken.
Ein neu gegründeter Förderverein ist inzwischen als eingetragener Verein anerkannt und soll künftig zusätzliche Mittel einwerben, etwa über Förderprogramme wie LEADER. Auch mit der Gemeinde stehen die Betreiber im Austausch, Unterstützung wurde bereits signalisiert – nicht zuletzt, weil der geplante Kugelbahnweg künftig am Märchental vorbeiführen soll.
Trotz aller Herausforderungen wurde mit viel Eigenleistung bereits begonnen, dem Gelände neues Leben einzuhauchen. „Der Wiederaufbau ist nicht allein zu stemmen“, macht Hoffmann aber deutlich. Ziel sei es, das Märchental nicht nur zu erhalten, sondern behutsam weiterzuentwickeln – mit neuen Märchenstationen, sicheren Wegen und einem aufgewerteten Gesamtbild. Der Ort soll auch künftig ein Erlebnis für Kinder, Familien und Besucher bleiben und Kunst, Kultur sowie Natur miteinander verbinden. Für die Betreiber ist klar: Das Märchental ist weit mehr als ein Ausflugsziel. Es ist ein Ort mit Geschichte und Seele – ein Ort, an dem Kinder staunen, Geschichten lebendig werden und Fantasie Raum bekommt. Hoffmann dankt bereits jetzt den Unterstützern für ihr Engagement.
„Das Märchental ist mir eine Herzensangelegenheit. Die Erzählkultur, die früher für Menschen essenziell war, soll erhalten bleiben. Das darf nicht verloren gehen – und wir wollen auf keinen Fall ein Lost Place werden“, sagt Hoffmann.
Umso größer ist der Wunsch, diesen besonderen Platz zu bewahren. Jede Unterstützung kann dazu beitragen, das Märchental aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und für kommende Generationen zu erhalten. Die Spendenaktion mit aktuellen Informationen ist zu finden unter https://www.gofundme.com/s?q=M%C3%A4rchental+bad+grund.

