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07.04.2026

22. SchulKinoWochen Niedersachsen


Sowohl in Herzberg am Harz als auch in anderen Orten Niedersachsens finden ab Frühsommer bis Ende 2026 die SchulKinoTage DEMOKRATIE! statt

Lernen im Kinosaal: 22. SchulKinoWochen Niedersachsen mit über 82.000 Teilnehmenden

...Annika Platt

Hannover. Gute Bilanz für die 22. SchulKinoWochen Niedersachsen: Insgesamt 82.084 Schüler:innen und Lehrkräfte hatten sich im Zeitraum vom 5. bis 18. März 2026 für die landesweiten Filmvorführungen angemeldet. Damit bleiben die SchulKinoWochen im März ein zentraler Bestandteil kultureller Bildungsarbeit in Niedersachsen. „Wir sind sehr zufrieden mit der diesjährigen Resonanz. Die konstant hohen Anmeldezahlen zeigen, dass das Interesse an filmischer Bildung ungebrochen ist. Kino als Lernort ermöglicht es, Unterrichtsthemen emotional und nachhaltig zu vermitteln“, resümiert Projektleiter Jörg Witte.

Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten öffnen niedersächsische Filmtheater ihre Säle für ein pädagogisch kuratiertes Programm. In diesem Jahr beteiligten sich 87 Kinos im ganzen Land. Lehrkräfte konnten aus über 85 Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Kurzfilmen wählen und so den Unterricht um besondere Perspektiven erweitern.

Die meist besuchten Filme waren „Checker Tobi - die heimliche Herrscherin der Erde“ mit über 17.000 Besucher:innen, „Paddington in Peru“ mit 5.300, „Der wilde Roboter“ mit 4.800 und „Momo“ mit 4.500 Besucher:innen.

27 Vorstellungen wurden moderiert und durch anschließende Filmgespräche ergänzt. Dabei erhielten die Schüler:innen die besondere Gelegenheit, Fragen zum Inhalt und zur Entstehung der gezeigten Filme direkt an die anwesenden Gäste zu richten. Zu den Höhepunkten zählten die Vorführungen des Spielfilms „Amelie rennt“ im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Medizin der Zukunft“, die in Kooperation mit dem Die SchulKinoWochen Niedersachsen wurden in diesem Jahr von mehr als 82.000 Schüler:innen und Lehrkräften besucht.Deutschen Zentrum für Lungenforschung stattfand. Als Expert:innen waren Dr. Marie Bickes und Dr. Christopher Wirks zu Gast. Besonders nachhaltig wirkten auch die Sonderveranstaltungen mit der Regisseurin Cornelia Grünberg und die Vorführung ihrer Langzeitdokumentation „Achtundzwanzig – Der Weg ist das Ziel“, die junge Mütter über einen Zeitraum von vierzehn Jahren begleitete.

Gelungener Auftakt in Wolfsburg

Eröffnet wurden die SchulKinoWochen am 5. März 2026 mit einer Sonderveranstaltung im Delphin-Palast Wolfsburg. 193 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Realschulen Vorsfelde und Groß Ilsede nahmen teil und machten den Kinosaal zum Klassenzimmer. Gezeigt wurde der Film „Das geheime Stockwerk“, den im Verlauf der SchulKinoWochen landesweit über 4.000 Schülerinnen und Schüler gesehen haben. Der Film verbindet Fantasy- und Krimielemente mit historischen Ereignissen und vermittelt kindgerecht Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus. Zu den Gästen der Eröffnung zählten unter anderem Regisseur Norbert Lechner, Hauptdarsteller Maximilian Reinwald, Meike Götz (Geschäftsführerin nordmedia), Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann sowie Dr. Kati Zenk (IG Metall Wolfsburg). Auch Vertreterinnen und Vertreter von VISION KINO, dem Film & Medienbüro Niedersachsen sowie des Projektteams waren vor Ort. Durch das Programm führte Moderatorin Gundi Doppelhammer gemeinsam mit Schülerinnen der Realschule Vorsfelde.

In einem Videogrußwort betonte Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg die besondere Bedeutung des Mediums Film für die Bildungsarbeit: Filme könnten Emotionen wecken, Perspektiven eröffnen und Themen oft eindrücklicher vermitteln als klassische Unterrichtsformate. Im Anschluss an die Vorführung standen Regisseur und Hauptdarsteller für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung – für viele Schülerinnen und Schüler ein besonderes Erlebnis, Filmschaffende persönlich kennenzulernen. Auch Oberbürgermeister Dennis Weilmann unterstrich die Relevanz des Eröffnungsfilms: Gerade vor dem historischen Hintergrund Wolfsburgs sei es wichtig, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Film könne Geschichte auf eine Weise erfahrbar machen, die nachhaltig wirke.

SchulKinoTage DEMOKRATIE! ab Juni 2026

Im Anschluss an die diesjährigen SchulKinoWochen finden ab Juni 2026 wieder die SchulKinoTage DEMOKRATIE! statt. In ein- oder mehrtägigen Veranstaltungsformaten werden speziell kuratierte Filme zum Themenschwerpunkt Demokratie für alle Altersstufen und Schulformen gezeigt. Unterschiedliche Lebensgeschichten eröffnen den Schülerinnen und Schülern einen emotionalen Zugang zu demokratischen Von rechts nach links: Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann im Gespräch mit dem Kinderdarsteller Maximilian Reinwald, Emilia Schlothauer und Leah Michelle Kerl von der Realschule Vorsfelde, Regisseur Norbert Lechner sowie mit Moderatorin Gundi Doppelhammer. Grundwerten und verdeutlichen deren Bedeutung für das eigene Leben. Bestandteil der Filmvorführungen sind moderierte Filmgespräche mit Expert:innen sowie Gästen, die an der Konzeption und Produktion der Filme beteiligt sind.

Mit den SchulKinoTagen DEMOKRATIE! wird das gemeinsam mit regionalen Kooperationspartnern entwickelte Bildungsformat der „Filmprojekttage zur demokratischen Grundversorgung“ fortgeführt, das 2024 erfolgreich gestartet und 2025 weiter ausgebaut wurde. In Herzberg am Harz finden im Juni 2026 in den Central-Lichtspielen bereits die 4. SchulKinoTage DEMOKRATIE! statt. Parallel dazu feiern die SchulKinoTage in Einbeck ihre Premiere. Eine weitere Erstauflage ist für Ende August / Anfang September 2026 geplant: In Kooperation mit dem Landkreis Heidekreis werden die SchulKinoTage DEMOKRATIE! erstmals in den Kinos in Walsrode und Schneverdingen durchgeführt. Zum Jahresabschluss folgen Ende November / Anfang Dezember 2026 die 3. SchulKinoTage DEMOKRATIE! in der Schauburg Cineworld in Vechta und im Capitol Kino in Lohne.

Über das Projekt

Die SchulKinoWochen Niedersachsen werden veranstaltet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz in Kooperation mit dem Film & Medienbüro Niedersachsen e.V. sowie weiteren Landespartnern. Unterstützt und gefördert werden sie vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt und der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH. VISION KINO ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Sie wird unterstützt von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek sowie der Kino macht Schule GbR, bestehend aus AllScreens – Verband Filmverleih und Audiovisuelle Medien e.V., dem HDF Kino e.V., der Arbeitsgemeinschaft Kino • Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. Die Schirmherrschaft über VISION KINO hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernommen.


Die SchulKinoWochen Niedersachsen wurden in diesem Jahr von mehr als 82.000 Schüler:innen und Lehrkräften besucht

v.r.: Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann im Gespräch mit dem Kinderdarsteller Maximilian Reinwald, Emilia Schlothauer und Leah Michelle Kerl von der Realschule Vorsfelde, Regisseur Norbert Lechner sowie mit Moderatorin Gundi Doppelhammer

 

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