24.03.2026
Eine Messe für die Buddenbrooks und für Batman
Regionale Autoren auf der Leipziger Buchmesse
von Christian Dolle
Die Leipziger Buchmesse hat mit mehr als 300 000 Besuchern erneut einen Rekord gebrochen. Ein deutliches Zeichen dafür, wie viele Menschen sich für Literatur begeistern und dass das Medium Buch keinesfalls tot ist. Grund dafür ist sicher auch das pralle Leben auf der Buchmesse, das nicht nur von Verlagen, Autorinnen und Autoren und eben Büchern geprägt wird, sondern auch von den vielen Cosplayern, die von der integrierten Manga Comic Con angezogen werden.
Es ist genau diese Vielfalt der Literatur, die in Leipzig zur Schau getragen wird und manchen – auch in der Politik – schlicht zu woke ist. Neben der großen und ernsten Literatur finden sich in den Messehallen zahlreiche Sparten- und Kleinstverlage sowie Selfpublisher und noch ein Stück weiter auch Comics und Mangas und der dazugehörige Merch sowie Kunst aus dem popkulturellen Bereich. Es ist eine Erweiterung des Kulturbegriffs, die nicht jedem gefällt. Den Besucher*innen (ja, das Sternchen ist hier ganz bewusst zu setzen) offenbar schon.
Treffpunkt für alle, die Bücher lieben
Die Leipziger Buchmesse wird jedes Jahr zum Treffpunkt all jener, die gute Geschichten, interessante Betrachtungen der Welt und eben die Welt der Bücher mögen. Oder auch mit genau dieser Welt hadern. Dazu zählt beispielsweise der vielleicht bekannteste alternative deutsche Schriftsteller Christian von Aster. Er präsentierte in diesem Jahr eine limitierte Auflage seines Romans „Batman bei den Buddenbrooks“.
„Es ist meine Abrechnung mit der Buchbranche“, sagte er, deshalb ist es auch nicht im Handel, sondern nur auf der Messe oder beispielsweise beim Wave-Gotik-Treffen oder beim Elbenwaldfestival erhältlich. Keine Abrechnung, aber trotzdem etwas Neues präsentierte Bestsellerautor Sebastian Fitzek gemeinsam mit Annika Strauss, nämlich mit „REM“ seinen ersten Horror-Thriller. Die Premierenlesung fand im Bergwerk in Sondershausen fast 700 Meter unter der Erde statt (der Eseltreiber berichtete).
Neue Verlage, neue Bücher
Auch regionale Autorinnen und Autoren waren in Leipzig zu finden. So suchte Krimiautor Roland Lange den Stand seines neuen Verlages auf, bei dem noch in diesem Jahr eine neue Reihe startet, die deutlich humorvoller ist als seine bisherigen. „Auf Harz und Nieren“ wird das neue Werk heißen, so viel darf schon verraten werden.
Vor einigen Wochen berichtete der Eseltreiber über die Vorbestellaktion der Goslarer Autorin Mary Cronos für ihr „Geek Book“, ein Freundebuch für Nerds. Es ist geglückt, genug Bestellungen gingen ein, das Buch ist gedruckt und so konnte sie es an ihrem Stand auf der Messe präsentieren.
Ebenfalls vertreten waren die „Forgotten Creatures“, die ihr Refugium eigentlich in Hann.Münden haben. Illustratorin Elif Siebenpfeiffer war mit Autor Florian Schäfer auf der Messe, um die Bücher „Fast verschwundene Fabelwesen“ bzw. die Folgebände und natürlich die Welt der mystischen Wesen zu präsentieren. Auch die gehören nun einmal zur Literatur, oft ja schon seit Jahrhunderten.
Alles in allem bot die Leipziger Buchmesse also wieder für jeden etwas, außer natürlich für jene, die an einem sehr engen und elitären Literatur- und Kulturverständnis festhalten. Damit allerdings lassen sich sicher keine Besucherrekorde brechen und es lässt sich auch keine Begeisterung für Bücher und für Fantasie und Kreativität an die nächsten Generationen vermitteln.

