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05.08.2022

„Kelly-Insel“- Partner noch dringend gesucht


Die Plakate mit der Insel, wie hier am Familienzentrum in Hattorf, signalisieren den Kindern eine sichere Anlaufstelle in der Samtgemeinde Hattorf

Kindern in der Samtgemeinde Hattorf eine Anlaufstelle im Notfall bieten/Noch stehen die Gewerbetreibenden dem Projekt verhalten gegenüber

von Herma Niemann

Kindern bei einem großen oder kleinen Notfall eine sichere Anlaufstelle bieten, darum geht es in dem Projekt „Kelly-Insel – Ich helfe Dir“. Das Kinderschutzprojekt der Jugendpflege in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum, der Polizei und den Grundschulen startete im Frühjahr in der Samtgemeinde Hattorf.

Wie der hauptamtliche Jugendpfleger, Robert Holz, auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet, stehen die meisten der Gewerbetreibenden dem Projekt noch eher verhalten gegenüber. Alle seien angeschrieben worden, bis dato beteiligen sich allerdings nur wenige. Dabei beinhaltet eine Beteiligung an dem wichtigen Projekt keinen großen Aufwand, aber eine große Hilfe für kleine Kinder.

Das Projekt „Kelly-Insel“ hatte die Jugendpflege der Samtgemeinde Hattorf schon seit einigen Jahren vorangetrieben, bis es nun endlich verwirklicht werden konnte. Das Kinder- und Jugendbüro hat sich mit der Polizei um dieses Projekt umzusetzen. „Kinder können in schwierige Situationen geraten“, so Holz „ oft sind es zum Glück nur kleine Sorgen, Nöte und Ängste, bei denen Kinder auf Hilfe von Erwachsenen angewiesen sind“.

Das Projekt „Kelly-Insel – Ich helfe dir“ hat fünf Bausteine. Das ist zum einen die Elternarbeit, der Themenunterricht in den Grundschulen, Infoveranstaltungen der Polizei in den Schulklassen,  die Behandlung im Sportunterricht und natürlich die Schaffung der so genannten Kelly-Inseln. Die Übungen im Sportunterricht sowie Teile des Themenunterrichts werden von Kinder- und Jugendbüro im Rahmen des Projekts „Kinder stark machen“ an den Grundschulen mit eingebaut beziehungsweise gemeinsam mit den Schülern erarbeitet. Das Logo in den Geschäften, kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen signalisiert Kindern, dass sie hier Hilfe bei großen oder kleinen Problemen bekommen können.

Die Plakate, an denen Kinder erkennen, dass es sich um eine Kelly-Insel handelt, hängen bei Gewerbetreibenden und in öffentlichen Einrichtungen. Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen erhalten eine polizeiliche Schulung. Privatpersonen können nicht an dem Projekt teilnehmen.

Hintergrund der „Kelly-Insel“

Nach dem tragischen Mord an einem sechsjährigen Mädchen in Filderstadt (Baden-Württemberg) im Jahr 2000 entwickelten Polizei, Bürger, Stadtverwaltung und die Alexandra-Sophia-Stiftung das Konzept "Kelly-Insel". Kinder sollen sichere Anlaufstelle im Ort haben und die Bürger für Hilfsbereitschaft und Zivilcourage sensibilisiert werden. Unter dem Motto "Kelly-Insel - Ich helfe dir" entstand dieses vorbildliche und nachhaltige Konzept. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr 3.000 Kelly-Inseln.

 

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