Regionales / Stadt Osterode / Förste/Nienstedt
14.02.2026
Erkundungsbohrungen bei Förste abgeschlossen

Die Erkundungsbohrungen bei Förste konnten vor zwei Wochen abgeschlossen werden
...Schridde/Rump & Salzmann
Iphofen / Dorste. Vor zwei Wochen konnten die Erkundungsbohrungen rund um den alten Steinbruch in Förste / Osterode abgeschlossen werden. Die Kernbohrungen hatten das Ziel, Gips- und/oder Anhydritgestein sowie die Dicke von eventuell vorhandenen Kalk- oder Dolomitstein-Deckschichten festzustellen. Die genaue Auswertung der Bohrkerne steht noch aus. Ihre erste Sichtung lässt jedoch den Schluss zu, dass ein Gipsabbau eher nicht in Frage kommt. Derzeit kann allerdings noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen werden, ob an dieser Stelle ein Abbau sinnvoll sein könnte oder nicht.
Die Probebohrungen hatten im vergangenen November begonnen. Durch den Bruch einer Bohrkrone und durch das Winterwetter haben sie sich verzögert. Die Bohrungen erfolgten bis zu einer Tiefe von etwa 40 m.
Die gezogenen Bohrkerne geben einen guten Überblick über die geologischen Verhältnisse rund um den alten Steinbruch. Es wurden die Gesteinsschichten Dolomit, Gips und Anhydrit in sehr unterschiedlichen Mächtigkeiten angetroffen. Die Bohrkerne werden nun in einem ehemaligen Bergwerk bei Knauf in Iphofen eingelagert, fotografiert und analysiert.
Hintergrund der Erkundungsbohrungen ist die Tatsache, dass die im Zuge des Kohleausstiegs wegfallenden Mengen an synthetischen Gipsen aus Rauchgas-Entschwefelungsanlagen - sogenannte „REA-Gipse“ - langfristig ersetzt werden müssen. Dazu kommen vor allem natürliche Quellen in Frage, weil recycelbare Mengen bei weitem nicht ausreichen.
Gips ist wegen seiner vorteilhaften Schall- und Brandschutzeigenschaften ein unverzichtbarer Baustoff im modernen Leichtbau. In Deutschland werden pro Jahr ca. 10 Mio. to Gips verbraucht und beispielsweise zu Gipskartonplatten oder Gipsputzen verarbeitet. Die Hälfte dieser Menge waren bislang synthetische Gipse. Bei der Suche nach weiteren Gewinnungsmöglichkeiten zieht man die Erweiterung bestehender Steinbrüche Neuaufschlüssen vor.
Über neue Erkenntnisse werden wir in gewohnter Weise informieren. Gern stehen wir unter 05522/6568 für Rückfragen zur Verfügung.

Ziel war es, Gips- und/oder Anhydritgestein sowie die Dicke von eventuell vorhandenen Kalk- oder Dolomitstein-Deckschichten festzustellen

Bei den Probebohrungen wurde das Bohrgerät (DSB 1/6, Nordmeyer) von einem Unimog unterstützt, der stationär Spülwasser, Gestänge und Zubehör bereitstellte




