Regionales / Gem. Bad Grund / Windhausen
15.08.2025
„Wünscht Jerusalem Frieden“ – Jan Maximilian Wünsche spricht in Windhausen

...Kirchengemeinde Windhausen
Zu einem besonderen Sommerabend hatte die Windhäuser Kirchengemeinde eingeladen. Die Gospelsingers Osterode unter Leitung von Friedel Dapra waren zu Gast mit bekannten und unbekannten Gospels und Spirituals, Mitklatschen und Mitsingen band die Zuhörenden ein. Informationen zu den einzelnen Stücken halfen dabei, die Songs aus ihrer Herkunft und Bedeutung zu verstehen. Pastor Thomas Waubke eröffnete den Gottesdienst mit Gedichten und Liedern, die die unbeschwerte Jahreszeit feiern. „Wir brauchen diese Jahreszeit unbedingt zum Erholen und Kraftschöpfen!“ Einen anderen Akzent setzte Jan Maximilan Wünsche, für den dieser Sommer eine ganz besondere Zeit bedeutet.
Der Theologiestudent bereitet sich auf ein Studienjahr in Jerusalem vor. „Eigentlich wollte ich bereits seit letzter Woche in Jerusalem sein und dort studieren. Doch aufgrund der aktuellen, heiklen Situation im Nahen Osten wurde der Abflugtermin verschoben“. Jan Wünsche kennt Jerusalem und die Westbanks aus einem einjährigen Aufenthalt nach dem Abitur, den ihm die Stiftung „Ökumenisches Lernen“ der Braunschweiger Landeskirche ermöglicht hatte. Damals hatte er in der Nähe von Bethlehem gewohnt und in Jerusalem beim ev.-lutherischen Bischof und im internationalen Kindergarten gearbeitet.
Die Zuhörer in der Windhäuser Kirche lauschten gebannt und ergriffen, als er erzählte, dass er jeden Tag den Checkpoint passieren musste und wie er sich um das Ergehen seiner über 90 Jahre alten Arabischlehrerin und der Kinder sorgt, mit denen er zu tun hatte. „Wünscht Jerusalem Frieden“ – diesen uralten Wunsch aus den Psalmen hatte Wünsche zu Beginn seines Vortrages vorgelesen. Er schloß mit einem Aufruf, für den Frieden zu beten: „Sehr dankbar sind die arabischen Israelis aus meinem Bekanntenkreis, die christlichen Palästinenserinnen aus meiner Gemeinde dort und auch die Exil-Iraner, die ich im Laufe meines Studium kennengelernt habe, wenn ich schreibe: ,Passt auf euch auf, ich bete für Euch und Eure Familien´.“
Schweigen und innigen Applaus ernteten Jan Maximilian Wünsche und der Gospelchor für einen Abend, der die Probleme dieses Sommers benannte und doch die Hoffnung der Einzelnen stärkte.


