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18.04.2026
Der Wandel einer kleinen Raupe zum bunten Schmetterling

Förderverein übergibt Zuchtsets an alle Klassen der Grundschule am Hausberg
...Mareike Spillner
Na, was kriecht denn da? Vorsichtig beugen sich die Kinder über kleine, durchsichtige Behälter. Winzige Raupen tasten sich voran, kleiner als ein Fingernagel – und doch steht ihnen ein großer Wandel bevor. Direkt nach den Osterferien hat jede Klasse der Grundschule am Hausberg in Bad Lauterberg ihr eigenes Zuchtset erhalten: Zehn Raupen, die in den kommenden Wochen zu farbenprächtigen Schmetterlingen heranwachsen sollen – zu Distelfaltern, um genau zu sein.
Die Übergabe fühlte sich fast ein bisschen wie Weihnachten im Frühling an. Möglich gemacht wurde das Projekt durch ein besonderes Geschenk des Fördervereins, das am Donnerstag feierlich an Schulleiterin Viola Thieme-Brandt sowie die Klassen eins bis vier überreicht wurde. Überreicht werden konnte dieses besondere Geschenk nur dank der Mitglieder und Spenden.
Seitdem ist die Aufregung in den Klassenzimmern groß: Was essen Raupen überhaupt? Und welche Raupe wächst am schnellsten?
Tag für Tag beobachten die Kinder, wie sich die kleinen Tiere verändern. Zunächst fressen sie unermüdlich Fruchtzucker, werden größer und kräftiger, bis sie sich nach etwa ein bis zwei Wochen verpuppen. Still hängen sie dann in ihren Kokons – unscheinbar und doch voller Leben. Wieder vergehen ein bis zwei Wochen, bis sich die Hülle öffnet und ein Schmetterling schlüpft. Bei warmen 24 Grad kann dieses Wunder der Natur schon nach rund drei Wochen vollendet sein, bei kühleren Temperaturen braucht es etwas länger.
Ausgestattet sind die Sets mit allem, was kleine Forscherinnen und Forscher brauchen: Neben den Raupen aus deutscher Zucht gibt es ausreichend Nahrung, spezielle Aufzuchtbehälter, Volieren für die geschlüpften Schmetterlinge sowie Lupen, Bestimmungstafeln und vieles mehr. Zusätzlich gab es noch Schmetterlingshäuser zum selbst bemalen dazu. So wird aus jedem Klassenzimmer für eine Weile ein kleines Natur-Labor.
Und dann, eines Morgens, wird es so weit sein: Ein frisch geschlüpfter Distelfalter entfaltet vorsichtig seine Flügel. Orange-rot-braun werden sie im Licht schimmern, durchzogen von dunklen Mustern und weißen Flecken, fein gesäumt in Schwarz und Weiß. Mit einer Spannweite von bis zu sechs Zentimetern wirkt er plötzlich erstaunlich groß – und wunderschön.
Doch das Projekt ist mehr als nur ein faszinierendes Schauspiel. Es lädt die Kinder dazu ein, genau hinzusehen, Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu verstehen. Ganz nebenbei vermittelt es, wie wertvoll und schützenswert Natur ist – und wie jeder Einzelne achtsam mit ihr umgehen kann.




