Panorama / Natur

07.02.2026

NABU: Funkelndes Farbspiel im Winter


...NABU Osterode

Ein flirrendes Türkis, ein Hauch von Exotik inmitten heimischer winterlicher Landschaft: Wer derzeit an Niedersachsens Gewässern spazieren geht, reibt sich erstaunt die Augen. Immer häufiger wird ein farbenprächtiger Vogel beobachtet, der über das Wasser saust, sich in wagemutigem Sturzflug hineinfallen lässt oder auf überhängenden Ästen lauert: der Eisvogel. 

„Alle sind begeistert, wenn sie Eisvögel beobachten können“, sagt Gabriele Hofmann, vom NABU Osterode. „Es gibt wohl kaum einen heimischen Vogel, der so exotisch wirkt und gleichzeitig als solche Rarität wahrgenommen wird.“ Mit schätzungsweise weniger als 2.000 Brutrevieren gehört der Eisvogel in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten und war nie ein häufiger Brutvogel.

Seine Lebensräume sind ruhige, saubere Fließgewässer und diese sind zunehmend bedroht. Schadstoffe, Sedimente und Müll beeinträchtigen die Wasserqualität. Besonders empfindlich reagiert der Eisvogel auf Störungen an seinen Brutplätzen. Die Vögel graben Brutröhren in steile, sandige Uferwände, bis zu 90 Zentimeter tief. Kommt es durch menschlichen Einfluss, etwa durch Betreten oder das Anschlagen mit Flößen, zu Einstürzen, sind ganze Gelege in Gefahr.

Der anhaltende strenge Winter hat die Fließgewässer verschont, sodass der Eisvogel derzeit dennoch ausreichend offene Wasserflächen findet. So erbeuten die Vögel Nahrung wie z.B. kleine Fische, Wasserinsekten und im Frühjahr auch Kaulquappen. „Wären die Flüsse und Seen flächendeckend zugefroren, müssten die Eisvögel weiterziehen und an offenen Stellen wie Wehren nach Beute suchen“. Auch mitten in Städten wie Osterode, Herzberg und Bad Lauterberg werden sie gesichtet. Für den Altkreis Osterode vorallem das Harzvorland gibt es noch zahlreiche Beobachtungen meldet der NABU Pressesprecher Wolfgang Rackow.

Der Eisvogel jagt meist von einem Ast aus, kann aber auch in der Luft rüttelnd stehen bleiben, bevor er zielsicher ins Wasser stößt. Fast wie ein kleiner, bunter Falke. Auch seine Brutpflege ist außergewöhnlich: Während das Weibchen bereits die zweite Brut bebrütet, versorgt das Männchen noch die Jungen der ersten. Eine so genannte „Schachtelbrut“.

Meldungen nimmt der NABU Osterode gerne per Mail nabu-osterode@online.de entgegen

 

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