23.02.2026
Von den Dinos bis in eine ferne Zukunft
Flow – Tanz durch die Zeit: Die neue Show des Tanzstudio Kerstin Baufeldt
von Christian Dolle
Seit Menschen auf dieser Welt leben, tanzen sie. Jede Gesellschaft, jede Kultur brachte ihre eigenen Tänze hervor, sei es, um die jeweiligen Götter gnädig zu stimmen oder einfach aus Lebensfreude. In „Tanz durch die Zeit“ greifen die Tänzer*innen aus dem Tanzstudio Kerstin Baufeldt genau das auf und präsentieren mit dieser neuen Show einen energiegeladenen Tanz durch die Geschichte der Menschheit.
Ob tatsächlich auch die Dinos schon tanzten, ist historisch nur unzureichend überliefert. Bei Kerstin Baufeldt tun sie es. Noch dazu sind es die ganz kleinen Dinos, und was hätten die denn sonst damals Besseres mit ihrer Zeit und ihrer Lebensfreude anfangen sollen, als zu tanzen? Ebenso wird im Neandertal getanzt, beim Kampf um Troja, bei den Wikingern im alten Ägypten und bei vielen, vielen mehr.
Etwa 300 Tänzer*innen sind an der Show beteiligt, doch der Grund, warum sie in der Osteroder Stadthalle an allen drei Tagen schon nach wenigen Minuten restlos ausverkauft war, sind nicht nur die Eltern der Kinder, die im Tanzstudio viel beigebracht bekommen. Der Grund ist vielmehr zum Teil hartes Training, eine Menge Talent und vor allem sind es Choreografien, Kostüme, artistischen Figuren, die sich eben nicht hinter professionellen Tanzshows verstecken müssen.
Vielleicht ist für kritische Augen nicht jeder Schritt hundertprozentig perfekt, das mag sein. Das, was das Publikum geboten bekommen, ist aber eine Show, die die Faszination des Tanzens sowie die scheinbare Leichtigkeit der hart erarbeiteten Körperbeherrschung und die Kraft, mit Musik und Tanz Geschichten zu erzählen, perfekt zum Ausdruck bringt.
Dabei machte die Show auch vor ernsteren Themen nicht Halt. Die Zeit des Nationalsozialismus wurde ebenso dargestellt wie später der Mauerfall und es wurde so noch einmal mehr deutlich, dass es manchmal eben keine Sprache braucht, um zu erzählen und zu berühren. Im zweiten Teil ging es dann vorwiegend um die Zeit des Rock 'n' Roll, Disco, die 80er und hier exemplarisch Michael Jackson, also um Musik und Tänze, die unsere heutigen Generationen prägten und immer noch prägen.
Ein besonderes Highlight war wieder einmal die inklusive Nummer, die sich mit dem Wunsch nach Frieden auseinandersetzte. „Imagine“ von John Lennon wurde live gesungen. Auch ein Blick in die Zukunft durfte nicht fehlen. Sowohl augenzwinkernd auf das Altern der heutigen jungen Tänzer*innen, als auch in eine ferne Zukunft im Jahr 3000. Dabei wurde deutlich, dass die Menschheit vielleicht doch eine Chance hat, wenn sie denn nicht verlernt, gemeinsam zu tanzen und sich auf das zu fokussieren, was uns als Menschen ausmacht.

