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06.02.2026
Erste Ergebnisse der Kulturentwicklungsplanung im Landkreis Göttingen sind wegweisend!

...Mehrheitsgruppe SPD/Grüne
Zu diesem Ergebnis kommt die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne im Kreistag Göttingen. In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Partnerschaften am 5. Februar 2026 legte die Verwaltung die Auswertung der Umfrage zu Kunst und Kultur im Landkreis Göttingen vor. Diese Befragung von über 830 Kultureinrichtungen in Stadt und Landkreis Göttingen bildet den Auftakt zur Kulturentwicklungsplanung, die die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne beantragt hat.
Allein 171 Kulturschaffende haben an der ausführlichen Befragung teilgenommen und geben den Kulturpolitiker:innen im Kreistag wesentliche Impulse.
Landkreis Göttingen: Dichtes Kulturangebot
„Beeindruckend ist allein schon die Dichte und Vielfalt des Kulturangebots in unserer Region, von der ca. ein Drittel im Stadtgebiet Göttingen und zwei Drittel in der Fläche des Landkreises stattfindet. Dieses hohe Gut an Lebensqualität zu erhalten, ist allein schon ein wichtiges politisches Ziel“, so Dr. Dagmar Schlapeit-Beck, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion.
„Unser ausdrücklicher Dank gilt allen Kulturschaffenden im Landkreis, die überwiegend ehrenamtlich unter nicht leichten Bedingungen mit ihrem Einsatz das breit gefächerte attraktive Kulturangebot vor Ort vorhalten“, sagt Maria Gerl-Plein, Vorsitzende des Kulturausschusses und Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag.
Die Kultur hat Probleme, junge Menschen zu erreichen
Wichtige Erkenntnis der Befragung ist etwa, dass Jugendliche unter 15 Jahren kaum vom bestehenden Kulturangebot angesprochen werden und selbst für die jungen Menschen unter 30 Jahren nur wenige Angebote bestehen. Umgekehrt werden die älteren Menschen über 60 Jahren überwiegend durch die vorhandenen Kulturangebote erreicht.
Die Kulturschaffenden sehen daher ihr wichtigstes Ziel darin, mit ihrem Angebot auch Kinder und Jugendliche anzusprechen.
Die größten Probleme in der hiesigen Kulturszene bestehen allerdings in der kontinuierlichen Finanzierung der Angebote, insbesondere bei der Fördermitteleinwerbung. Auch die Probleme bei der Rekrutierung von Ehrenamtlichen und Engagierten, das Thema Generationenwechsel und Überalterung in den Einrichtungen und die Suche nach passenden und erschwinglichen Räumlichkeiten werden häufig genannt.
„Wir sehen es als wichtige Zukunftsaufgabe an, speziell solche Kulturangebote zu unterstützen, die Jugendliche und junge Menschen als Publikum und Kulturschaffende ansprechen. Bei der aktuellen Auslobung des Kulturpreises des Landkreises wird aufgrund unserer Initiative genau ein solcher Schwerpunkt aktuell schon gesetzt“, formuliert Dagmar Schlapeit-Beck.
Mehr Kontinuität bei der Förderung
Die Kultureinrichtungen beklagen den immensen Arbeitsaufwand, den sie heute in Fördermittelanträge und Finanzbeschaffung stecken müssen. Das ist wertvolle Arbeitszeit und Energie, die von der inhaltlichen Arbeit abgeht.
Hier bestehen gewisse Steuerungsmöglichkeiten durch die Kreispolitik, die Kulturförderung so zu überarbeiten, dass die Kultureinrichtungen von zu viel Bürokratie entlastet werden. „Kontinuität und Planungssicherheit sind wichtig – daneben muss es aber weiter die Möglichkeit geben, auch Einzelprojekte zu fördern“, betont Gerl-Plein.
Die Ergebnisse der Kulturbefragung werden nunmehr in öffentlichen Workshops in der Region mit Kulturschaffenden, Bürgern und Bürgerinnen und Kommunalpolitiker:innen diskutiert und ausgewertet. Die Kulturpolitiker:innen wünschen sich eine rege Beteiligung an diesen Veranstaltungen.
„Für die Kreispolitik sind dies wichtige Impulse gerade bei der Schwerpunktsetzung der Kulturförderung in einem engen finanziellen Rahmen. Hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt“, erklären Schlapeit-Beck und Gerl-Plein.

