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27.01.2026

Vorsicht vor Eisflächen - Stöcker und Steine zum testen bieten keine Sicherheit


Der stets vorlaute Fiete sorgte auch für viel Spaß beim Lernen - für ihn stand das G in DLRG für Gummibärchen

Die DLRG Ortsgruppe Westharz informierte die Schüler der Grundschulen Gittelde und Eisdorf über die Gefahren zugefrorener Seen

von Herma Niemann

Gittelde. Die große Unwetterlage ist zwar erst mal vorüber - aber immer noch ist Winter. Um Kinder frühzeitig für die Gefahren von Wasser und Eis zu sensibilisieren, hat die DLRG-Ortsgruppe Westharz wieder einmal ihr Präventionsprojekt rund um die sogenannten Eisregeln durchgeführt. Dazu waren an mehreren Tagen alle ersten Klassen der Grundschulen Gittelde und Eisdorf in das Vereinsheim der DLRG eingeladen.

 

Spielerisch und altersgerecht vermittelte das Präventionsteam den Schülerinnen und Schülern, wie trügerisch gefrorene Wasserflächen sein können und warum besondere Vorsicht geboten ist. Die ehrenamtlichen Helferinnen Mareike Hartmann, Christine Städtke, Angelika Kronjäger-Scheurich, Rita Probst und Rita Particke hatten die Vereinsräume dafür in mehrere Lernstationen verwandelt.

Unterstützt von den Handpuppen „Fiete“ und „Kalle“ erfuhren die Kinder zunächst, wofür die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft steht und welche Aufgaben sie übernimmt. Der stets vorlaute Fiete sorgte auch für viel Spaß beim Lernen - für ihn stand das G in DLRG für Gummibärchen.

Anschließend ging es praktisch weiter: An einer Station wurde realitätsnah geübt, wie man reagiert, wenn eine Person ins Eis eingebrochen ist. Mit großem Eifer versuchten die Kinder, die „verunfallte“ Person zu retten – etwa mithilfe zusammengebundener Schals, einer Wärmedecke und anschließendem heißen Tee.

Dabei lernten die Erstklässler wichtige Grundregeln für den Ernstfall. So muss Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein – etwa so lang wie ein kleines Lineal – um als tragfähig zu gelten. Zudem wurde eindringlich darauf hingewiesen, niemals allein und nicht schon bei den ersten frostigen Tagen Eisflächen zu betreten. Auch Warnhinweise in Radio, Zeitung oder durch Schilder vor Ort sollten stets beachtet werden.

Weitere Eisregeln wurden ebenfalls vermittelt: Knistert oder knackt das Eis, muss die Fläche sofort verlassen werden. Droht man einzubrechen, gilt es, sich flach auf das Eis zu legen, um das Gewicht zu verteilen, und sich langsam in Richtung Ufer zu bewegen. Wer anderen helfen möchte, sollte sich niemals aufrichten, sondern Hilfsmittel wie Bretter, Leitern oder einen umgedrehten Schlitten nutzen und Abstand halten.

Besonders wichtig: Nach jeder Eisrettung muss umgehend der Notruf 112 verständigt werden, denn Unterkühlung kann auch dann lebensbedrohlich sein, wenn die gerettete Person zunächst stabil wirkt.

An zwei weiteren Stationen konnten die Kinder selbst erfahren, wie kalt Eis tatsächlich ist, wie es sich anfühlt, mit kalten Händen zu hantieren oder wie beengend ein simuliertes Eisloch sein kann. So wurde das theoretische Wissen anschaulich vertieft. Außerdem betonte das Präventionsteam mehrfach, dass das Testen einer Eisfläche mit einem Stock oder einem Stein nicht funktioniert, denn diese Gegenstände sind leichter als Menschen und vermitteln nur trügerisch eine vermeintliche Sicherheit.

Mit dem Präventionsangebot leistet die DLRG-Ortsgruppe Westharz einen wichtigen Beitrag zur Unfallvermeidung und zeigt eindrucksvoll, wie lebensrettendes Wissen schon im Grundschulalter vermittelt werden kann. 

Die folgenden Bilder können Sie vergrößern, wenn Sie ein Eseltreiber-Abo haben:


Die Grundschüler waren eifrig bei der Sache und machten mit

Das Präventionsteam der DLRG demonstrierte, wie man sich verhält, wenn jemand ins Eis einbricht

Unter anderem können Schals zum Retten verwendet werden

Hinter soll man den Geretten in eine warme Decke einhüllen und unbedingt die 112 rufen

An einer Station konnten die Kinder testen, wie kalt Eis oder Eiswasser ist

 

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