Meldungen / Städtische Meldung
11.03.2026
Wald als Schwamm:
-und-Ortsbuergermeister-(r.)-im-Gesprach-mit-den-Nds_768px.jpg)
Bürgermeister Augat und Ortsbürgermeister Kutscher vor Ort beim Pilotprojekt der Niedersächsischen Landesforsten
...Stadt Osterode am Harz
Wie kann Hochwasserschutz bereits im Wald beginnen – und gleichzeitig Vorsorge gegen zunehmende Trockenperioden getroffen werden? Antworten auf diese Fragen erhielten Osterodes Bürgermeister Jens Augat und Ortsbürgermeister Olivier Kutscher bei einem Vor-Ort-Termin im Wald oberhalb von Lerbach. Dort stellten die Niedersächsische Landesforsten ihr Pilotprojekt „Wald als Schwamm“ vor.
Auf einer rund 288 Hektar großen Fläche zwischen Buntenbock und Lerbach erproben die Landesforsten seit Frühjahr 2025 neue Verfahren, um Regenwasser möglichst lange im Wald zu halten und kontrolliert versickern zu lassen. Ziel ist es, Hochwasserspitzen in Tallagen wie Lerbach zu brechen und gleichzeitig die Wasserspeicherfähigkeit der Waldböden zu erhöhen – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung.
Das vom Land Niedersachsen geförderte Projekt wurde mit rund 260.000 Euro aus Mitteln des Landwirtschaftsministeriums unterstützt.
Im Mittelpunkt des Maßnahmenpakets steht das Waldwegenetz. Bislang leiten wegebegleitende Gräben Niederschlagswasser häufig schnell aus dem Wald ab. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden daher gezielt Eingriffe vorgenommen. Statt viel Wasser an wenigen Punkten schnell abzuleiten, soll nun weniger Wasser an vielen Stellen in der Fläche zurückgehalten werden. So verteilen sich mehrere tausend Kubikmeter Wasser gezielt im Waldgebiet. Diese „Win-win-Situation“ schützt die Ortschaft Lerbach bei Starkregenereignissen und wirkt gleichzeitig Trockenstress in Dürreperioden entgegen.
Dabei sind sieben neue Bauwerke mit Regenrückhaltefunktion entstanden – kleine „Mini-Staudämme“, für die alte Betonrohre durch größere Spezialdurchlässe ersetzt und zudem befestigte Überläufe über die Waldwege angelegt wurden. Zudem sind rund 40 neue Durchlässe unter den Forstwegen eingebaut worden, um das Wasser stärker im Wald zu verteilen.
Die so entstandenen „Wassertaschen“ dienen allerdings nicht nur der Wasserspeicherung, sondern fördern auch den Natur- und Artenschutz. Als temporäre Stillgewässer bieten sie neue Lebensräume für Amphibien und andere wassergebundene Arten. Gleichzeitig filtern sie Sedimente aus dem Wasser, bevor es weiter in Richtung Talsperren fließt – ein zusätzlicher Beitrag zur Verbesserung der Trinkwasserqualität.
Bürgermeister Augat zeigte sich beim Ortstermin beeindruckt: „Dieses Projekt ist ein faszinierendes und zugleich äußerst wichtiges Beispiel dafür, wie moderner Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher fachlichen Tiefe und Weitsicht hier im Wald gearbeitet wird. Der ‚Wald als Schwamm‘ schützt unsere Ortschaften wie Lerbach und stärkt zugleich die Widerstandsfähigkeit unserer Landschaft gegenüber den Folgen des Klimawandels.“ Auch Ortsbürgermeister Olivier Kutscher begrüßte den innovativen Ansatz. Perspektivisch ist das Konzept auch auf weitere Flächen übertragbar. Nach Angaben der Landesforsten ist bereits ein weiteres Projekt im Bereich Seesen in Planung.
Gerade für die Ortschaften Lerbach und Freiheit ist dieses Projekt ein wichtiges Signal – und zeigt, wie Klimaanpassung vor Ort wirksam umgesetzt werden kann. Die Stadt Osterode am Harz dankt den Niedersächsischen Landesforsten für die Durchführung des Pilotprojekts und die engagierte Zusammenarbeit, die einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder leistet.




